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Corona-Expertenrat kritisiert Bundesregierung

Von t-online, wan

Aktualisiert am 23.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten (Symbolbild): Der Expertenrat geht von steigenden Patientenzahlen in KrankenhĂ€usern aus.
Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten (Symbolbild): Der Expertenrat geht von steigenden Patientenzahlen in KrankenhĂ€usern aus. (Quelle: Bodo Schackow/dpa-bilder)
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Der Expertenrat der Bundesregierung hĂ€lt kurzfristig keine VerschĂ€rfungen der Corona-Regeln fĂŒr nötig. Sehr deutlich bemĂ€ngelt der Rat dagegen die schlechte Datenlage und das fehlende Tempo in der Digitalisierung.

Die Mitglieder des Expertenrats der Bundesregierung gehen von einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionen aus. Das geht aus einer Stellungnahme des Gremiums vor, die am vergangenen Samstag veröffentlicht wurde. FĂŒr die Belastung der KrankenhĂ€user entscheidend seien demnach ungeimpfte Erwachsene und ĂŒber 50-JĂ€hrige. Bei Letzteren ist die ImpflĂŒcke noch recht groß. Ein Problem: "Die genauen Hospitalisierungsraten oder die Intensivpflichtigkeit bei Infektionen mit der Omikron-Variante sind in diesen Gruppen noch nicht bekannt."


Diese bekannten Forscher sitzen im neuen Expertenrat

Prof. Dr. Christian Drosten: Der Chefvirologe der Berliner CharitĂ© zĂ€hlt zu den bekanntesten Gesichtern seit der Corona-Pandemie. Drostens Forschungsschwerpunkte sind neu auftretende Viren – insbesondere mit Coronaviren kennt sich der Virologe seit Jahren aus. Sein Wissen teilt er regelmĂ€ĂŸig im NDR-Podcast "Coronavirus-Update".
Prof. Dr. med. Christian Karagiannidis: Er ist GeschĂ€ftsfĂŒhrender Oberarzt der Lungenklinik Köln-Merheim und Leiter des dortigen Ecmo-Zentrums. Außerdem ist er wissenschaftlicher Leiter des Intensivregisters der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und PrĂ€sident der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN).
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Die Wissenschaftler prognostizieren zwar eine niedrigere Hospitalisierungsrate als bei der Delta-Variante. Weil aber die Fallzahlen so hoch sind, mĂŒsste sie um den Faktor 10 niedriger liegen als im vergangenen Winter, um die KrankenhĂ€user nicht zu ĂŒberlasten. "Von einer derart starken Reduktion der Hospitalisierungsrate ist auf der Basis der aktuell verfĂŒgbaren Daten trotz Impfungen nicht auszugehen."

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Bestehende Corona-Maßnahmen strikt umsetzen

"Unter den aktuell geltenden KontaktbeschrĂ€nkungen steigen die Inzidenzen weiter, und es ist anzunehmen, dass die medizinische Versorgung zumindest regional eingeschrĂ€nkt sein wird", heißt es in dem Bericht. Die Fachleute raten, die bisher geltenden Maßnahmen fortzufĂŒhren und konsequent umzusetzen. "Wenn infolge eines weiteren Anstiegs der Inzidenzen kritische Marken, wie z.B. eine zu hohe Hospitalisierungsrate, erreicht werden, können weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle zukĂŒnftig notwendig werden", heißt es in dem Papier, das von den 19 Mitgliedern einstimmig angenommen wurde.

Man solle sich jetzt bereits auf dieses Szenario vorbereiten. "Sowohl KontaktbeschrÀnkungen als auch Booster-Impfungen sind notwendig, um die Dynamik der aktuellen Omikron-Welle zu bremsen", raten die Mitglieder des Gremiums.

Digitalisierung dringend voranbringen

In einer zweiten Stellungnahme Ă€ußerte das Gremium deutliche Kritik an der mangelnden Digitalisierung im Gesundheitswesen. Deutschland benötigt nach Ansicht des Rats eine umfassende Reform des Gesundheitswesens mit "Ausleitung, Auswertung und Veröffentlichung von anonymisierten Gesundheitsdaten" in Echtzeit. Die EinfĂŒhrung der elektronischen Patientenakte sollte mit höchster PrioritĂ€t umgesetzt werden. Bereits 2021 ist ein Gutachten erstellt worden, in dem Empfehlungen fĂŒr eine Umsetzung ausgesprochen wurden.

"Eine weitere Verzögerung der 2003 beschlossenen und gesetzlich verankerten elektronischen Patientenakte ist nicht mehr mit einem modernen Gesundheitswesen und Pandemiemanagement vereinbar", sagen die Fachleute. "DarĂŒber hinaus stehen wichtige Versorgungsdaten aus dem deutschen Gesundheitswesen entweder gar nicht, unvollstĂ€ndig, oder nur mit erheblichem Zeitverzug fĂŒr wissenschaftliche Auswertungen maschinenlesbar zur VerfĂŒgung." Überdies soll die Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitsdienst vorangebracht werden.

Zu den sofort umzusetzenden Maßnahmen gehören:

  • Daten zu Krankenhausressourcen und -belegung sollten aus den KrankenhĂ€usern an eine bereits mit der routinemĂ€ĂŸigen Annahme von Krankenhausdaten betrauten Stelle ĂŒbermittelt werden.
  • Die KrankenhĂ€user mĂŒssen ĂŒber ihr Controlling verpflichtet werden, neben ihren freien und belegten Ressourcen alle Aufnahmen oder Infektionen mit SARS-CoV-2 innerhalb der letzten 24 Stunden unter Angabe der Alterskategorie zu melden.
  • Anonymisierte Daten der Krankenhausressourcen und -belegung insbesondere mit COVID-19 mĂŒssen tagesaktuell, maschinenlesbar und transparent zur VerfĂŒgung gestellt werden.
  • Eine EchtzeitĂŒbersicht ĂŒber alle verfĂŒgbaren Krankenhausbetten mit aktueller Belegung auch außerhalb der Intensivmedizin wird dringend benötigt.
  • Die Pflegebesetzung in den Kliniken, die bereits routinemĂ€ĂŸig ĂŒbermittelt wird, sollte auch fĂŒr wissenschaftliche Auswertungen zur VerfĂŒgung stehen.

MinisterprÀsidenten wollen Regeln nicht verschÀrfen

Die MinisterprĂ€sidentenkonferenz an diesem Montag will nach Angaben von Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) die bestehenden Corona-Maßnahmen trotz der hohen Infektionszahlen nicht verschĂ€rfen. "Wir haben bisher eine Omikron-Wand, wie wir sie in vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern gesehen haben, vermeiden können. Das ist ein echter Erfolg", sagte Weil dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

"VerschĂ€rfungen der Corona-Maßnahmen sind nicht in Sicht und das ist fĂŒr den gegenwĂ€rtigen Stand eine gute Nachricht", sagte Weil auf die Frage nach seinen Erwartungen an die MPK. Der SPD-Politiker drĂ€ngte aber auf die schnelle EinfĂŒhrung einer Impfpflicht, auch wenn sie fĂŒr die BekĂ€mpfung der Omikron-Welle nicht rechtzeitig komme.

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Dem Expertenrat der Bundesregierung gehören Virologen, Behördenleiter und andere Fachleute an. Mitglieder sind unter anderem der Chefvirologe der Berliner CharitĂ©, Professor Dr. Christian Drosten, der Virologe Prof. Hendrik Streeck, Prof. Melanie Brinkmann und der Leiter des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler. Empfehlungen des Gremiums sind nicht verpflichtend fĂŒr die Bundesregierung.

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