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"Hart aber fair"-Gäste haben Mitleid mit US-Präsident Donald Trump

"Hart aber fair" über den US-Präsidenten  

"Trump ist ein böser Mann. Und gemein..."

31.01.2017, 09:54 Uhr | Von David Heisig, t-online.de

"Hart aber fair"-Gäste haben Mitleid mit US-Präsident Donald Trump . Thema bei "hart aber fair": Trumps Wirtschaftspolitik. (Quelle: dpa)

Illustre Gästerunde "hart aber fair" zu Trumps Wirtschaftspolitik. Wer da alles sitzt, erfahren Sie, wenn Sie auf das Bild klicken. (Quelle: dpa)

Worüber muss man in einer deutschen Talk-Sendung derzeit diskutieren? Genau, Schulz oder Trump. Frank Plasberg entschied sich für den neuen US-Präsidenten. Seine "Hart-aber-fair"-Runde wurde eine Abrechnung mit der Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten.

Die Gäste

  • Ilse Aigner (CSU), Bayerische Wirtschaftsministerin
  • Melinda Crane, US-Journalistin
  • Carl Martin Welcker, Präsident Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau
  • Oskar Lafontaine, Die Linke
  • Wolfram Weimer, Publizist
  • Matthias Schranner, Verhandlungsexperte

Das Thema

Plasberg eröffnete den Reigen mit einem Zitat eines Sechsjährigen: "Trump ist ein böser Mann. Und gemein ist er auch." Die vehementen Proteste gegen den Einreisestopp für Muslime legen den Schluss nah, dass in den USA viele auch so denken.

So stehen lassen, konnte der Moderator das nicht. Ob es stimme, war seine Ausgangsfrage an die Runde. Nur sollte es in den folgenden 75 Minuten nicht um das "Zack, da waren die Grenzen dicht", wie Plasberg es formulierte, sondern um Trumps Wirtschaftspolitik gehen.

Die Fronten

An der ließ die Runde kaum ein gutes Haar. Man hatte gar Mitleid mit Trumps Schnellschüssen. Strafzölle für BMW? Da war Aigner natürlich Herrin im Haus. Die Bayern beschäftigten in den USA 70.000 Menschen, sagte sie. Das größte Werk des Autobauers stünde dort. BMW sei Vorreiter für den Automobilexport aus den USA. Mit den Zöllen schade von Donald Trump nur der eigenen Wirtschaft, da sie zu höheren Preisen führten.

Wie man Trump kontern könnte, fragte Plasberg. Welcker forderte die Besinnung auf deutscher Kernkompetenzen: sehr gute Produkte. Viele Waren, die seine Branche herstelle, könne in den USA mangels Know-How niemand mehr produzieren. Durch gute Ausbildung habe Deutschland einen Vorsprung, wie Aigner einwarf. Das verdanke man harter Arbeit, was nicht ungerecht sei.

Allerdings müsse man in einen "guten Dialog" mit der Trump-Administration treten. Weimer betonte, Trumps Vorgehen sei inkonsequent. Lacher erntete er, als er meinte, beim US-Präsidenten stünde "Rumpelstilzchen auf dem Programm. Also Trumpelstilzchen". 

Aufreger des Abends

In vielen Dingen war sich die Runde einig. Wer eine Konfrontation von links gegen konservativ, wie es die Gästeliste mit Aigner und Lafontaine eventuell hätte vermuten lassen können, erwartete, wurde enttäuscht. Der Linke sah, vielleicht altersmilde, über manche Spitze gegen seine sozialpolitische Sichtweise hinweg.

Sein Hauptanliegen indes war ein ernstes. Es ging ihm um Gleichgewicht in der Wirtschaft, um faire Handelsstrukturen. Es verwundere nicht, dass die USA über die Exportschieflage mit Deutschland unzufrieden sei. Das Schlagwort "fair" hört man auch von Trump. "Da wird einem ja Angst und Bange, wenn sie und Trump einer Meinung sind", unkte Weimer.

"Ich bin natürlich Populist", konterte Lafontaine. Deutschlands Wirtschaftsstärke sei auf Lohndumping gebaut. Welcker konnte da nur den Kopf schütteln. Der Freihandel, gegen den auch Trump wettere, gebe die Möglichkeit, Waren dort zu produzieren, wo das am günstigsten geht. Das helfe dem Wohlstand aller.

Da kam Lafontaine in Fahrt. Freihandel sei das "größte Lügenwort unserer Zeit". Als Beispiel nannte der die Landwirtschaft in Afrika. Die habe man zerstört, indem man die Staaten gezwungen habe, "unsere subventionierten Agrarprodukte zu kaufen".

Man müsse auch auf das Kapital schauen, lenkte Weimer vom Thema ab. Die investierten Ersparnisse der Deutschen in anderen Ländern, etwa in den USA, würden dort die Ausgabenpolitik finanzieren. "Das finden Sie gut?", fragte schimpfend Lafontaine. "Nein", so Weimer vehement. Wirtschaft sei aber ein Wechselspiel, was Trump nicht verstehe.

Plasberg-Momente

Plasberg blieb locker. Er musste keinem Trump-Befürworter Paroli bieten oder bei jemanden nachhaken, den er auf dem Kieker hatte. Es kribbelte höchstens ein wenig mit Aigner. Wie ein deutscher Wähler Trump böse sein könne, wenn der Dinge in einer Woche hinbekäme, bei denen deutsche Politiker jahrelang zögerten, fragte Plasberg.

Da entglitten Aigner leicht die Gesichtszüge. Das könnte schon sein. Aber man müsse in Deutschland eben Politik mit Bundestag und -rat machen, so Aigner. Ansonsten wurde viel gelacht: über Versprecher, lustige Tweets und Bonmots.

Als Weimer die SPD-Pressezentrale zitieren wollte, entfuhr es Plasberg verwundert, warum er sich direkt an seinen Sitznachbarn Lafontaine wende. Der habe "mit denen mal was zu tun gehabt", so der Publizist. Lafontaine konnte nur trocken retournieren, Weimer habe wohl noch nicht mitbekommen, dass er nicht mehr SPD-Vorsitzender sei.

Was vom Abend übrig bleibt

Es bleibt die Erkenntnis, dass auch diese Runde mit der Lösung des "Falls Trump" nicht weiterkam. Crane setzt alle Hoffnung in die "checks and balances", das Gleichgewicht, welches das amerikanische Politiksystem stabil halten soll. Leider seien nun "Amateure" an der Macht, denen Gerichte und Kongress auf die Finger schauen müssten.

An ein vermeintliches Gedankenspiel von einem erfolgreichen Trump, inklusiver zweiter Amtszeit, wollte sich Crane nicht gewönnen. Wenn Trump eine Weile Erfolg habe, dann nur, weil die Politik Obamas viele Wege geebnet habe.

Auf Plasbergs Abschlussfrage, was die Runde Trump bei einem Staatsbesuch von Deutschland zuerst zeigen würde, regte Weimer ein Wirtshaus am Tegernsee an. Dort würde er Trump so sinnlos betrunken machen, dass er ihm unterschreibe, es werde keine Strafzölle geben. Na, dann Prost.


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