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Präsident Steinmeier setzt Zeichen bei Israel-Besuch: "Dankbarkeit und Demut"

"Mit Dankbarkeit und Demut"  

Steinmeier setzt Zeichen bei Israel-Besuch

22.01.2020, 16:14 Uhr | AFP, t-online.de, TiK

Präsident Steinmeier setzt Zeichen bei Israel-Besuch: "Dankbarkeit und Demut". Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau kommen auf dem Flughafen Ben Gurion an und werden dort von der deutschen Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainerund, und Israels Innenminister, Arie Deri, begrüßt. (Quelle: dpa/ Bernd von Jutrczenka)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau kommen auf dem Flughafen Ben Gurion an und werden dort von der deutschen Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainerund, und Israels Innenminister, Arie Deri, begrüßt. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist zu einem Besuch in Israel eingetroffen, der ganz im Zeichen des Gedenkens an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren steht. Steinmeiers erster Programmpunkt ist ein Treffen mit Israels Präsident Reuven Rivlin in Jerusalem. Anschließend ist ein Gespräch mit Holocaust-Überlebenden geplant. Am Donnerstag wird Steinmeier als erster Bundespräsident eine Ansprache in der nationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem halten. t-online.de ist vor Ort und berichtet über die Ereignisse.

Im Gästebuch des Präsidenten des Staates Israel hinterließ Steinmeier eine Botschaft: „Mit Dankbarkeit und Demut ergreife ich die Hand, die meinem Land und mir mit der Einladung zum World Holocaust Forum als Zeichen der Versöhnung gereicht wird.“

"Sorge vor dem weltweit erstarkenden Antisemitismus"

Mit seinem Besuch in Israel will Steinmeier ein klares Zeichen setzen und zugleich seine "Sorge vor dem weltweit erstarkenden Antisemitismus ausdrücken", hieß es im Bundespräsidialamt. Er wolle die bleibende Verantwortung Deutschlands für die Shoa bekräftigen und das Bekenntnis zur unverbrüchlichen Freundschaft mit Israel erneuern. Der Bundespräsident werde sich heute zudem gegen Antisemitismus, völkisches Denken und übersteigerten Nationalismus wenden.

Das "Welt-Holocaust-Forum" in Yad Vashem am Donnerstag bildet den Auftakt für eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die in den kommenden Tagen an die Befreiung von Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945 erinnern. Am Montag kommender Woche soll die zentrale Gedenkfeier in Auschwitz stattfinden, auch daran nimmt Steinmeier teil. Von Polen aus fliegt er dann gemeinsam mit Israels Präsident Rivlin nach Berlin, wo die beiden Präsidenten am Mittwoch bei der Gedenkfeier des Bundestags sprechen werden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender sprechen auf dem Flug von Berlin nach Tel Aviv mit mitreisenden Journalisten. (Quelle: dpa/ Bernd von Jutrczenka)Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender sprechen auf dem Flug von Berlin nach Tel Aviv mit mitreisenden Journalisten. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Gedenkveranstaltung ist historisches Großereignis

Für Israel ist die Gedenkveranstaltung am Donnerstag in Jerusalem ein historisches Großereignis. Mehr als 30 Staatsoberhäupter haben sich angekündigt, tausende Sicherheitskräfte sind zu ihrem Schutz im Einsatz. Nach Angaben des Präsidialamts ist es die größte internationale Zusammenkunft in der Geschichte des Landes.

Gäste sind unter anderem Russlands Präsident Wladimir Putin, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und US-Vizepräsident Mike Pence. Dass Steinmeier zu einer Rede eingeladen wurde, gilt als besondere Geste der Versöhnung.

Am Mittwochnachmittag will Steinmeier das Behandlungszentrum der Organisation AMCHA besuchen, die sich die psychosoziale Betreuung von Holocaust-Überlebenden und ihren Angehörigen zum Ziel gesetzt hat. Nach eigenen Angaben hilft sie in Israel jedes Jahr rund 18.000 Menschen, in vielen Fällen geht es um die Behandlung schwerer Traumata. Der Bundespräsident will dort mit Holocaust-Überlebenden und Therapeuten sprechen.

Die Gedenkfeierlichkeiten in Israel erfolgen vor dem Hintergrund außenpolitischer Spannungen. Die Krise um den Iran dürfte am Rande der Feierlichkeiten eine wichtige Rolle spielen, Israel fühlt sich durch Irans Rüstungsambitionen bedroht. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, er wolle mit den Staatsgästen auch "über den Iran und die Entwicklungen in der Region" sprechen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP
  • Eigene Recherchen

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