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Klimakrise: Hier starten Merkel und AKK in die USA – 23 Minuten nacheinander

Nach Verabschiedung des Klimapakets  

Hier starten Merkel und AKK in die USA – 23 Minuten nacheinander

23.09.2019, 11:47 Uhr | dpa

 (Quelle: Reuters)
Diskussion um Langstreckenflüge der Bundesregierung: Hier heben die Regierungsflieger ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer fliegen fast zeitgleich an die Ostküste der USA. Sie nutzen dabei jedoch zwei getrennte Flugzeuge.

Absurde Bilder: Hier heben Merkel und Kramp-Karrenbauer innerhalb von wenigen Minuten in zwei Flugzeugen ab. (Quelle: Reuters)


Fünf Kabinettsmitglieder haben diese Woche Termine in den USA, fast alle fliegen für sich allein, nur die Umweltministerin nimmt eine Linienmaschine. Das richtige Signal nach dem mühsam erreichten Klimapaket?

Wenige Tage nach der Verabschiedung des Klimapakets reisen vier Mitglieder der Bundesregierung in drei Flugzeugen der Luftwaffe an die US-Ostküste. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) reiste am Sonntag zusammen mit Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zum UN-Klimagipfel in New York, der am Montag beginnt. Sie nimmt anschließend an der UN-Generalversammlung teil.

Ebenfalls am Sonntagnachmittag hob eine kleinere Maschine mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihrer Delegation Richtung Washington ab. Die CDU-Chefin trifft erstmals ihren US-Ministerkollegen Mark Esper. Am Dienstag bringt die Flugbereitschaft dann auch noch Außenminister Heiko Maas (SPD) nach New York, was schon länger geplant ist. Er nimmt bis Freitag an der UN-Generalversammlung teil und löst dort sozusagen die Kanzlerin ab.

Kramp-Karrenbauer sollte erst bei Merkel mitfliegen

Dabei ist Fliegen das klimaschädlichste Verkehrsmittel. Wer in einem normalen Passagierflugzeug von Frankfurt am Main nach New York fliegt, verursacht nach Berechnungen des Umweltbundesamtes dabei den gleichen CO2-Ausstoß wie bei 21.900 Kilometer Fahrt mit dem Auto.

Ursprünglich hatte Kramp-Karrenbauer mit ihrer Delegation in der Kanzler-Maschine mitfliegen sollen. Der Airbus A340 sollte erst in New York zwischenlanden und dann weiter nach Washington fliegen. Da Kramp-Karrenbauer schon am Montagabend nach Deutschland zurückfliegt, wollte sie zurück eine normale Linienmaschine nehmen. Die Flugtickets waren bereits bestellt.

"Delegationsreisen werden unabhängig geplant"

Doch dann soll nach Informationen der "Bild am Sonntag" das Kanzleramt dem Verteidigungsministerium signalisiert haben, dass ein Mitflug von Kramp-Karrenbauers Delegation nicht gewünscht sei und die Anreise eigenständig erfolgen solle. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Zeitung: "Im Zuge der Planungen dieser Reise haben wir uns bemüht, den Einsatz der Flugzeuge zu optimieren."

Flugplanung und Flugzeugmuster richteten sich nach dem Zielflughafen, der Flugstrecke, der Delegationsgröße und den terminlichen Verpflichtungen der Regierungsmitglieder. Eine Regierungssprecherin erklärte am Sonntag auf Anfrage: "Unterschiedliche Delegationsreisen werden unabhängig geplant."

Schulze nimmt Linienmaschine

Nach dpa-Informationen hatte es aus dem Kanzleramt die Auflage gegeben, die ohnehin kleine Delegation Kramp-Karrenbauers für den Antrittsbesuch in den USA deutlich zusammenzustreichen. Deshalb wurde noch einmal neu geplant.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Tobias Lindner, sagte dem "Spiegel": "Der zusätzliche Flug ist nicht nur ökologisch unsinnig, sondern auch Steuergeldverschwendung." Als Teil ihres Klimaschutzpakets hatte die Bundesregierung vergangenen Freitag beschlossen, die Luftverkehrsteuer für Starts von deutschen Flughäfen zum 1. Januar 2020 anzuheben.
 


Zusätzlich flog auch Umweltministerin Svenja Schulze nach New York, nach Auskunft ihres Ministeriums aber wegen früherer Termine bereits vor ihren Kabinettskollegen – mit einer Linienmaschine. "Wir reisen hier alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten an, wir haben hier eine Menge Termine", sagte die SPD-Politikerin in New York. "Ich will mich nicht in Reiseplanungen einmischen."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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