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"Super Tuesday": Warum sind die Bewerber ums Weiße Haus so reich?

Wahlkampf in den USA  

Warum sind die Bewerber ums Weiße Haus so reich?

03.03.2020, 22:46 Uhr
"Super Tuesday": Warum sind die Bewerber ums Weiße Haus so reich?. Michael Bloomberg auf Wahlkampftour in Alabama: Der Milliardär will Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten werden. (Quelle: Reuters/Michael A. McCoy)

Michael Bloomberg auf Wahlkampftour in Alabama: Der Milliardär will Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten werden. (Quelle: Michael A. McCoy/Reuters)

Der US-Wahlkampf ist traditionell eine große Geldschlacht. Vor dem "Super Tuesday" haben die Kandidaten noch einmal kräftig investiert. Doch wie sind sie eigentlich an ihr Vermögen gekommen?

Die Anwärter auf das Amt des US-Präsidenten verfügen in der Regel über ein gut gefülltes Bankkonto. In diesem Wahlkampf könnte so viel Geld im Spiel sein wie selten zuvor: US-Milliardär Michael Bloomberg ist ins Rennen eingestiegen. Er ist der mit Abstand wohlhabendste Bewerber der Demokraten. Doch wie viel Geld haben die Kandidaten der Partei wirklich, und wie sind sie zu ihrem Reichtum gekommen?

Michael Bloomberg ist Gründer des Medienimperiums Bloomberg, das als Nachrichtendienstleister mit einem Datenmonitor für Investmentbanken anfing und später um einen Fernseh- und einen Radiosender ergänzt wurde. Außerdem gehört das Wirtschaftsmagazin "Businessweek" seit 2009 dazu. Damit schuf Michael Bloomberg ein Vermögen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar. Die Liste der reichsten Menschen der Welt des Wirtschaftsmagazins "Forbes" sieht Bloomberg aktuell mit rund 60 Milliarden Dollar als achtreichsten Mann der Welt.  

Bloomberg machte einen Abschluss als Ingenieur an der Johns Hopkins University und erlangte einen Master of Business Administration (MBA) an der Harvard University, um als Manager arbeiten zu können. Sein erster Job war ab 1966 bei der Investmentbank Salomon Brothers (heute der Vermögensverwalter Morgan Stanley Smith Barney). Bloomberg wurde Partner der Bank. Als er 1981 aus der Firma gedrängt wurde, erhielt er für seinen Anteil am Konzern eine Abfindung – zehn Millionen Dollar, die Bloomberg in sein neues Medienimperium investierte. 


Heute gehören ihm laut "Forbes" 88 Prozent des Bloomberg-Netzwerks, das Erlöse von rund zehn Milliarden Dollar verzeichnet. 2010 schloss sich Bloomberg der philanthropischen Initiative "The Giving Pledge" (Deutsch: das Versprechen, etwas abzugeben) um den US-Investor Warren Buffett und Microsoft-Gründer Bill Gates an und versprach, mehr als die Hälfte seines Vermögens zu spenden. Bloomberg sieht sich als Philanthrop – laut "Forbes" hat er bislang rund acht Milliarden Dollar für schärfere Waffenkontrollen, Klimaschutz und andere Zwecke gespendet.

Bloomberg trat spät in den Präsidentschaftswahlkampf ein. Erst Ende November bekannte er sich zu seiner Kandidatur. Doch seither pumpt er Geld in die Kampagne. In den "Super Tuesday"-Staaten hat Bloomberg Werbung für 129 Millionen Dollar (119 Millionen Euro) geschaltet. Keiner der Konkurrenten, abgesehen von Milliardär Tom Steyer, hat dort mehr als zehn Millionen Dollar ausgegeben.

Warren kommt "nur" auf zwölf Millionen Dollar

Überhaupt sehen Bloombergs Konkurrenten im direkten Kontovergleich alt aus. Die Demokratin Elizabeth Warren folgt im Ranking auf Platz zwei. Doch sie verfügt "nur" über ein Vermögen von rund zwölf Millionen Dollar. Die Juristin und Senatorin (US-Bundesstaat Massachusetts) war einige Jahre Hausfrau, ehe sie an der Rutgers University in New Jersey studierte und später Professorin für Wirtschaftsrecht wurde.

Interessieren Sie sich für US-Politik? Unser Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt über seine Arbeit im Weißen Haus, die Präsidentschaftswahlen und seine Eindrücke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Dies lehrte sie unter anderem an der renommierten Harvard Law School. Unter Bill Clinton fungierte Warren als Politikberaterin für Verbraucherschutz, unter Barack Obama kurzzeitig als Sonderberaterin des Präsidenten. Seit 2011 ist Warren Senatorin für Massachusetts. Mit ihrem Ehemann Bruce Mann besitzt sie laut "Business Insider" zwei Immobilien: ein drei Millionen Dollar wertvolles Haus in Cambridge (Massachusetts) sowie eine Eigentumswohnung im Wert von rund 800.000 Dollar in Washington, D.C. Zusätzliches Vermögen sollen Mann und Warren in Form von Pensionsrücklagen und weiteren Immobilieninvestitionen angehäuft haben.

190.000 Dollar für eine Vorlesung 

Auf Platz drei der reichsten Kandidaten liegt Ex-Vizepräsident Joe Biden. Er soll rund neun Millionen Dollar besitzen. Allein zwischen 2017 und 2018 sollen Biden und seine Frau Jill laut "Forbes" 15,6 Millionen Dollar mit Honoraren für Bücher und Auftritten verdient haben. Das passt nicht recht zu dem Bild, das Biden selbst jahrelang von sich selbst zeichnete. Er nannte sich oft "middle class Joe", um klarzumachen: Liebe Wähler, ich bin einer von euch. Als Biden mit seinem Buch "Promise Me, Dad" über seinen an Krebs verstorbenen Sohn Beau durch die Staaten tourte, kassierte er für jeden Auftritt zwischen 8.000 und 90.000 Dollar. Für eine Vorlesung an der Drew University in New Jersey soll Biden 190.000 Dollar bekommen haben. An der University of Pennsylvania hat Biden eine Professur inne, die ihm jährlich rund 400.000 Dollar einbringt.


Der sozialdemokratische Anwärter Bernie Sanders liegt im Vermögensranking auf Platz vier der Kandidaten. Er soll über rund 2,5 Millionen Dollar verfügen. Das passt kaum ins Bild derer, die Sanders als "Sozialisten" betrachten. Doch der 77-Jährige hat über die Jahrzehnte beträchtliche Gewinne aus Immobilien, Pensionsansprüchen und Investments angehäuft. Nicht zuletzt sein Buch "Our Revolution: A Future to Believe In" sicherte ihm ein erhebliches Einkommen – 2016 wurde es zum Bestseller. 220.000 Exemplare sollen verkauft worden sein. 

Reichtum durch Bücher

Seither hat Sanders jedes Jahr ein Buch veröffentlicht, mit einem Gesamterlös von rund 1,7 Millionen Dollar. Thema jeweils: Widerstand gegen die politische Rechte und die "Revolution", die Sanders im Sinn hat. 1991 bis 2007 saß Sanders für den Bundesstaat Vermont als parteiloser Abgeordneter im Repräsentantenhaus, seither als Abgeordneter der Demokraten. Zuvor hatte er mehrere Jahre als Bürgermeister der Stadt Burlington fungiert. Für seine öffentlichen Ämter bezieht er jährlich 174.000 Dollar. Zudem hat er Anspruch auf eine staatliche Rente in Höhe von 73.000 Dollar im Jahr – bis zum Lebensende.

Auf Platz fünf liegt die 38-jährige Tulsi Gabbard. Die Armeeveteranin verfügt laut "Forbes" über 500.000 Dollar, die sie vor allem als Teilzeit-Investorin angehäuft haben soll. In der Wirtschaftskrise soll Gabbard ein Haus im US-Bundesstaat Oklahoma für rund 39.000 Dollar gekauft und es später für 110.000 Dollar wieder verkauft haben. 2014 kaufte sie mithilfe eines Finanzprogramms für frühere Militärangehörige ein Haus im Wert von 600.000 Dollar in Washington, D.C., in dem sie zuvor selbst zur Miete gewohnt hatte. Die Immobilie soll mittlerweile rund 865.000 Dollar wert sein. Zusammen mit ihren Rentenansprüchen aus ihrer Tätigkeit für die Demokraten im US-Repräsentantenhaus (rund 200.000 Dollar) liegt ihr Vermögen bei einer halben Million Dollar.

Verwendete Quellen:

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