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Wer aus Trumps Familie noch zu ihm hÀlt

Von Stefan Rook

Aktualisiert am 10.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Donald Trump, sein Sohn Donald Jr. und dessen Partnerin Kimberly Guilfoyle bei einer Wahlkampfveranstaltung Anfang November: Trumps Sohn redet von Wahlbetrug – Beweise hat er dafĂŒr nicht.
Donald Trump, sein Sohn Donald Jr. und dessen Partnerin Kimberly Guilfoyle bei einer Wahlkampfveranstaltung Anfang November: Trumps Sohn redet von Wahlbetrug – Beweise hat er dafĂŒr nicht. (Quelle: Carlos Barria/Reuters-bilder)
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Donald Trump weigert sich weiter, seine Niederlage gegen Joe Biden einzugestehen. Trumps engstes Umfeld versucht, auf ihn einzuwirken – mit ganz unterschiedlichen RatschlĂ€gen.

Nach der Siegesrede von Joe Biden war der Mann im Weißen Haus zunĂ€chst still geblieben. Doch am Sonntag meldete sich Donald Trump bei Twitter zurĂŒck und ließ erkennen, dass er sich weiter als Opfer systematischen Wahlbetrugs sieht – ohne Beweise fĂŒr diese Behauptung zu prĂ€sentieren. In seinem engsten Umfeld mehren sich die Stimmen, die Trump davon ĂŒberzeugen wollen, den Sieg von Biden anzuerkennen.


Vier Jahre PrÀsident Trump: Seine Amtszeit in Bildern

Immer wieder streitet Trump seit dem das Wahlergebnis ab. Mit mehreren Klagen versucht er die angeblich "gestohlene Wahl" zurĂŒckzugewinnen – bislang erfolglos.
Das AuszĂ€hlen der Stimmen dauerte lange. Und wĂ€hrend sich abzeichnete, dass Joe Biden die PrĂ€sidentschaftswahl gewinnen wĂŒrde, fuhr Trump auf den Golfplatz. Am 7. November erfuhr er dort dann von seiner Niederlage. Mit 46,9 Prozent verliert er gegen seinen Konkurrenten Joe Biden die US-Wahl.
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Besonders seinen Familienmitgliedern wird großer Einfluss auf Trump nachgesagt. Nach Darstellung des TV-Senders CNN legte First Lady Melania ihrem Mann nahe, seine Niederlage zu akzeptieren. Trumps Berater Jason Miller wies den Bericht auf Twitter jedoch als "Fake News" zurĂŒck.

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Keine klare Aussage von Melania

Wenig spĂ€ter schrieb Melania Trump auf Twitter: "Das amerikanische Volk verdient faire Wahlen. Jede legale – nicht illegale – Stimme sollte gezĂ€hlt werden. Wir mĂŒssen unsere Demokratie mit vollstĂ€ndiger Transparenz beschĂŒtzen."

Der Tweet ist so allgemein gehalten, dass man ihn in beide Richtungen interpretieren kann: Trumps Frau ist auch der Meinung, dass die Wahlen nicht fair waren. Warum sonst sollte sie sich auf Twitter zu dem Thema Ă€ußern? Oder aber: Sie ist anderer Meinung als ihr Ehemann, denn in ihrem Tweet wird nicht erwĂ€hnt, dass es bei den Wahlen auch wirklich UnregelmĂ€ĂŸigkeiten oder gar Betrug gegeben hat.

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Auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner soll mit seinem Schwiegervater ĂŒber das Thema geredet haben. Dem Nachrichtenportal "Axios" zufolge riet er ihm, den Rechtsweg weiter zu verfolgen. Kushner und seine Ehefrau, Trumps Tochter Ivanka, sind offiziell Berater des PrĂ€sidenten. "Axios" zitierte eine anonyme Quelle damit, dass "unangenehme GesprĂ€che" im Dunstkreis Trumps stattfĂ€nden und sein engster Zirkel den Wahlsieg abgeschrieben habe – doch dieser weiter darauf bestehe, gewonnen zu haben. "CNN" berichtet dagegen von zwei anonymen Quellen, nach denen Kushner Trump geraten habe, Bidens Sieg anzuerkennen.

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Trumps Tochter Ivanka Ă€ußerte sich auf Twitter Ă€hnlich zurĂŒckhaltend und damit zweideutig wie ihre Stiefmutter Melania. Sie forderte, dass alle legalen Stimmen gezĂ€hlt werden sollen und alle nicht legal abgegebenen Stimmen nicht. Freie und faire Wahlen seien "das Fundament unserer Demokratie".

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Trumps Söhne Donald Jr. und Eric stehen weiter voll hintern ihrem Vater und seiner Weigerung, die eigene Niederlage einzugestehen. Sie sollen enge VerbĂŒndete dazu aufgefordert haben, öffentlich die Prognosen und Hochrechnungen der US-Medien anzuzweifeln. Bereits zuvor hatte Trump Jr. seinen Vater auf Twitter dazu aufgerufen, einen "totalen Krieg" rund um die Wahl zu eröffnen. Er mĂŒsse "all den Betrug und Schummeleien offenlegen". Trump Jr. twitterte seitdem nahezu ohne Unterlass – ĂŒberwiegend unbewiesene Anschuldigungen ĂŒber Wahlbetrug.

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Heftige Kritik bekam Trump von seiner Nichte Mary Trump bereits wĂ€hrend seiner Pressekonferenz kurz nach Schließung der Wahllokale in den USA. Dabei erklĂ€rte sich Trump zum Gewinner und machte fĂŒr einen – zu der Zeit noch hypothetischen – Sieg von Biden Wahlbetrug verantwortlich. Beweise dafĂŒr konnte Trump jedoch auch da nicht prĂ€sentieren. Mary Trump schrieb darauf bei Twitter: "So sieht es aus, wenn ein Verlierer verliert." Mary Trump – eine promovierte Psychologin – hatte vor der Wahl ein EnthĂŒllungsbuch veröffentlicht und vor einer zweiten Amtszeit ihres Onkels gewarnt. In einem Interview sagte sie, ihr Onkel sei ein pathologischer LĂŒgner und ein Rassist.

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Donald Trump gilt als Familienmensch. Doch auch sein engster Kreis scheint gespalten zu sein bei der Frage, wie Trump mit seiner offenkundigen Niederlage umgehen sollte. Schaut man sich Trumps letzte Tweets an, scheint er im Moment eher auf seine Söhne zu hören. Es sieht danach aus, dass Trump – noch – nicht bereit ist, die RealitĂ€t und damit seine Niederlage anzuerkennen.

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