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Donald Trump hat eine neue Masche

Von Fabian Reinbold

Aktualisiert am 01.03.2021Lesedauer: 4 Min.
Erster Auftritt nach Wahlniederlage: Trump gibt PlÀne zu seiner Zukunft preis und gibt Hinweis auf mögliche Kandidatur. (Quelle: Reuters)
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Donald Trump tritt wieder ins Rampenlicht. Beim ersten Auftritt als Ex-PrÀsident macht er klar: Er duldet keinen Widerspruch in seiner Partei. Schon zeigt sich, mit welchem Spiel er die Aufmerksamkeit binden will.

Und auf einmal schien alles wie frĂŒher. Er betrat mit großer VerspĂ€tung die BĂŒhne (siebzig Minuten), trabte zu seinem altbekannten Einmarschlied ("God Bless the USA") hin und her, und dann begann der Tsunami aus den Verzerrungen und Unwahrheiten ("Die Demokraten haben die Wahl verloren"), den seine Fans so lieben.

Donald J. Trump ist wieder da. Zumindest wollte er diesen Umstand groß inszenieren. "Ich werde weiterhin direkt an Eurer Seite kĂ€mpfen", versicherte er in Orlando dem Rechtsaußen-FlĂŒgel der Republikaner, der sich dort zum jĂ€hrlichen Treffen versammelt hatte. Doch auch der ohrenbetĂ€ubende Jubel seiner treuen AnhĂ€nger auf der CPAC-Konferenz konnte nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass nun manches anders ist als zu seiner Zeit als PrĂ€sident.

Donald Trump nutzte seinen ersten großen Auftritt seit dem Abschied aus dem Weißen Haus, um unmissverstĂ€ndlich seinen Machtanspruch zu erheben. Ohne mich wird bei den Republikanern gar nichts gehen, lautete seine sinngemĂ€ĂŸe Botschaft. Zugleich offenbarte er seine kĂŒnftige Masche, mit der er die Aufmerksamkeit an sich binden will.

"Du hast gewonnen! Du hast gewonnen!"

Trumps Auftritt an sich war bereits ungewöhnlich, denn ĂŒblicherweise taucht ein aus dem Amt geschiedener US-PrĂ€sident erst einmal monatelang ab, um seinem Nachfolger Raum zu geben. Doch Trump, der Ex-PrĂ€sident, hĂ€lt es wie zuvor Trump, der PrĂ€sident: Er verstĂ¶ĂŸt mit Genuss gegen die Konventionen.

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Trump keilte gegen seinen Nachfolger Joe Biden mit Übertreibung und Giftigkeit, wie man es von ihm kennt: Biden habe den "desaströsten ersten Monat aller PrĂ€sidenten der neueren Geschichte" hingelegt, behauptete Trump. Er lasse gefĂ€hrliche Einwanderer ins Land und verhindere die Wiederöffnung von Schulen.

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Obwohl Trumps eigene Berater ihn gedrĂ€ngt hatten, nicht weiter die LĂŒge von der vermeintlich gestohlenen PrĂ€sidentschaftswahl zu verbreiten, tat der genau dies: Immer wieder kam er auf eine vermeintlich "manipulierte Wahl" zu sprechen, die eigentlich er gewonnen habe. Das Publikum skandierte zurĂŒck: "Du hast gewonnen! Du hast gewonnen!"

Aufstand ist vorerst verpufft

Das war das ĂŒbliche Theater, das verhindern wird, dass sich die Republikaner mit den GrĂŒnden fĂŒr die Niederlage auseinandersetzen werden. Strategisch sollte der Auftritt noch zwei andere Dinge bewerkstelligen.

Zum einen machte Trump klar, dass er die Republikaner anfĂŒhren werde und Gegner aus der Partei vertreiben wolle. "Ich grĂŒnde keine neue Partei", sagte Trump bereits nach wenigen Minuten. In Washington wurde seit Wochen spekuliert, ob der PrĂ€sident zu diesem Schritt greifen wĂŒrde. Doch warum sollte er? Seine Truppen geben in der Republikanischen Partei weiterhin den Ton an.

Der kleine Aufstand, der nach dem von Trump angefachten Sturm auf das Kapitol ausgebrochen war, ist vorerst verpufft. Die Namen jener Parteifreunde, die mit ihm im Impeachment-Verfahren gebrochen hatten, wurden von Trump einzeln verlesen. Das zeigte: Dem Ex-PrĂ€sidenten ist nach Rache zumute. "Lasst uns sie alle loswerden", sagte er ĂŒber seine Gegner.

Der Flirt mit 2024

Mitch McConnell, der mĂ€chtige AnfĂŒhrer im Senat, der vor zwei Wochen noch dramatisch mit dem Ex-PrĂ€sidenten gebrochen hatte und dann zum Ziel einer heftigen Attacke Trumps wurde, gab schon zu Beginn der CPAC-Konferenz zu Protokoll, er wĂŒrde Trump "absolut" unterstĂŒtzten, falls der erneut PrĂ€sidentschaftskandidat wĂŒrde.

Interessieren Sie sich fĂŒr die US-Politik? Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt einen Newsletter ĂŒber seine EindrĂŒcke aus den USA und den Machtwechsel von Donald Trump zu Joe Biden. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Trump spielte bei seinem Auftritt immer wieder damit, dass er 2024 noch einmal antreten könnte. Das hatte er zuvor bereits hier und da getan, doch die Rede zeigte, wie Trump den Flirt mit einer neuen Kandidatur einsetzen will: als Spannungsbogen fĂŒr seine nĂ€chste ErzĂ€hlung.

Er könne sich vielleicht entschließen, noch einmal anzutreten, sagte er eingangs. Und gegen Ende sagte er voraus, dass 2024 wieder ein republikanischer PrĂ€sident ins Weiße Haus einziehen wĂŒrde: "Wer wird das wohl sein?", so Trump.

Sender entziehen Trump die BĂŒhne

Dies ist ein typischer Kniff Trumps, um die Spannung aufrechtzuerhalten. Er wird ihn kĂŒnftig bei der Frage, ob er nun noch einmal antritt oder nicht, ausgiebig anwenden. Das ist gewissermaßen auch nötig: Denn so sehr Trump die Aufmerksamkeit am Sonntag genoss, er weiß, dass sie außerhalb seines ihm treu ergebenen Kosmos sinkt. WĂ€hrend Fox News sowie die Nischensender Newsmax und OAN die Rede live ĂŒbertrugen, boten die grĂ¶ĂŸeren Nachrichtensender CNN und MSNBC Trump keine BĂŒhne.

Und selbst unter seinen treuesten AnhĂ€ngern halten nicht alle eine erneute Kandidatur fĂŒr eine gute Idee. Zwei Umfragen, die direkt vor Trumps Auftritt vor Ort durchgefĂŒhrt wurden, verdeutlichen das: 97 Prozent der Anwesenden gaben an, sie stimmten mit Trump ĂŒberein.

Doch nur 68 Prozent gaben an, dass er noch einmal antreten solle. Das war im Saal zwar die klare Mehrheit, doch selbst unter den Hardcore-Fans hĂ€lt ein Drittel eine neue Kandidatur offenkundig fĂŒr keine gute Idee. So wie sich Trump selbst in Bezug auf 2024 alles offenhĂ€lt, so tun es viele seiner AnhĂ€nger eben auch.

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