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USA – Joe Bidens Plan gegen die Corona-Krise: "Wir sind im Krieg"


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"Wir sind im Krieg": Biden verkündet Corona-Plan

Von dpa
Aktualisiert am 16.01.2021Lesedauer: 3 Min.
Joe Biden: Der künftige US-Präsident will die Corona-Pandemie in den USA entschiedener bekämpfen.
Joe Biden: Der künftige US-Präsident will die Corona-Pandemie in den USA entschiedener bekämpfen. (Quelle: Matt Slocum/ap-bilder)
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Kurz bevor der künftige US-Präsident Biden sein Amt antritt, tobt die Corona-Pandemie in den USA wilder denn je. Die Impfung der Bevölkerung kommt nur schleppend voran. Biden hat nun erklärt, wie er das ändern will.

Angesichts einer dramatischen Ausbreitung des Coronavirus in den Vereinigten Staaten will der künftige US-Präsident Joe Biden das Tempo der Corona-Impfungen im Land deutlich beschleunigen. Biden kündigte am Freitag in Wilmington im Bundesstaat Delaware ein Bündel an Aktionen an, mit dem er bestehende Probleme und Verzögerungen bei der Impfkampagne in den USA überwinden will.


Bidens Kabinett – er macht alles anders als Trump

Am 20. Januar 2021 wird der Demokrat Joe Biden als neuer US-Präsident vereidigt. Damit zieht auch neues Personal in die Regierung ein.
Deb Haaland: Mit Haaland rückt erstmals eine amerikanische Ureinwohnerin ins Kabinett auf. Die 60-Jährige sitzt seit 2018 im Ausschuss für natürliche Ressourcen im US-Repräsentantenhaus. "Mein Leben war nicht einfach", erzählte Haaland bei ihrer Vorstellung für das Biden-Team im Dezember. Sie sei zeitweise obdachlos gewesen, habe staatliche Lebensmittelhilfe gebraucht und ihre Tochter alleine groß gezogen. Nun soll sie einen Platz im Innenressort besetzen.
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Einige der Kernpunkte:

► Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema soll beim Aufbau von Impfzentren helfen.

► Mobile Impfstationen sollen in entlegene Gebiete geschickt werden.

► Biden will auch die Apotheken im Land einspannen, um ebenfalls Impfungen zu verabreichen.

► Außerdem will der Demokrat erreichen, dass schon jetzt weitere Bevölkerungsgruppen geimpft werden und die geltende Priorisierung gelockert wird.

In absoluten Zahlen sind die USA das Land, das am schwersten von der Pandemie getroffen ist. In den Vereinigten Staaten mit seinen rund 330 Millionen Einwohnern wurden bislang mehr als 23 Millionen Infektionen mit dem Virus registriert. Mehr als 390.000 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bereits gestorben. Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Todesfälle brach zuletzt immer neue Rekorde – am vergangenen Dienstag waren es mehr als 4.400.

"Ein sehr dunkler Winter"

Biden nannte die Zahlen niederschmetternd. "Wir sind weiter in einem sehr dunklen Winter", mahnte er. "Wir sind im Krieg mit diesem Virus." Der Demokrat hat unter anderem als Ziel ausgerufen, dass innerhalb der ersten 100 Tage nach seinem Amtsantritt mindestens 100 Millionen Impfdosen verabreicht werden. Am kommenden Mittwoch wird er als Präsident vereidigt.

Bislang kommen die Impfungen in den USA nur schleppend voran. Nach Angaben der US-Regierung von Freitag wurden bislang mehr als 30 Millionen Impfdosen im Land verteilt. Einer Aufstellung der "New York Times" zufolge wurden bislang aber nur gut zwölf Millionen Impfdosen verabreicht.

Ärger über Verteilung des Impfstoffs

Am Freitag beschwerten sich unter anderem der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, und die Gouverneurin des Bundesstaats Oregon, Kate Brown, über die Verteilung der Impfstoffe. De Blasio schrieb auf Twitter, New York gingen in der kommenden Woche die Impfstoffe aus, während es in anderen Teilen des Landes ungebrauchte Impfdosen gebe.

Auch Biden sagte: "Es gibt zig Millionen Impfstoff-Dosen, die unbenutzt in Gefrierschränken lagern, während Menschen, die den Impfstoff wollen und brauchen, ihn nicht bekommen können." Das müsse sich dringend ändern. Bidens künftige Regierung will alle Bundesstaaten ermuntern, Impfungen schneller für größere Bevölkerungsgruppen anzubieten.

Große Aufklärungskampagne geplant

In den USA wurde ähnlich wie in Deutschland eine Prioritätenliste erarbeitet, damit besonders gefährdete Gruppen zuerst geimpft werden. Biden beklagte jedoch, die Umsetzung sei zu streng und unübersichtlich. Er plädierte dafür, nicht nur Mitarbeitern aus dem Gesundheitswesen sowie Bewohnern und Angestellten in Pflegeheimen Vorrang zu geben, sondern Impfungen schon jetzt in großer Zahl auch für andere risikobehaftete Berufsgruppen und Bürger ab 65 Jahren anzubieten.

Der Demokrat kündigte unter anderem auch an, seine Regierung wolle eine große Aufklärungskampagne starten, um in der Bevölkerung Vertrauen in die Impfstoffe zu entwickeln. Bislang ist hier große Skepsis verbreitet.

Biden betonte, für seine Vorhaben müsse der Kongress Geld freigeben. Er hatte am Donnerstag seine Pläne für ein weiteres billionenschweres Corona-Hilfspaket vorgestellt, in dem auch Milliardensummen zur unmittelbaren Bekämpfung der Pandemie vorgesehen sind – unter anderem für ein Impfprogramm und eine deutliche Ausweitung der Corona-Testkapazitäten. Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sagte am Freitag Unterstützung für die Impfpläne zu: Die Kammer stehe bereit, mit der neuen Regierung zusammenzuarbeiten, um das Vorhaben sofort umzusetzen.

Angst vor neuen Mutationen

Biden mahnte zu großer Eile und stimmte die Bevölkerung zugleich auf ein weitere Verschärfung der Lage ein. "Die Dinge werden schlimmer werden, bevor sie sich bessern."

Sorge bereitet auch die jüngste Warnung der US-Gesundheitsbehörde CDC, wonach die zuerst in Großbritannien entdeckte und wohl deutlich ansteckendere Corona-Mutation in den Vereinigten Staaten schon bald weiter verbreitet sein könnte als die ursprüngliche Variante. "Der vorausgesagte Entwicklungsverlauf dieser Variante in den USA weist Anfang 2021 ein schnelles Wachstum auf und wird im März zur vorherrschenden Variante", teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mit. Dies könne die medizinische Infrastruktur in den Vereinigten Staaten weiter anspannen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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