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Mike Pence: Trumps Ersatzmann wäre der zweite Albtraum für Amerikas Liberale


Trumps Ersatzmann wäre der zweite Albtraum für Amerikas Liberale

  • Marc von Lüpke-Schwarz
Von Marc von Lüpke

Aktualisiert am 04.10.2020Lesedauer: 4 Min.
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Mike Pence: Der US-Vizepräsident ist als Hardliner bekannt.
Mike Pence: Der US-Vizepräsident ist als Hardliner bekannt. (Quelle: Charlie Neibergall/ap-bilder)
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Der US-Vizepräsident spielt eigentlich eine politische Nebenrolle. Weil Donald Trump aber mit dem Coronavirus infiziert ist, blickt die Welt nun auf Mike Pence. Ein Mann, für den die Evolution eher eine "Theorie" ist.

Im Idealfall harmonieren der US-Präsident und sein Vize aufs Innigste. 2018 übertrieb es Mike Pence allerdings ein wenig. Während einer Besprechung stellte Donald Trump seine Wasserflasche vom Konferenztisch auf den Boden. Wie ein perfekter Imitator tat es ihm Pence mit seiner eigenen Flasche wenige Wimpernschläge später nach. Das Internet amüsierte sich prächtig, selbst in die populäre Late-Night-Sendung "Jimmy Kimmel Live!" brachte es das Duo Trump/Pence mit dieser Nummer.


Diese Spitzenpolitiker hatten das Coronavirus

Emmanuel Macron: Frankreichs Präsident hatte Symptome, wie Husten und Fieber.
Jair Bolsonaro: Der brasilianische Regierungschef verharmlost das Virus immer noch. Am 7. Juli 2020 war bekannt geworden, dass der 65-Jährige an Covid-19 erkrankt war.
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Die Szene zeigt, wer Koch und wer Kellner in dieser Beziehung ist. In Donald Trump als US-Präsident konzentriert sich die politische Macht, Mike Pence hat – etwas überspitzt gesagt – genau genommen nur so viel zu sagen, wie Trump ihn lässt. Nach der US-Verfassung hat der Vizepräsident vor allem eine selten notwendige, aber wichtige Funktion: Er ist der Ersatzmann, wenn der starke Mann im Weißen Haus stirbt, seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann oder ein Amtsenthebungsverfahren erfolgreich war. Pence ist bislang im Weißen Haus also vor allem als Imitator Trumps aufgefallen. Nun könnte er überaus wichtig werden.

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"Christ", "Konservativer", "Republikaner"

In der Corona-Pandemie hat sich nun auch das Ehepaar Trump mit dem Virus infiziert. Bislang will der Präsident seine Aufgaben zwar auch in der Quarantäne erfüllen. Doch wenn sein Krankheitsverlauf das nicht mehr erlaubt, käme Mike Pence ins Spiel. Wer also ist der Mann, der Trump im Fall der Fälle ersetzen würde?

"Christ", "Konservativer", "Republikaner". Mit diesen Worten beschrieb sich Pence einmal selbst. Und betonte: "In dieser Reihenfolge." Für amerikanische Liberale ist Pence der fleischgewordene Gottseibeiuns, denn er ist, vorsichtig ausgedrückt, ultrakonservativ, reaktionär und dogmatisch.

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1959 in Columbus im US-Bundesstaat Indiana geboren, studierte Pence erst Geschichte, dann Jura. Später zog es ihn in die Politik, er sammelte Erfahrung im Wählerfang durch die Moderation von Radio- und Fernsehshows. Immer rechts, gerne gegen Minderheiten. Eines seiner Anliegen war die Bereitstellung von Geld zur "Behandlung" von Homosexualität. "Pence klang schon damals wie Trump heute", urteilte die "Zeit" 2017.

Für Liberale ein rotes Tuch

Mit dieser Einstellung zog Pence 2001 ins US-Repräsentantenhaus ein, 2013 wurde er Gouverneur seines Heimatstaates Indiana. Milde stimmte ihn das neue Amt in der Heimat nicht. Abtreibung verteufelt er, Waffenbesitz unterstützt er nach wie vor. Klimawandel? Für Pence ein Mythos.

Während Pence für Liberale damit ein rotes Tuch ist, wird er von den Ultrareligiösen in den USA geschätzt. Eine Eigenschaft, die ihn für Donald Trump interessant machte. Denn von konservativ-rechter Seite ist ein Einzug ins Weiße Haus nahezu unmöglich, wenn Amerikas zahlreiche Evangelikale nicht mitmachen, beziehungsweise richtig wählen.

Damit war Pence für Trump der richtige Mann. Pence stehe "so weit rechts, wie du nur stehen kannst, ohne von der Erde zu fallen", attestierte ihm das US-Magazin "The New Yorker". Michael Lofgren, der Urheber dieses Zitats, stand wohlgemerkt viele Jahre im Dienst der Republikanischen Partei, die mittlerweile weit nach rechts gerückt ist. Mit und auch teils wegen Mike Pence.

Nützliches Feigenblatt

Pence ist eine Art Feigenblatt für Trump. Auf der einen Seite der stramm Konservative, der die Evolution auf den Status einer "Theorie" reduziert sehen will, der sich aber zumindest höflich auszudrücken weiß. Auf der anderen der Immobilienmagnat, der davon schwärmt, wie er ungestraft Frauen im Schritt betatschen darf und unflätig daherschwadroniert.

Als Duo war das Team Trump/Pence ausreichend Wählern genehm, um ins Weiße Haus einzuziehen. Dort kamen bald Mitarbeiter, wurden von Trump entlassen, es wurden neue ernannt, die ebenfalls wieder gehen durften. Einer blieb, auch weil man als Vizepräsident nicht derart einfach abserviert werden kann: Mike Pence. Er erhebt die Loyalität gegenüber Trump geradezu zur Kunstform, sie kommt fast Devotheit nahe.

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Denn Trump zieht immer wieder munter über seine Untergebenen her, im besten Fall hinterrücks, bisweilen auch in aller Öffentlichkeit: Jeff Sessions, seines Zeichens früherer Justizminister, war für Trump ein "Verräter", Mike Pence "ein religiöser Spinner". So führt es US-Experte Stephan Bierling in seinem Buch "America First" aus.

Nur eine größere Aufgabe hat Donald Trump seinem wahrscheinlich treusten Paladin jemals verliehen: die Coronavirus Task Force in den USA. Dass sich Pence in dieser Hinsicht nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, lässt sich nicht nur an der Viruserkrankung Trumps ablesen. Andererseits ist es auch schwierig, das Coronavirus zu bekämpfen, wenn der US-Präsident zugleich der größte Verbreiter von Falschinformationen in der Pandemie ist.

Falls es nun im Fall der Corona-Erkrankung Trumps zur schlimmstmöglichen Wendung kommen sollte, würde Mike Pence als neuer US-Präsident vereidigt. Er selbst ist bislang negativ getestet worden. Für Amerikas Liberale wäre ein Albtraum Wirklichkeit geworden. Der zweite nach Donald Trumps Präsidentschaft.

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Verwendete Quellen
  • Stephan Bierling: America First. Donald Trump im Weißen Haus, München 2020
  • Süddeutsche Zeitung: Mike Pence, der nette Extremist
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