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Leipzig-Connewitz: Attacke auf Polizisten – OB warnt vor Linksextremisten

Leipziger OB nach Attacke auf Polizisten  

"Ein hartes, kleines, kriminelles und gewaltbereites Netzwerk"

02.01.2020, 23:00 Uhr | dpa

Leipzig-Connewitz: Attacke auf Polizisten – OB warnt vor Linksextremisten. Silvester in Leipzig-Connewitz: Viele Feiernde, die Polizei und einige Gewalttäter. (Quelle: dpa/Sebastian Willnow)

Silvester in Leipzig-Connewitz: Viele Feiernde, die Polizei und einige Gewalttäter. (Quelle: Sebastian Willnow/dpa)

In der Silvesternacht wird im linksalternativen Stadtteil Connewitz ein Polizist attackiert und schwer verletzt. Der Oberbürgermeister warnt vor Linksextremisten. Die CDU will Konsequenzen.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat nach dem Angriff auf Polizisten in der Silvesternacht vor gewaltbereiten Linksextremisten in der Stadt gewarnt. "Es gibt Erkenntnisse des Verfassungsschutzes, dass es ein hartes, kleines, kriminelles und gewaltbereites Netzwerk gibt", sagte er.

Im Herbst hatte er einen Überfall auf eine Mitarbeiterin einer Immobilienfirma sowie einen Brandanschlag auf Kräne scharf verurteilt. Die Ermittler vermuten bei einer Reihe von Übergriffen in Leipzig in vergangener Zeit eine politisch linke Motivation. Zum Jahresende wiederholte Jung seine deutlichen Worte: "Da soll Angst verbreitet werden, das ist Terror." Er ergänzte: "Diese neue Dimension von Angriffen auf Eigentum bis hin zu dem Überfall auf die junge Frau war eine Dimension, die wir so in Leipzig noch nicht hatten." Bekennerbriefe hätten die Vermutung nahegelegt, dass die Täter aus der linken Szene kommen könnten.

CDU will Konsequenzen

Der CDU-Kreisverband hatte zuvor Konsequenzen von Jung gefordert. "Es gab in den vergangenen Wochen genug Gewalt. Lange genug haben OB Jung und seine Koalition der Verharmlosung nichts gegen diese demokratiefeindlichen Strukturen unternommen", heißt es in einer Mitteilung des Kreisvorsitzenden Thomas Feist. "Wir fordern Konsequenzen aus diesen Ereignissen." Jung habe zugelassen, dass Leipzig zu einem Hotspot der Linksextremen geworden sei.

Der 38 Jahre alte Polizist war nach Angaben der Polizei bei den Ausschreitungen in dem linksalternativ geprägten Stadtteil Connewitz schwer von Pyrotechnik verletzt worden. Mehrere Menschen hätten Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte geworfen. Dem Polizisten sei der Helm vom Kopf gerissen worden, bevor er attackiert worden sei, hieß es aus Polizeikreisen. Er verlor demnach das Bewusstsein und musste nach Angaben der Polizei im Krankenhaus notoperiert werden.

In Leipzig findet im Februar eine Oberbürgermeisterwahl statt. Jung tritt erneut an. Am Mittwoch hatte er die Attacke verurteilt. "Das neue Jahr hat am Connewitzer Kreuz leider überhaupt nicht friedlich begonnen, sondern ist mit einem heftigen kriminellen Gewaltausbruch gestartet", teilte er am Mittwoch mit. "Meine Gedanken sind bei dem verletzten Polizisten und seiner Familie und ich wünsche ihm schnelle Genesung."

Linke werfen Polizei Eskalation vor

Politiker von CDU, SPD und AfD hatten bereits am Mittwoch zum Teil heftige Kritik an Angehörigen der Partei Die Linke geübt. Diese hatten der Polizei vorgeworfen, sie habe die Feiernden provoziert.

Auch die Soziologin und politische Aktivistin Jutta Ditfurth sprach auf Twitter von einer "angekündigten Polizeieskalation" im Stadtteil Connewitz. "Die Vermutung, dass in Connewitz ein Exempel statuiert werden sollte und Polizeieinheiten mit hohem rechten Anteil ein antifaschistisches Stadtviertel niederwerfen wollten, scheint mir nicht unbegründet."

Die sächsische Linken-Landtagsabgeordnete Juliane Nagel schrieb auf Twitter: "Uff. Cops raus aus Connewitz gewinnt nach diesem Jahreswechsel ’ne neue Bedeutung. Ekelhafte Polizeigewalt, überrennen unbeteiligter, wirre Einsatzmanöver, kalkulierte Provokation."

Die Junge Union Sachsen teilte dazu am Mittwochabend mit: "Wenn die Linkspartei die gewaltverherrlichende Rhetorik ihrer Akteure toleriert oder sogar für gut heißt, ist sie ein Fall für den Verfassungsschutz und gehört verboten."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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