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Zwei Babys unter den Corona-Toten im August

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 08.09.2021Lesedauer: 4 Min.
Kindergräber: In Baden-Württemberg sind Ende August zwei Kinder von an Corona erkrankten Frauen tot zu Welt gekommen.
Kindergräber: In Baden-Württemberg sind Ende August zwei Kinder von an Corona erkrankten Frauen tot zu Welt gekommen. (Quelle: Hardt/Future Image/imago-images-bilder)
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Innerhalb einer Woche meldet Baden-Württemberg unter den Kleinsten zwei Corona-Tote. Ein Junge und ein Mädchen kamen als Kinder von an Covid erkrankten Schwangeren tot zur Welt.

Sie werden für die Eltern tröstend "Sternenkinder" genannt, weil sie den Himmel erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften: Babys, die vor oder während der Geburt sterben. Zwei Sternenkinder sind nun die jüngsten Corona-Toten in der Statistik. Der Junge und das Mädchen kamen tot zur Welt, die Mütter waren an Covid-19 erkrankt und die Babys wurden ebenfalls positiv getestet.

Die Nachricht könnte ein weiteres Argument sein, Schwangeren generell die Impfung zu empfehlen. Dazu steht in Deutschland eine Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko) bevor, nachdem die US-Gesundheitsbehörde CDC ihre Empfehlung bereits entsprechend erweitert hat. Das erhoffen sich auch die deutschen gynäkologischen Fachverbände. Sachsens Impfkommission hat diese Empfehlung bereits gegeben. Schwangere sind einem größeren Risiko durch das Virus ausgesetzt – und ihre Kinder auch.

Tote Babys nur in Tabelle zu finden

Die Nachricht von den beiden toten Babys findet sich allerdings nur versteckt in einer Tabelle in den täglichen Corona-Lageberichten des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg. Am 24. August und am 30. August stand in der tagesaktuellen Übersicht der Corona-Toten in der Spalte 0 bis 9 Jahre eine blaue Zahl, zuletzt eine 6.

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Blau ist eine Zahl, wenn sie sich gegenüber dem Vortag verändert hat. Und das Regierungspräsidium Stuttgart erklärt auf Nachfragen, dass es sich um zwei Totgeburten handelt: "Sie traten im Monat August 2021 auf und wurden den zuständigen Gesundheitsämtern direkt gemeldet."

Die beiden Kinder gehörten demnach zu Müttern, die an Corona erkrankt und nicht geimpft waren – bei Schwangeren gibt es in Deutschland bisher keine offizielle Empfehlung dafür. Genauere Angaben zu den Fällen macht die Behörde mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte nicht.

RKI hat keine Fallzahl

Wie viele Totgeburten bereits in die Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) eingegangen sind, ist unklar. Nur eine Zahl kann das RKI nennen: Deutschlandweit waren dort seit Beginn der Corona-Pandemie bis zum 30. August 15 Todesfälle bei Kindern unter 10 Jahren registriert. Bei Toten jünger als 20 Jahre prüft und validiert die Gesundheitsbehörde nach eigenen Angaben zwar jeden Fall. Das RKI kann aber nicht sagen, wie viele dieser Kinder schon bei der Geburt tot waren.

Und jetzt meldet Baden-Württemberg zwei solcher Fälle in einer Woche. Das führe zu Rücksprachen. In besonderen Fällen wie diesen erfolge vom Landesgesundheitsamt "grundsätzlich ein enger Austausch mit den zuständigen Behörden (Gesundheitsämtern und RKI)", berichtet das Regierungspräsidium dazu. Eine Erklärung gibt es aber nicht: "Aufgrund der geringen Fallzahl von zwei Fällen kann hierzu keine belastbare Aussage getroffen werden."

Änderungen bei der Erfassung der Fälle hat es einer RKI-Sprecherin zufolge nicht gegeben. Ein PCR-Nachweis ist auch hier erforderlich, "alles andere ist Sache des Arztes bzw. des Gesundheitsamtes". PCR-Nachweise bei tot zur Welt gekommenen Babys? Die gab es jeweils, erklärt das Regierungspräsidium.

Studie: Risiko für Totgeburt mehr als verdoppelt

Die beiden August-Babys aus Baden-Württemberg dürften aber nicht die einzigen Totgeburten in Deutschland sein, die dem Virus zuzuschreiben sind. Eine Studie aus England mit fast 340.000 ausgewerteten Geburten zeigt, wie Totgeburten durch das Virus häufiger werden. Bei 3.527 Müttern mit positivem Testergebnis kamen 30 Kinder tot zur Welt – eine Quote von 8,5 pro 1.000 Geburten. Unter den negativ getesteten Frauen lag sie bei 3,5 je 1.000 Geburten. In Deutschland lag der Anteil der Totgeburten in den vergangenen Jahren bei 4 je 1.000 oder leicht darunter.

Auch Frühgeburten sind bei Müttern, die positiv auf SARS-CoV2 getestet wurden, deutlich häufiger: Das CRONOS-Register, mit dem die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin seit April 2020 insgesamt 2.380 Entbindungen erfasst hat, weist 336 Geburten vor der 37. Schwangerschaftswoche aus. Das Risiko steigt um 80 Prozent.

Das Register zeigt an Zahlen auch, was bereits länger bekannt ist: In der Schwangerschaft stellt Corona für Frauen ein größeres Risiko dar. Von den positiv getesteten Frauen musste jede 25. auf die Intensivstation, jede 250. brauchte eine ECMO-Therapie. Diese Gefahr ist damit 23 Mal höher als bei nicht-schwangeren Frauen, rechnete ein Autorenteam von elf medizinischen Fachverbänden aus Deutschland schon im Mai vor.

Die Haltung der Verbände ist inzwischen eindeutig: Impfen. Ekkehard Schleußner, Direktor der Klinik für Geburtshilfe der Uni Jena und Leiter der Autorengruppe, sagt: "Gerade angesichts der besonders ansteckenden Delta-Variante von SARS-CoV-2 ist die Schutzimpfung für unsere vulnerable Patientengruppe zwingend notwendig, um schwere Krankheitsverläufe in der Schwangerschaft, unter der Geburt sowie in der Stillzeit zu verhindern."

Zunächst zu wenig Daten zu Impfrisiko

Die Risiken für schwangere und stillende Frauen waren zunächst weniger erforscht, da Daten fehlten. Das ist bei neuen Wirkstoffen häufig so, weil diese Gruppe in Erstzulassungsstudien ausgenommen wird. Inzwischen gibt es weitere Studien und viele Daten zu Impfungen mit mRNA-basierten Impfstoffen. Die CDC erklärte am 11. August, dass sie nach deren Auswertung keine Bedenken hat: "Vorteile einer COVID-19-Impfung für Schwangere überwiegen alle bekannten oder potenziellen Risiken."

Das erhöht den Druck in Deutschland. So erklärt Schleußner, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin, in einer Mitteilung: "Wir verbinden im Sinne unserer Patientinnen in Deutschland damit die Hoffnung, dass sich die Ständige Kommission dieser Meinung zeitnah anschließen wird."

Und auch aus Baden-Württemberg, wo die toten Kinder der coronakranken Mütter registriert wurden, meldet sich der Amtschef des Stuttgarter Sozialministeriums, Uwe Lahl. Er fordert in einem Brief an den Stiko-Vorsitzenden Thomas Mertens, bei Corona-Impfungen von Schwangeren und Stillenden eine klare Empfehlung abzugeben: "Wir sehen, (...) dass immer mehr junge Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden müssen, darunter auch zunehmend Schwangere."

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Von Lisa Becke
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