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EU-Mission im Nahen Osten: Wie der "Kriegsmarsch" der "Hessen" funktioniert


Dieses Schiff schickt die Bundeswehr auf "Kriegsmarsch"

Von dpa, Reuters, mam

Aktualisiert am 12.02.2024Lesedauer: 3 Min.
Die Besatzung der Fregatte "Hessen" beim Auslaufen aus dem Hafen: Die Crew steht vor einem "Härtetest", so der Kapitän.Vergrößern des BildesDie Besatzung der Fregatte "Hessen" beim Auslaufen aus dem Hafen: Die Crew steht vor einem "Härtetest", so der Kapitän. (Quelle: Sina Schuldt/dpa)
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Die EU hat in dieser Woche einen Militäreinsatz in den Gewässern des Nahen Osten gestartet. Deutschland schickt die Fregatte "Hessen" ins Gefecht. Doch was kann sie?

Die EU will sich nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen: Weil die Huthi-Rebellen aus dem Jemen seit Wochen internationale Handelsschiffe im Roten Meer mit Raketen ins Visier nehmen, sehen sich große Reedereien weltweit gezwungen, einen großen Bogen um die Region zu machen und kostspielige Ausweichrouten in Kauf zu nehmen. In der Folge sind die Ölpreise in die Höhe geschossen und westliche Unternehmen sehen sich wegen verlängerter Lieferzeiten vor Probleme gestellt. Dem will die EU nun ein Ende setzen.

Mit einem Militäreinsatz unter dem Namen "Eunavfor Aspides" wollen die Mitgliedsstaaten die Handelsschifffahrt im Nahen Osten schützen. Aspides ist die Mehrzahl des griechischen Wortes "Schild". Deutschland beteiligt sich mit der deutschen Fregatte "Hessen" an dem Einsatz. Mit rund 240 Soldatinnen und Soldaten an Bord verließ das Kriegsschiff der Bundeswehr am Donnerstag den größten Stützpunkt der deutschen Marine in Wilhelmshaven.

"Es gibt keine Einheit in der deutschen Marine, die besser vorbereitet, besser ausgebildet und besser dafür ausgestattet ist", sagte Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack in Berlin. Doch was genau kann die "Hessen" und wozu soll sie konkret zum Einsatz kommen?

Fregatte mit Flugabwehrraketen und Hubschraubern ausgestattet

Die Fregatte "Hessen" ist 143 Meter lang und bis zu 53 Kilometer pro Stunde schnell. Sie wurde speziell für den Geleitschutz und die Seeraumkontrolle konzipiert. Mit ihrem Radar kann sie nach Angaben der Bundeswehr einen Luftraum von der Größe der gesamten Nordsee überwachen. Die Flugabwehrraketen, mit denen sie ausgestattet ist, reichen demnach mehr als 160 Kilometer weit. An Bord sind neben der Stammbesatzung und zwei Hubschraubern auch weitere Einsatzkräfte, darunter ein Ärzteteam und ein Militärpfarrer.

"Wir rechnen mit dem gesamten Spektrum von direkten und indirekten Angriffen", sagte Kaack vor Journalisten mit Blick auf die Gefahren im Nahen Osten. "Das reicht von ballistischen Flugkörpern großer Reichweite ... über normale Seezielflugkörper bis hin zu Drohnen und auch Kleinstdrohnen, aber auch ferngesteuerte Überwassereinheiten im Kamikazebetrieb." Fregattenkapitän Volker Kübsch sieht das als "Härtetest" für die "Hessen" an. Sie ist nach Angaben von Militärs jedoch bestens ausgerüstet, um Angriffe dieser Art abzuwehren, vor allem was die Flugabwehr betrifft.

Für die Besatzung bedeute der Einsatz eine psychische wie physische Belastung, sagte Marine-Inspekteur Kaack. Die Fregatte werde "im sogenannten Kriegsmarsch" fahren. Das bedeutet konkret: Es werde immer die Hälfte der Mannschaft auf den Stationen sein, da die erwarteten Bedrohungen sehr schnell auftauchen könnten und dann auch sehr schnell reagiert werden müsse. "Den Kriegsmarsch kann ein Schiff über einen längeren Zeitraum durchhalten, braucht dann aber auch eine gewisse Ruhephase", so Kaack. Es könne also sein, dass die Besatzung mit dem Schiff auch mal ein Wochenende im Hafen liege.

Einsatz auch vor Irans Küste möglich

An Angriffen auf Huthi-Stellungen im Jemen, wie sie das US-Militär zusammen mit Großbritannien vornimmt, will sich die EU nicht beteiligen. Das sehe das EU-Mandat auch nicht vor, so Kaack. Für ihn sei der Einsatz im Roten Meer angesichts der Bedrohungen für die Warenströme in der Region eher so etwas wie "erweiterte Landes- und Bündnisverteidigung". "Wenn wir das nicht hinbekommen, dann werden wir Europa auch nicht verteidigen können", so Kaack.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sollen die Kriegsschiffe der EU-Staaten nicht nur, wie ursprünglich geplant, im Roten Meer und im Golf von Aden eingesetzt werden, sondern auch in der Straße von Hormus, im Persischen Golf und im Golf von Oman Handelsschiffe begleiten dürfen. All diese drei Seegebiete liegen vor der Küste des Irans, östlich der arabischen Halbinsel.

Grund dafür sind die zahlreichen Zwischenfälle in der Region in den vergangenen Jahren. Zuletzt setzte Irans Marine im Januar im Golf von Oman einen Öltanker der griechischen Reederei Empire Navigation fest. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
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