Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Umfrage: Das halten die Deutschen von der Bonpflicht

Exklusive Umfrage  

Das halten die Deutschen von der Bonpflicht

Von David Ruch

19.12.2019, 12:31 Uhr
Angela Merkel verteidigt die Bonpflicht

Angela Merkel stellte sich den Abgeordneten im Bundestag. Die Bundeskanzlerin sprach über viele Themen. Unter anderem über die umstrittene Kassenzettel-Pflicht. (Quelle: Reuters)

Umstrittenes Gesetz: Das sagte Angela Merkel zuletzt über die Bonpflicht. (Quelle: Reuters)


Die Bonpflicht sorgt schon vor ihrer Einführung zum 1. Januar 2020 für hitzige Diskussionen. Einzelhändler verteufeln sie, die Regierung verteidigt sie. Die Bundesbürger haben in dieser Frage eine klare Meinung.

Ab dem 1. Januar 2020 müssen Einzelhändler bei jeder Transaktion einen Kassenbon ausstellen. Die Bundesregierung will damit Steuerbetrug eindämmen. Handelsverbände hingegen warnen vor einem Bürokratiemonster. Wie sie sieht auch eine große Mehrheit der Bundesbürger die Bonpflicht negativ.

Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de zufolge lehnen drei Viertel der Deutschen eine verpflichtende Ausstellung von Kassenbons ab. Lediglich 20 Prozent der Befragten befürworten die Neuregelung. Knapp 5 Prozent sind in der Frage unentschieden.

Am größten ist die Unterstützung für die Bonpflicht bei SPD-Anhängern. Etwa 37 Prozent von ihnen befürworten sie. Bei Anhängern von Grünen und Linken sind knapp 24 Prozent beziehungsweise rund 21 Prozent dafür, die Bonpflicht einzuführen. Die Ablehnung ist bei den letztgenannten Parteien mit über 70 Prozent jedoch sehr deutlich.

Noch klarer sprechen sich Wähler von Union und AfD gegen verpflichtende Kassenzettel aus. Von ihnen sind jeweils über 82 Prozent gegen die Neuregelung. Am größten ist die Ablehnung mit fast 85 Prozent bei Anhängern der FDP.

Verkaufte Waren sollen lückenlos erfasst werden

Im Kampf gegen den seit Jahren grassierenden Steuerbetrug am Ladentisch sollen ab dem Jahreswechsel Einzelhändler zur Ausstellung von Kassenzetteln verpflichtet werden. Hintergrund der Bonpflicht ist ein Gesetz von Ende 2016, das sicherstellen soll, dass alle verkauften Waren lückenlos erfasst werden, und das zugleich verhindern soll, dass digitale Daten nachträglich manipuliert werden.

Die bevorstehende Umsetzung des Gesetzes hatte zu Umweltbedenken wegen des oft an Kassen verwendeten speziellen Thermopapiers geführt sowie zu Warnungen vor einem massiven bürokratischen Aufwand für Betriebe. Auch in der Regierung war die Umsetzung zuletzt umstritten. Während Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf größere Spielräume für Ausnahmen von der Pflicht drang, betonte Finanzminister Olaf Scholz (SPD), dass der Handel drei Jahre Zeit gehabt habe, sich auf die Änderung vorzubereiten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte in der Regierungsfragestunde am Mittwoch die Einführung der Bonpflicht. "Wir können nicht sehenden Auges einfach akzeptieren, dass dem Staat Milliarden an Steuereinnahmen entgehen", sagte die Kanzlerin. Merkel zeigte sich zugleich offen für Ausnahmeregelungen, betonte aber, dass es das Ziel sein müsse, dem "Grundtatbestand der Mehrwertsteuerumgehung" vorzubeugen.

Zur Methodik:
In die Umfrage flossen die Antworten von 5.049 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 16. und dem 19. Dezember 2019 online gefragt wurden: "Halten Sie es für sinnvoll, dass ab Januar 2020 fast jeder Einzelhändler verpflichtet ist, für jeden Einkauf einen Bon auszudrucken?" Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent; für Teilgruppen kann er davon abweichen.

Verwendete Quellen:
  • Civey-Umfrage zur Bonpflicht
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal