Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Corona-Treffen: Diesen Themen stellen sich die Gesundheitsminister

Gesundheitsminister beraten  

Wie es mit den Impfzentren weitergehen könnte

16.06.2021, 09:39 Uhr | dpa, t-online

Corona-Treffen: Diesen Themen stellen sich die Gesundheitsminister. Impfzentrum auf der Neuen Messe Leipzig: Ob die Impfzentren noch benötigt werden, sollen die Gesundheitsminister der Länder entscheiden (Symbolbild). (Quelle: imago images/Christian Grube)

Impfzentrum auf der Neuen Messe Leipzig: Ob die Impfzentren noch benötigt werden, sollen die Gesundheitsminister der Länder entscheiden (Symbolbild). (Quelle: Christian Grube/imago images)

Ein großer Teil der Bevölkerung ist bereits gegen das Coronavirus geimpft. Sind Impfzentren da noch nötig? Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern stellen sich dieser Frage – und weiteren.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten heute über die Zukunft der regionalen Impfzentren und die Corona-Folgen bei Kindern und Jugendlichen. Die Zukunft der Impfzentren ist offen, mehrere Länder wollen die Einrichtungen länger als bisher geplant weiterführen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Geplant sind auch Schritte gegen Langzeitfolgen von Covid-Erkrankungen, wie der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz und bayerische Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) im Vorfeld in München sagte.

So will Niedersachsen die Impfzentren etwa über die bisher angepeilte Schließung Ende September hinaus betreiben, um schnellen Impffortschritt zu gewährleisten. Ähnlich sieht es in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern aus. Der Bund müsse die Finanzierung bis Ende des Jahres sicherstellen, forderte Bayerns Ressortchef Holetschek.

Eine Sprecherin des sachsen-anhaltischen Sozialministeriums sagte, die Finanzierung der Impfzentren stehe bis Ende September. "Wir gehen im Augenblick davon aus, dass sie über den Sommer weiterarbeiten werden." In Bremen hieß es bei der Gesundheitsverwaltung: "Wir planen aktuell noch, wie es mit den Impfzentren weitergehen wird." In Hamburg hängen die Planungen von der weiteren Impfkampagne ab. In Brandenburg sollen neun von elf Zentren erhalten bleiben.

Impfzentren sind eine Übergangslösung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach der Ministerpräsidentenkonferenz vergangene Woche gesagt, die Gesundheitsminister sollten darüber beraten, inwiefern die Impfzentren der Länder in gewissem Umfang erhalten bleiben sollen – auch mit Blick auf mögliche Auffrischungsimpfungen im Herbst.

Holetschek sagte: "Ich glaube, dass wir die Impfzentren bis Ende des Jahres weiter brauchen werden und dass der Bund da weiter finanzieren muss." Konzeptionelle Änderungen etwa hin zu mehr mobilen Teams seien denkbar. In den Ländern wurde auch betont, dass die Impfzentren eine Übergangslösung seien.

Die Kassenärzte wiesen darauf hin, dass ein Großteil der Impfungen bereits in den Praxen verabreicht wurde. So hätten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte seit Beginn der Impfkampagne in den Praxen Anfang April 2021 über 20,4 Millionen Impfdosen gespritzt, so das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Die Corona-Auffrischungsimpfungen könnten problemlos in den Arztpraxen gemacht werden.

Mehr Hilfe für Kinder und Jugendliche

Die Bundespsychotherapeutenkammer forderte mehr Behandlungsmöglichkeiten sowie mehr darüber hinausgehende Alltagsangebote für belastete Kinder und Jugendliche. Der Behandlungsbedarf infolge von Corona sei gestiegen. Nun müssten kurzfristig mehr befristete Praxissitze für psychotherapeutische Behandlung zugelassen werden.

Für belastete Jugendliche müsste es nun ferner um die Stärkung der psychischen Gesundheit gehen – etwa durch Sport-, Freizeit- und Kulturangebote. Erziehungs- und Familienberatungsstellen müssten gestärkt, Kooperationen zwischen Jugendhilfe und Therapeuten intensiviert werden.

Unzufriedenheit beim Pflegepersonal noch immer groß

Von der Gewerkschaft Verdi organisierte Proteste sollen am Mittag vor den Gesundheitsministerien der Landeshauptstädte stattfinden. Auf dem Max-Joseph-Platz in München werden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Holetschek erwartet. Die Proteste richten sich gegen die angespannte Arbeitssituation vieler Beschäftigter im Gesundheitssystem.

So gaben bei einer Umfrage von Verdi in Kliniken und Pflegeeinrichtungen 52 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihren Aufgaben innerhalb eines Arbeitstages nur eingeschränkt oder gar nicht fertig werden können. 78 Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, mit der derzeitigen Personalausstattung in ihrem Bereich bis zur Rente zu arbeiten. Im Krankenhausbereich sind es sogar 83 Prozent. Die Ergebnisse lagen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

Neue Mutation – neue Reisebeschränkung?

Über ein Jahr nach Pandemiebeginn sagen noch 18 Prozent der Beschäftigten, dass sie nur teilweise, eher nicht oder überhaupt nicht stets genügend Corona-Schutzausrüstung zur Verfügung haben. 73 Prozent der Befragten in der Altenpflege geben an, nicht genug Zeit für Gespräche mit den Pflegebedürftigen zu haben. 48 Prozent der Befragten im Service-Bereich – etwa Reinigung – geben an, mit ihrem Gehalt nicht gut auszukommen. Verdi befragte nach eigenen Angaben 12.000 Beschäftigte in Kliniken, Altenpflege und Service.

Auf Vorschlag von Niedersachsen und der Bundesregierung sollen sich die Minister auch mit der Frage beschäftigen, ob wegen der um sich greifenden, noch ansteckenderen und wohl auch gefährlicheren Delta-Variante neue Reisebeschränkungen im Sommer gelten sollen.

Die Pressekonferenz nach der Gesundheitsministerkonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bayerns Minister Klaus Holetschek und Sachsen-Anhalts Ministerin Petra Grimm-Benne können sie heute ab 15.30 Uhr im t-online-Liveticker und Stream verfolgen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: