Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Zehnmal Terroralarm im deutschen Luftraum seit 2001

Gefahr aus der Luft  

Zehnmal Terroralarm im deutschen Luftraum seit 2001

10.09.2018, 06:32 Uhr | dpa, rok

Zehnmal Terroralarm im deutschen Luftraum seit 2001. Eurofighter der Bundeswehr: Achtmal waren die Kampfjets seit 2001 im deutschen Luftraum bei Terrorverdachtsfällen im Einsatz. (Quelle: imago)

Eurofighter der Bundeswehr: Achtmal waren die Kampfjets seit 2001 im deutschen Luftraum bei Terrorverdachtsfällen im Einsatz. (Quelle: imago)

Ein Passagierflugzeug als Terrorwaffe – bis zum 11. September 2001 kaum vorstellbar. Verdachtsmomente für Terror aus der Luft gibt es auch in Deutschland – den letzten erst im Juli.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA ist zehnmal Terroralarm wegen verdächtiger Flugzeuge im deutschen Luftraum ausgelöst worden. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Alexander Neu ereigneten sich alle Fälle innerhalb der letzten sieben Jahre, der jüngste liegt nur knapp eineinhalb Monate zurück.

Am 23. Juli wurde Terroralarm ausgelöst, weil ein Flugzeug, zu dem kein Funkkontakt bestand, von seiner Flugroute abwich. In acht der zehn Fälle wurden "Eurofighter"-Kampfjets der Bundeswehr losgeschickt, um die Lage zu klären. Die Einsätze dauerten im Schnitt 45 bis 60 Minuten, dann war der Verdacht ausgeräumt.

Die Anschläge vom 11. September 2001 jähren sich an diesem Dienstag zum 17. Mal. Damals wurden vier Passagierflugzeuge von islamistischen Terroristen gekapert. Zwei wurden in das World Trade Center in New York gesteuert, bei einem war das Verteidigungsministerium in Washington das Ziel, ein weiteres wurde in Pennsylvania zum Absturz gebracht.


In Deutschland werden etwa 10- bis 20-mal im Jahr die aus zwei Bundeswehr-"Eurofightern" bestehenden Alarmrotten der Luftwaffe aus dem ostfriesischen Wittmundhafen oder dem bayerischen Neuburg an der Donau losgeschickt, um Unregelmäßigkeiten im deutschen Luftraum zu klären. Im Fachjargon wird das "Alpha Scramble" genannt. Besteht der Verdacht, dass ein Flugzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe missbraucht werden könnte, erfolgt die Einstufung als "Suspected Renegade" (mutmaßlicher Abtrünniger).

Die meisten Fälle bleiben von der Öffentlichkeit unbemerkt

Die meisten der zehn "Renegade"-Fälle im deutschen Luftraum blieben von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Ursache für den Terroralarm können Pilotenfehler, technische Probleme oder auch eine verdächtige Herkunft des Flugzeugs sein. So flog am 31. März 2012 ein in Nigeria gestohlen gemeldetes Flugzeug in den deutschen Luftraum.

Am 25. September 2013 verletzte eine Maschine über München den anlässlich des Oktoberfests gesperrten Luftraum. Am 11. Oktober 2014 leitete ein Pilot ohne Autorisierung den Sinkflug ein. Am 19. Februar 2017 sendete ein Pilot, der Funkprobleme hatte, versehentlich den Transpondercode für eine "Entführung".

In drei Fällen wurde der Alarm laut Antwort des Bundesinnenministeriums von Passagieren verursacht. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

  • Am 27. November 2015 versuchte ein aggressiver Passagier, in das Cockpit einer Maschine einzudringen.
  • Am 21. Mai 2016 gab es eine "unklare Sicherheitslage mit Entführungsverdacht".
  • Am 30. Dezember 2016 behauptete ein Passagier, eine Bombe zu besitzen, und wollte ein Flugzeug nach Prag umleiten.

Ein "Renegade"-Alarm kann bis zur Evakuierung oder Abschaltung von Atomkraftwerken führen, wenn der Verdacht nicht schnell genug ausgeräumt wird. So wurden erst im Februar AKWs in Niedersachsen und Schleswig-Holstein kurzzeitig geräumt.

Ausgelöst wird der Terroralarm im Gefechtsstand der Nato-Luftverteidigung im nordrhein-westfälischen Uedem. Sobald dort der diensthabende Offizier den "Renegade"-Fall erklärt, kümmert sich die Bundeswehr um das weitere Vorgehen. Die Alarmrotten können innerhalb von 15 Minuten aufsteigen.

Bei einer realen Terrorgefahr ist der Einsatz militärischer Mittel auch im Inland in "äußersten Ausnahmefällen" von "katastrophischen Dimensionen" erlaubt. So steht es in einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2012. Die Formulierung zielt vor allem auf die Abwehr terroristischer Anschläge aus der Luft oder von See, weil der Polizei dafür die Mittel fehlen – sie verfügt beispielsweise nicht über Kampfjets oder Kriegsschiffe.

Der Handlungsspielraum ist allerdings begrenzt. Die Jagdflugzeuge dürfen nach geltender Rechtslage eine Passagiermaschine im Ernstfall zwar abdrängen, aber nicht abschießen, wenn Unbeteiligte an Bord sind.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Kuschelweich und warm! Jetzt Strick-Trends shoppen!
bei MADELEINE
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018