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Thilo Sarrazin vergleicht Angela Merkel mit Honecker

Sarrazin vergleicht Merkel mit Honecker

22.05.2012, 09:55 Uhr | dapd, t-online.de

Thilo Sarrazin vergleicht Angela Merkel mit Honecker. Steht wieder im Mittelpunkt: Thilo Sarrazin (Quelle: dapd)

Steht wieder im Mittelpunkt: Thilo Sarrazin (Quelle: dapd)

Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin greift Angela Merkel frontal an. In seinem heute erscheinenden Buch stellt sich der frühere Berliner SPD-Finanzsenator ausdrücklich gegen den Euro-Standpunkt der Kanzlerin, gibt ihr Ratschläge und vergleicht sie sogar mit Erich Honecker.

Indirekt vergleicht Sarrazin Merkel mit dem früheren DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker: "Diejenigen, die jede Diskussion um den Euro oder einen Austritt Griechenlands mit einem 'Scheitern Europas' in Verbindung bringen, argumentieren letztlich wie Erich Honecker, der kurz vor dem Fall der Mauer sagte: 'Vorwärts immer, rückwärts nimmer'".

Quelle: www.taz.de (Quelle: taz)Quelle: www.taz.de (Quelle: taz) Das "Wunschdenken vieler Politiker" habe die Europäische Union in die Euro-Krise geführt. "Deutschland hat sich in die Lage gebracht, zu hohen Kosten und mit wachsenden Risiken eine gemeinsame Währung zu verteidigen, die selbst dann, wenn sie funktioniert, dauerhaft weder Wohlstand noch Beschäftigung erhöht", schreibt Sarrazin.

Der frühere CDU-Kanzler Helmut Kohl habe sich mit dem Euro auf eine "unklare Wette auf Kosten deutscher Interessen" eingelassen. "Mit der Vorleistung der gemeinsamen Währung ging die deutsche politische Klasse eine Wette darauf ein, dass die politische Union kurz danach quasi mit Naturgesetzlichkeit folgen werde, weil sonst die Währungsunion nicht stabil sei. Die Wette ist gescheitert", argumentiert Sarrazin und macht sich dabei einen allgemein anerkannten Geburtsfehler des Euro zu nutze.

Tipps für die Kanzlerin

Merkel, die in die Rettung Griechenlands eingestiegen sei, "ohne einen Überblick zu haben und das Ende absehen zu können", habe Kohls Erbe angenommen und sich als dessen "würdige politische Tochter" erwiesen. Auch die CDU-Chefin sei "offenbar Gefangene jenes deutschen Nachkriegs-Denkstils, wonach nur ein letztendliches Aufgehen Deutschlands in Europa Deutschland vor sich selbst und die Welt vor Deutschland retten könnte".

Der „Welt“ sagte Sarrazin, gegenüber Griechenland solle sich die Bundesregierung unnachgiebig verhalten: "Wenn ich Bundeskanzler wäre, würde ich die Sache cool aussitzen; ich würde mich öffentlich mit Meinungsäußerungen zurückhalten und intern in der Sache knallhart bleiben."

"Zur nationalen Währung zurückkehren"

Der Euro sei von Anfang an ein politisches Projekt gewesen. Der Vertrag von Maastricht habe dann den Praxistest nicht bestanden, da die meisten EU-Staaten "nicht gewillt waren, sich daran zu halten". Belegbare ökonomische Vorteile - also mehr Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung, habe der Euro für Deutschland nicht gebracht, wohl aber Nachteile für die Südländer, deren Wettbewerbsfähigkeit "deutlich geschädigt" worden sei - mit der Folge wachsender antideutscher Ressentiments.

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Sarrazin vertritt schließlich die These, eine Rückabwicklung des Euro sei machbar: "Wenn ein Land unter der Disziplin der gemeinsamen Währung nicht leben kann oder will, so soll es jederzeit frei sein, zu seiner nationalen Währung zurückzukehren."

Mayer stützt Sarrazins Thesen teilweise

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, hat die Thesen Sarrazins teilweise gestützt. In den ARD-Tagesthemen sagte er, die feststellbaren Vorteile Deutschlands durch den Euro hätten nur 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen - alles andere sei zumindest nicht zu beweisen. Er plädierte auch dafür, die Zahlungen an Griechenland einzustellen, falls das Land die eigegangenen Verpflichtungen nicht erfülle. Die Eurobonds hält Mayer ebenfalls für eine schlechte Idee und befürwortet Sarrazins Schlussfolgerung, zu den Kriterien von Maastricht zurückzukehren - das alles sei aber nicht neu. Andere Teile des Buches hält der Bänker für reine Polemik, die den Verkauf ankurbeln sollen.

Bereits mit seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" hatte Sarrazin eine heftige Debatte ausgelöst. Seine provokanten Thesen zur Integration stießen bundesweit auf Empörung, brachten das Werk aber an die Spitze der Bestsellerlisten.

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