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Ökonom: Deutschland sollte US-Kampfflugzeuge kaufen

Von dpa, pdi

Aktualisiert am 16.03.2019Lesedauer: 3 Min.
Eine F16-C der amerikanischen Luftwaffe: Ökonom Felbermayr schlägt vor, US-Kampfflugzeuge zu kaufen, damit die Handelsbilanz zwischen den USA un der EU ausgeglichener wird.
Eine F16-C der amerikanischen Luftwaffe: Ökonom Felbermayr schlägt vor, US-Kampfflugzeuge zu kaufen, damit die Handelsbilanz zwischen den USA un der EU ausgeglichener wird. (Quelle: imago-images-bilder)
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Mehr Kompromissbereitschaft und Ehrlichkeit fordert der Ökonom Gabriel Felbermayr im Handelsstreit mit den USA auf europäischer Seite. Für eine Lösung des Problems hat er einen Vorschlag.

Für eine Entschärfung des amerikanisch-europäischen Handelsstreits sieht der Ökonom Gabriel Felbermayr prinzipiell politisch umsetzbare Lösungen. "Der Handelskrieg lässt sich beispielsweise dadurch entschärfen, indem wir als Nachfolge-Generation für die Eurofighter US-Flugzeuge einkaufen", sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) der Deutschen Presse-Agentur. "Dadurch würden wir den Leistungsbilanzüberschuss mit den USA reduzieren und zudem die Verteidigungsausgaben erhöhen."

Das sei aber in der politischen Gemengelage in Deutschland nicht machbar, sagte Felbermayr. Es gebe keinen politischen Konsens für Investitionen entsprechender Größenordnung in Rüstungsprojekte, schon gar nicht, wenn dadurch amerikanische Konzerne profitieren. Mit dem absehbaren Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels (CDU) fehle derzeit zudem "ein bisschen Leadership".

Gabriel Felbermayr, neuer Chef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), sitzt in der Universität von Kiel. Er fordert im Handelsstreit mit den USA mehr Kompromissbereitschaft und Ehrlichkeit auf europäischer Seite.
Gabriel Felbermayr, neuer Chef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), sitzt in der Universität von Kiel. Er fordert im Handelsstreit mit den USA mehr Kompromissbereitschaft und Ehrlichkeit auf europäischer Seite. (Quelle: dpa-bilder)

Nötig seien mehr Kompromissbereitschaft, weniger Dogmatismus und auch mehr Ehrlichkeit, sagte der Ökonom. "Wir haben im Automobilbereich aktuell einfach vier Mal so hohe Zölle wie die Amerikaner. Und wir haben rechtliche Verpflichtungen für unsere Verteidigungsausgaben, die wir nicht einhalten."

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Trumps Drohungen

Im Februar hatte US-Präsident Donald Trump den EU-Ländern hohe Zölle auf den Import von Autos angedroht - das würde vor allem Deutschland hart treffen. "Langfristig droht dadurch ein Einbruch der Pkw-Exporte in die USA um die Hälfte", fürchtet Felbermayr. Er sieht dadurch Risiken für die deutschen Auto-Standorte. "Um die deutschen Autohersteller muss man sich aber keine übertriebenen Sorgen machen: Die fahren dann ihre Produktion in den US-Produktionsstätten in Chattanooga oder Spartanburg hoch." Genau das sei das Ziel der Politik der Trump-Administration.

Auch die Aktionäre müssten sich deshalb nicht so sehr fürchten, wohl aber deutsche Arbeitnehmer, sagte Felbermayr. Die Autoindustrie sei stark regional konzentriert. "Das könnte langfristig 50.000 Jobs kosten, ist aber davon abhängig, wie Konzerne und Gewerkschaft dem beispielsweise durch Arbeitszeitmodelle entgegenwirken." Allerdings sei nicht zu erwarten, dass Zölle permanent erhoben werden.

Vom Handelsstreit zwischen den USA und China werden europäische Unternehmen nach Einschätzung Felbermayrs aber profitieren. "Wenn beide Länder sich gegenseitig Marktzugänge verweigern, entstehen plötzlich Möglichkeiten für die europäische Wirtschaft." Europäische Konzerne hätten gute Chancen, bestehende Lücken zu füllen. "Wenn die Amerikaner Huawei rauswerfen, landen sie bei der Suche nach den besten Wettbewerbern für Mobilfunk-Infrastruktur bei europäischen Unternehmen wie Nokia oder Ericsson."

"China leidet unter dem Handelsstreit"

Denkbar sei auch die Umlenkung von Produktion. "Wenn China Zölle erhebt auf Autos "Made in USA", wird die Herstellung dieser Autos in Europa wieder attraktiver", sagte Felbermayr. Konzerne wie BMW würden den chinesischen Markt dann stärker von ihren Werken in Europa bedienen. "Das lässt sich quantifizieren: Die positiven Effekte auf die hiesige Wirtschaft sind zwar klein, in manchen Branchen beziehungsweise Regionen aber spürbar - beispielsweise durch eine zusätzliche Schicht in einem bisher nicht so gut ausgelasteten süddeutschen Autowerk."


"Klar ist aber auch: China leidet unter dem Handelsstreit deutlich mehr als die USA", sagte Felbermayr. Weil die Handelsbilanz nicht ausgeglichen sei, sitze Trump am längeren Hebel. Und wenn Chinas Wachstum leide, dann schmerze das auch die Exportnation Deutschland.

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