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Bundestagswahl 2017: Martin Schulz siegessicher "Ich werde Kanzler"


"Ich werde Kanzler"

afp, dpa, sm

Aktualisiert am 14.08.2017Lesedauer: 2 Min.
SPD-Chef Martin Schulz bei der Aufzeichnung des ZDF-Sommerinterviews.
SPD-Chef Martin Schulz bei der Aufzeichnung des ZDF-Sommerinterviews. (Quelle: Jule Roehr/ZDF/dpa-bilder)
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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gibt sich sechs Wochen vor der Bundestagswahl trotz schlechter Umfragewerte optimistisch: "Ich rechne damit, dass ich eine gute Chance habe, die nächste Bundesregierung anzuführen."

Das sagte der SPD-Vorsitzende im Sommerinterview der ZDF-Sendung "Berlin direkt", die am Abend ausgestrahlt werden sollte. "Ich werde Kanzler", ergänzte er. Ein Sieg würde ihn nicht überraschen. Es lägen bis zum Wahltag am 24. September noch sechs Wochen Wahlkampf vor ihm.

"Ich hab' nix gegen 'ne große Koalition"

Schulz zeigte sich zugleich offen für eine neuerliche große Koalition, wenn die SPD mit ihm den Kanzler stelle: "Ich hab' nix gegen 'ne große Koalition unter meiner Führung. Wenn dann die CDU als Juniorpartner eintreten will, soll'n sie sich das überlegen."

Mit scharfen Attacken auf die deutschen Autobosse versuchte sich Schulz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abzugrenzen. Das Problem sei, dass "millionenschwere Manager bei VW und bei Daimler die Zukunft verpennt haben", sagte der er. "Wegen des kurzfristigen Effekts in ihren Bilanzen haben sie nichts investiert in den Bereichen, wo wir hätten investieren müssen."

Beim Diesel-Gipfel ist "nix rumgekommen"

Nun gebe es in der Abgas-Affäre das Problem, dass die Dieselfahrer - hauptsächlich Pendler, kleine Handwerker, Lieferanten - "die Zeche zahlen sollen. Nee, da bin ich entschieden gegen", sagte Schulz. Bei dem aus seiner Sicht gescheiterten Diesel-Gipfel der Regierung mit den Autokonzernen Anfang August ("Da ist ja nix bei rumgekommen") sei auf Druck der SPD wenigstens herausgekommen, dass "die verantwortungslosen Manager der Automobilindustrie" nun ihre Verantwortung übernehmen müssten.

Schulz stellte sich hinter den niedersächsischen SPD-Ministerpräsidenten Stephan Weil, der im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre eine Rede mit dem Volkswagen-Konzern abgestimmt hatte. Das Land Niedersachsen gehöre schließlich nicht Weil privat, es sei vielmehr Anteilseigner bei VW.

Weil sei auch deshalb so unpopulär bei VW, weil er als Aufsichtsratsmitglied schon vor zwei Jahren gesagt habe, was das VW-Management hier mache, sei gefährlich für die gesamte deutsche Wirtschaft. "Insofern finde ich, hat der Stephan Weil seine Aufgabe da sehr ernst genommen."

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