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Ex-Kommunist zieht für AfD in den Bundestag ein

Enge Verbindungen zur SED  

Ex-Kommunist zieht für AfD in den Bundestag ein

27.09.2021, 17:14 Uhr
Robert Farle: AfD-Politiker wurde von der SED finanziert

Der prominente AfD-Politiker Robert Farle wurde offenbar jahrelang verdeckt von der SED bezahlt, um im Westen dem Sozialismus zum Sieg zu verhelfen. Das haben exklusive Recherchen von t-online ergeben. (Quelle: t-online)

Exklusive Recherchen von t-online zeigen: AfD-Politiker Robert Farle wurde jahrelang von der SED finanziert, sollte im Westen dem Sozialismus zum Sieg verhelfen. (Quelle: t-online)


Für die AfD in Sachsen-Anhalt zieht ein ehemaliger kommunistischer Funktionär in den Bundestag ein. Über Jahrzehnte wollte er die Bundesrepublik zur DDR machen. Später machte er alte Kontakte zu Geld.

Jahrzehntelang kämpfte er im Westen mit der DDR-Elite gegen die Bundesrepublik, wurde sogar höchstwahrscheinlich verdeckt dafür bezahlt – nun ist der Ex-Kommunist Robert Farle für die AfD in den Bundestag eingezogen. Per Direktmandat sicherte er sich im Wahlkreis Mansfeld in Sachsen-Anhalt seinen Sitz im deutschen Parlament. 

t-online hatte im Juni kurz vor der dortigen Landtagswahl die tiefe Verstrickung Farles mit der SED aufgedeckt. Bis dahin hatte er die Geschicke der AfD-Landtagsfraktion als Parlamentarischer Geschäftsführer verwaltet – auf die Landesliste für die Bundestagswahl schaffte er es dann nicht mehr. Sein einziger Weg dorthin ging über das Direktmandat. Das holte er nun mit 25,1 Prozent der Stimmen, obwohl er aufgrund der Briefwahl stets angeblichen "Wahlbetrug" witterte.


Über Jahrzehnte hinweg hatte Farle, das zeigten die Recherchen, als hauptamtlicher Funktionär der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) die Revolution im Westen vorangetrieben. Dafür ging er laut Aussagen früherer Genossen einer Scheinbeschäftigung nach. Funktionäre der DKP wurden über solche Konstrukte von der "Bruderpartei" aus der DDR finanziert. Jährlich flossen dazu bis zu 70 Millionen DM verdeckt über die innerdeutsche Grenze in ein Tarnfirmengeflecht.

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Als die Millionenzahlungen der DDR ab 1990 ausblieben, standen fast alle DKP-Funktionäre auf der Straße. Auch Bezirkssekretär Farle verließ wenig später Partei und Stadtrat und gründete stattdessen ein Steuerbüro im SED-Patenbezirk, wo er laut Weggefährten seine alten Kontakte zur Kundenwerbung nutzte. Partner fand er dafür in einem DKP-nahen Lohnsteuerverein, der bis dahin im Ruf stand, ein Vehikel der Stasi zu sein.

"Diese Unterstellungen sind falsch", schrieb Farle auf Anfrage zu den Recherchen von t-online. Er sei weder Scheinbeschäftigungen nachgegangen, noch habe er als Bezirkssekretär welche an andere Funktionäre vermittelt. "Mit den Finanzen der DKP und den dortigen Anstellungsverhältnissen habe ich zu keiner Zeit etwas zu tun gehabt." Er sei kein "hochkarätiger Funktionär" gewesen und nur kurze Zeit "zum Schluss" Bezirkssekretär. "Zu SED-Politikern und Funktionären besaß ich keinerlei persönliche Beziehungen." Ins Gebäude der früheren SED-Bezirksleitung in Halle habe er sich nur eingemietet, weil dort günstig Räume zu haben gewesen seien.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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