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Trotz Rassismus-Vorwürfen: Donald Trump nennt Coronavirus "Kung Flu"

Wahlkampfauftritt in Arizona  

Trotz Rassismus-Vorwürfen: Trump nennt Coronavirus "Kung Flu"

24.06.2020, 07:51 Uhr | dpa, aj

Trump nennt Coronavirus "Kung Flu"

Trotz Rassismus-Vorwürfen hält US-Präsident Donald Trump an seiner Bezeichnung "Kung Flu" für das Coronavirus fest. Das machte Trump am Dienstag nochmal deutlich.

Trotz Rassismus-Kritik: Trump nennt Coronavirus "Kung Flu". (Quelle: dpa)


Nach seinem ersten Wahlauftritt in Oklahoma ist der US-Präsident nach Arizona gereist. Dort begutachtet er die Mauer an der Grenze zu Mexiko. Eine Äußerung bei seiner Wahlkampfrede in Phoenix sorgt dann allerdings für Kopfschütteln.

Trotz Rassismus-Vorwürfen hält US-Präsident Donald Trump an seiner Bezeichnung "Kung Flu" für das Coronavirus fest. Trump sagte am Dienstag bei einem Auftritt vor jubelnden Anhängern in Phoenix in Arizona, er kenne "19 oder 20 Namen" für das Virus, das zunächst in China festgestellt worden war und sich dann über die Welt verbreitete. "Es gab noch nie etwas, wofür es so viele Namen gab", sagte Trump. Als aus dem Publikum "Kung Flu"-Rufe ertönten, sagte der Präsident unter Applaus: "Kung Flu, ja, Kung Flu."

Trump hat das Coronavirus entgegen der Einschätzung von Experten wiederholt mit einer Grippe verglichen – auf englisch "Flu". Der Präsident hatte erstmals am Samstag bei einer Wahlkampf-Kundgebung in Tulsa (Oklahoma) gesagt, er kenne für das "chinesische Virus" verschiedene Namen, darunter "Kung Flu".

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, war am Dienstag vor Trumps Auftritt in Arizona bei einer Pressekonferenz gefragt worden, warum Trump den als rassistisch empfundenen Begriff "Kung Flu" benutze. McEnancy widersprach der Einschätzung, dass der Begriff rassistisch sei, und sagte, Trump wolle mit dem Begriff nur auf die Herkunft des Virus aufmerksam machen. Dem US-Präsidenten wird regelmäßig vorgeworfen, von seiner Verantwortung von den verheerenden Folgen des Virus in den USA ablenken zu wollen.

Trump besucht Grenzmauer – Fertigstellung der 200. Meile

Vor seinem Auftritt in Phoenix hatte Trump der Stadt Yuma einen Besuch abgestattet, um dort den Fortschritt des Baus der Grenzmauer zu begutachten und die Fertigstellung der 200. Meile zu feiern.Trump sagte bei dem Besuch, die Zahlen der illegalen Grenzüberschritte seien im Vergleich zum Vorjahr um 84 Prozent niedriger. Illegale Grenzübertritte von Menschen aus Zentralamerika hätten sogar um 97 Prozent abgenommen. 

Nach Angaben der Grenzschutzbehörde CBP sind bislang 216 Meilen (knapp 350 Kilometer) Mauer an der Grenze errichtet. Statistiken der Behörde zufolge sank die Zahl der bei einem illegalen Grenzübertritt aus Mexiko aufgegriffen Migranten von 144.116 im Mai vergangenen Jahres auf 23.118 im Mai dieses Jahres.

Donald Trump begutachtet einen Teil der Grenzmauer: Laut dem US-Präsidenten haben illegale Grenzübertritte in die USA zuletzt abgenommen. (Quelle: AP/dpa/Evan Vucci)Donald Trump begutachtet einen Teil der Grenzmauer: Laut dem US-Präsidenten haben illegale Grenzübertritte in die USA zuletzt abgenommen. (Quelle: Evan Vucci/AP/dpa)

Neue Regeln während der Corona-Krise eingeführt

Der Republikaner Trump will auf der Hälfte der rund 3.200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen lassen, um illegale Grenzübertritte von Migranten abzuwehren. Der Mauerbau ist seit Langem eines der zentralen Versprechen Trumps. Vor seiner Wahl zum Präsidenten 2016 hatte er behauptet, Mexiko würde für den Bau der Grenzmauer zahlen. Das stellte sich als leeres Versprechen heraus. Die Demokraten im Kongress sind strikt gegen den Bau der Mauer.

Grenzschutzbehörden können Migranten seit März nach einem illegalen Grenzübertritt in ihre Heimatländer zurückschicken. Begründet wurde die Maßnahme – die im Mai auf unbestimmte Zeit verlängert wurde – mit der Corona-Krise. Trump sagte am Dienstag, damit sei "eine Coronavirus-Katastrophe an der südlichen Grenze" abgewendet worden. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU hatte Trump im Mai vorgeworfen, "eine Gesundheitskrise auszunutzen, um sein langgehegtes Ziel zu erreichen, Asyl an der Grenze zu beenden".

Die Südgrenze zu Mexiko ist besonders von der illegalen Migration in die USA betroffen. Aufgegriffene Migranten kamen vor der Corona-Krise zunächst in Gewahrsam der US-Grenzschutzbehörden, wo Asyl beantragt werden kann.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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