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Wiederbeginn der Bundesliga: "Ich liebe den Fußball, aber ich verachte das Geschäft"


Re-Start in der Bundesliga
"Der Re-Start der Bundesliga ist eine Schande"

  • Melanie Muschong
Pro & KontraVon Melanie Muschong und Patrick Diekmann

16.05.2020Lesedauer: 1 Min.
Interview
Was ist ein Pro & Kontra?

Die subjektive Sicht zweier Autoren auf ein Thema. Niemand muss diese Meinungen übernehmen, aber sie können zum Nachdenken anregen.

Treten am Samstag gegen den FC Schalke an: Der BVB mit Erling Haaland (l.) und Mats Hummels.Vergrößern des Bildes
Treten am Samstag gegen den FC Schalke an: Der BVB mit Erling Haaland (l.) und Mats Hummels. (Quelle: t-online.de/imago-images-bilder)

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga war höchst umstritten, findet aber statt. Heute ab 15.30 Uhr. Ein Grund zur Freude oder eine Schande?

Genau 65 Tage nach dem zwischenzeitlichen Abbruch nimmt die Bundesliga heute als erste große Fußballiga weltweit den Spielbetrieb wieder auf – unter anderem mit dem Revierderby Borussia Dortmund gegen den FC Schalke (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei t-online.de). Trainer Hansi Flick, der mit dem FC Bayern am Sonntag bei Union Berlin spielt, sagt: "Die ganze Welt schaut auf Deutschland, wie wir das machen. Mehr als 200 Länder schauen den Spielern zu. Das kann eine Signalwirkung auf alle Ligen haben." Alles gut also?

Nicht ganz. Der Re-Start der Bundesliga in der Pandemie – er war auch extrem umstritten. Die Spiele finden ohne Zuschauer statt und sind mit diversen Auflagen verbunden, die im Hygienekonzept der Deutschen Fußballiga (DFL) verankert sind. Umarmen und Abklatschen ist genauso wie Spucken verboten, Ellbogen- und Fußkontakt hingegen erlaubt. Kann das überhaupt Spaß machen?

Freuen Sie sich auf den heutigen Re-Start der Bundesliga?

Pro
Melanie MuschongMelanie MuschongSportredakteurin

Ja, genau das braucht die Bevölkerung

Die Bundesliga startet als erste internationale Profi-Liga. Ein Grund zur Freude! Endlich wieder Live-Sport, Emotionen und Gespräche, die sich nicht nur um das Coronavirus drehen.

Hitzige Diskussionen mit Freunden und der Familie über die schlimmsten Fouls, die kurioseste Auswechslung und das beste Tor. Schlechte Laune nach einem Gegentor und Nachbarn, die klingeln, weil man zu laut gejubelt hat. All das funktioniert auch ohne Stadionaufenthalt.

Und zudem kann Deutschland ein Vorbild für alle anderen Länder sein. Die Premier League hat noch nicht angefangen, auch in der Serie A oder Primera Division rollt noch kein Ball. Deshalb werden die Fußballfans in ganz Europa gebannt auf die Bundesliga schauen.

Und durch die Sondersituation haben wir eine ganz neue Spannung im Wettbewerb. Es wird sich zeigen, welche Mannschaft auch aus den Kleingruppen-Einheiten das Beste rausgeholt hat. Welche Profis sich am besten für den Wiederbeginn ohne Zuschauer motivieren können.

Und zudem können die Bundesliga-Fans ihre Mannschaft im Free-TV verfolgen. Sky zeigt die ersten beiden Spieltage kostenlos in der Konferenz. Endlich, endlich rollt in der Bundesliga wieder der Ball. Genau das braucht die deutsche Bevölkerung in dieser verrückten Zeit.

Kontra
Patrick DiekmannLeitender Redakteur Außenpolitik

Nein, denn es geht nur ums Geschäft

Ich liebe den Fußball, aber ich verachte das Geschäft. Es ist korrupt, behandelt Menschen als Wirtschaftsware und es hat nichts mit dem zu tun, was ich als Kind auf dem Rasen oder im Stadion erlebt habe. Der Re-Start der Bundesliga ist ein Armutszeugnis, denn er zeugt von fehlendem Respekt vor dem Sport und vor den Fans.

Ich freue mich nicht auf den Neustart, weil er nur das Geschäft retten soll. Es geht ums Geld, nicht um den Sport. Der Fußball hat in der Politik eine starke Lobby, auch deshalb bekommt die Bundesliga eine Extrawurst. Die Spiele spiegeln der Bevölkerung eine Normalität vor, die es in der Pandemie nicht gibt. Andere Branchen haben diese Lobby nicht, bekommen diese Rechte nicht. Das ist schlichtweg falsch.

Fußball ist ein Kontaktsport in einer Zeit, in der wir Kontakte minimieren müssen. Gesellschaftliche Vorbildfunktion? Fehlanzeige.

Außerdem ist die Saison sportlich nicht aussagekräftig. Wir saugen mit den Geisterspielen der Bundesliga die Emotionen aus. Alle Vereine müssen eine wichtige Position in ihren Aufstellungen weglassen: die der Fans. Doch sie gehören untrennbar zum Sport dazu, können Spiele entscheiden. Die Bundesliga ohne Emotionen ist für mich kein Fußball, ein Fußball ohne Emotionen ist für mich nicht sehenswert.

Wer hat recht?

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