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AfD-Parteitag: 26-jährige Kaiser will 21 Jahre Berufserfahrung haben


Erstaunen auf dem Parteitag
26-jährige AfD-Frau: Habe 21 Jahre Berufserfahrung

  • Annika Leister
Von Annika Leister

Aktualisiert am 05.08.2023Lesedauer: 2 Min.
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Marie-Thérèse Kaiser: Sie bewarb sich auf auf Platz 19 der AfD-Liste für die Europawahl.Vergrößern des Bildes
Marie-Thérèse Kaiser: Sie bewarb sich auf Platz 19 der AfD-Liste für die Europawahl. (Quelle: AfD TV)

Mit Daten zu ihrem Lebenslauf sorgt Marie-Thérèse Kaiser auf dem AfD-Parteitag für Stirnrunzeln und kritische Fragen. Um ein Versehen handelt es sich aber nicht.

Stirnrunzeln, Räuspern, Kichern: Eine Bewerberin für die Liste der AfD zur Europawahl hat die mehr als 500 Delegierten am Freitagabend mit den Angaben zu ihrer Berufstätigkeit verblüfft. Denn Marie-Thérèse Kaiser gab auf die Pflichtfrage zu den Jahren ihrer Berufstätigkeit außerhalb der Politik "21 Jahre" an – dabei ist Kaiser erst 26 Jahre alt.

Das Plenum reagierte verwundert, gleich zweimal fragten Delegierte am Mikrofon nach, ob diese Angabe korrekt sein könne – oder Kaiser das nicht lieber korrigieren wolle? Nein, antwortete Kaiser. "Das ist korrekt, ich habe mit vier Jahren das Modeln angefangen."

Haifischbecken Modebranche, Streichelzoo Politik?

Es gebe zwar keine Ausbildung für Models, sie habe also keine abgeschlossene Berufsausbildung, so Kaiser weiter. Aber: "Ich habe in diesem Haifischbecken mein ganzes Leben lang gearbeitet. Und wer in der Modeindustrie gearbeitet hat, der wird die Politik als Streichelzoo verstehen."

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Kaiser gibt auf ihrer Homepage an, dass sie in der Modebranche für "ganz unterschiedliche, renommierte Marken" gearbeitet hat. Namen nennt sie dabei nicht. Inzwischen könne sie den Job "aus politischen Gründen in Zeiten der sogenannten Cancel Culture" nur noch "gelegentlich" ausüben, heißt es dort weiter.

Statt auf Laufstegen ist Kaiser nun umso stärker in der AfD und im rechtsextremen Umfeld der Partei umtriebig. Sie arbeitet im Büro von Bernd Baumann, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD im Bundestag, und gibt auf ihrer Homepage an, "nebenberuflich" auch für den bildungspolitischen Sprecher der AfD-Fraktion im sächsischen Landtag, Rolf Weigand, tätig zu sein.

Wegen Volksverhetzung verurteilt

Und sie zählt zu den Hardlinern in der Partei: In ihrer siebenminütigen Bewerbungsrede in der Messehalle in Magdeburg verwendete sie Schlagworte, die nicht nur die AfD, sondern auch die rechtsextreme "Identitäre Bewegung" gerne verwendet: "Die vollständige Abschaffung von Nationalstaaten, das fanatische Verfolgen von utopischen Klimazielen, Genderideologie, Frühsexualisierung und natürlich der Bevölkerungsaustausch – das alles sind die Symptome eines bösartigen Tumors, der in dieser EU streut", sagte sie da.

In Posts in den sozialen Medien feiert Kaiser Björn Höcke, den thüringischen AfD-Landeschef, der laut Gerichten als "Faschist" bezeichnet werden darf. Mit einem ihrer Posts aber schoss sie weit über das Ziel hinaus: Im Bundestagswahlkampf 2021 bezeichnete sie Afghanen pauschal als "Gruppenvergewaltiger" – das Amtsgericht Rotenburg (Niedersachsen) verurteilte sie dafür im Juni wegen Volksverhetzung. Die Strafe: zehn Tagessätze à 60 Euro. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, wie die "Kreiszeitung" berichtet.

Auf die Liste der AfD für die Europawahl schaffte Kaiser es am Samstagabend trotz radikaler Töne nicht. In einem Wahlgang mit acht Konkurrenten erhielt sie 15,8 Prozent Zustimmung (80 Stimmen) – und verpasste so den Einzug in die nachfolgende Stichwahl.

Verwendete Quellen
  • Beobachtungen auf dem AfD-Parteitag
  • Homepage von Marie-Thérèse Kaiser
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