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Der Wahlkampf ist eröffnet: Trump bleibt Trump – Bis es quietscht


Bis es quietscht

Aus Orlando berichtet Fabian Reinbold

Aktualisiert am 19.06.2019Lesedauer: 3 Min.
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Donald Trump mit Ehefrau Melania: Der US-Präsident hat den Wahlkampf in Florida vor rund 20.000 Anhängern eingeläutet.
Donald Trump mit Ehefrau Melania: Der US-Präsident hat den Wahlkampf in Florida vor rund 20.000 Anhängern eingeläutet. (Quelle: Reuters-bilder)
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Donald Trump tritt für eine zweite Amtszeit an. Sein groß inszenierter Auftritt in Florida zeigt, welch polarisierten Wahlkampf der Präsident machen will. Doch da gibt es ein Problem.

Einer sei besser gewesen als er selbst, sagt Donald Trump. Da horcht man auf, denn im Universum Trump ist in der Regel er selbst der Allergrößte. "Wisst ihr wer?", fragt der US-Präsident neckisch.


Trump läutet den Wahlkampf ein

US-Präsident Donald Trump spricht bei einer Auftaktveranstaltung zum Wahlkampf in Florida.
Trump küsst seine Ehefrau, die First Lady Melania Trump.
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Es geht gerade um seine Bilanz, über hundert vakante Richterstellen mit Konservativen besetzt zu haben – einer der wenigen klaren Erfolge seiner bisherigen Präsidentschaft und ein Thema, das die Herzen seiner Wählerbasis höher schlagen lässt. Wer bitte kann das denn übertrumpfen?

"George Washington!", ruft Trump dann schließlich ins Publikum. Trump neben dem größten Gründervater der US-Demokratie, das ist jetzt die Stufe, auf der er sich verortet.

Als Donald Trump am Dienstagabend im Bundesstaat Florida verkündet, dass er noch vier weitere Jahre im Weißen Haus anhängen will, macht er alles – und vor allem sich selbst – ein paar Nummern größer.

Selbstlob, Attacken und Übertreibung

Trump hat seine erneute Kandidatur auf bombastische Art und Weise eingeläutet. Vor 20.000 Zuschauern im Amway Center, der großen Multifunktionshalle in der Amüsierstadt Orlando, lobte Trump sich über alle Maßen selbst, teilte gegen seine Gegner aus und hatte vor allem eine grelle Botschaft.

Mit ihm werde Amerika wieder zu Amerika, mit den Demokraten hingegen drohten der totale Verrat und Sozialismus in den USA. Auf diesen Nenner lassen sich die 80 Minuten auf der Bühne bringen. Das ist Donald Trumps Angebot ans Wahlvolk.

Der Abend lieferte also den Vorgeschmack auf einen heftigen Wahlkampf, den er bis zum November 2020 zu führen gedenkt. Botschaften, nicht auf die Interessen der Wechselwähler, sondern ganz auf die Belange seiner Wählerbasis zugeschnitten. Selbstlob, Attacken und Übertreibung. Trump bleibt Trump, bis es quietscht.

Alte Themen, neuer Wahlkampf

Der amerikanische Traum sei zurück "besser und stärker als je zuvor", die Wirtschaft "die wahrscheinlich beste in der Geschichte unseres Landes", die Gegner, die Demokraten, würden das Land "hassen", den amerikanischen Traum "zerstören", verhielten sich "unamerikanisch".

Viele Begriffe und Themen der Rede sind Trump-Klassiker, auch die Sprechgesänge klingen wie aus dem Wahlkampf 2016: "Build the wall!" und selbst "Lock her up!" dröhnen durch die Halle, der Spruch an die Adresse Hillary Clintons. Am lautesten wird es bei den Attacken auf die Demokraten, die Medien und Clinton, die alte Gegnerin.

Trump hatte für die Geburtsstunde seines neuen Wahlkampfes keine neue Idee zu bieten.

Von einer Randfigur zum Hauptdarsteller

Dabei ist vieles ganz anders als 2016. Der Auftritt kam – fast auf den Tag genau – vier Jahre nach jener berühmten Rolltreppenfahrt im New Yorker Trump Tower, als der damalige Reality-TV-Star seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2016 verkündete und dafür Gelächter erntete.

Doch dann gelang Trump erst der Überraschungssieg gegen Clinton, nun diktiert er der amerikanischen Politik und Öffentlichkeit Tag für Tag die Agenda. Er hat sich von einer belächelten Randfigur zum Hauptdarsteller gewandelt.

In das zweite Rennen geht er also mit der Wucht seiner Persönlichkeit, der Macht des Amtes und schon hohen Summen an Spendengeldern. Und: Er hat, anders als 2016, die volle Unterstützung seiner Partei. Kurz gesagt: Seine Ausgangsposition ist deutlich besser als 2016, aber er ist eben auch nicht mehr der Außenseiter.

Bei den Demokraten streiten gut 20 Kandidaten darum, wer Trump denn herausfordern darf. Kommende Woche werden sie erstmals eine Debatte abhalten, weil es so viele Kandidaten gibt, muss sie auf zwei Abende gestreckt werden. Wer letztlich gegen Trump antreten wird: völlig unklar.

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Auch beim Wahlkampfslogan hakt es noch

Die Umfragen sind aktuell wieder schlecht für Trump, auch im wichtigen "Swing State" Florida, den er nun für den Wahlkampfauftakt aussuchte. Doch diese Momentaufnahmen haben nicht viel zu bedeuten.

Dass es allerdings im Übergang zum neuen Wahlkampf noch hakt, zeigt auch die Frage nach Trumps Wahlkampfslogan. Sein 2016er-Schlager "Make America Great Again" war ein genialer Spruch – doch müsste Amerika nach zweieinhalb Jahren Trump nicht längst schon wieder großartig sein?


Trump testet am Abend deshalb noch einen anderen Spruch: "Keep America Great", grob also: Amerika soll großartig bleiben. Beide Versionen bekommen zwar tosenden Applaus der treuen Anhänger, aber als Trump einmal aufs Mitrufen des Publikums setzt, wie es beim alten Spruch so perfekt ging, floppt der Versuch komplett.

Vielleicht muss sich Trump doch noch etwas Neues überlegen. Die gute Nachricht für ihn: Es sind noch 17 Monate bis zur Wahl.

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Verwendete Quellen
  • Beobachtungen vor Ort
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  • Bastian Brauns
Von Bastian Brauns, Washington
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