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Debatte um Grundeinkommen: Olaf Scholz hält an Hartz IV fest

Vizekanzler Olaf Scholz  

SPD steht weiter zu Hartz IV

29.03.2018, 13:37 Uhr | dpa-AFX

Hartz IV: Deutschlands größte Sozialreform (Screenshot:
Hartz IV: Deutschlands größte Sozialreform

Deutschlands größte Sozialreform: Hartz IV wird wohl auf absehbare Zeit als Grundsicherung bleiben. (Quelle: t-online.de)

Hartz IV: Das müssen Sie rund um die Grundsicherung in Deutschland wissen. (Quelle: t-online.de)


Auch bei den Sozialdemokraten wird über ein solidarisches Grundeinkommen debattiert. Bundesfinanzminister Olaf Scholz stellt nun klar, dass die SPD weiterhin am Grundprinzip von Hartz IV festhalten wird.

"Auch Herr Müller und Herr Stegner stellen das Prinzip des Förderns und Forderns nicht infrage", sagte Olaf Scholz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Damit bezog sich der kommissarische SPD-Chef auf Äußerungen seines Stellvertreters Ralf Stegner und des Berliner Regierungschefs Michael Müller, die sich für ein Ende von Hartz IV in der bisherigen Form stark gemacht hatten. "Es geht um die Ausgestaltung des sozialen Arbeitsmarkts", betonte Scholz.

Müller hatte ein "solidarisches Grundeinkommen" von 1.200 Euro im Monat für Menschen vorgeschlagen, die zu einer gemeinnützigen, sozialversicherungspflichtigen Arbeit bereit sind. Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hatte sich zuletzt offen für eine Abschaffung von Hartz IV gezeigt. Scholz sagte wiederum jetzt: "Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die über lange Zeit arbeitslos sind, muss sich deutlich verringern."

Olaf Scholz: Der Bundesfinanzminister will am Prinzip von Hartz IV festhalten. (Quelle: dpa/Soeren Stache)Olaf Scholz: Der Bundesfinanzminister will am Prinzip von Hartz IV festhalten. (Quelle: Soeren Stache/dpa)

"Menschen wollen keine Almosen"

Kritik kommt weiterhin von der Union. "Der reguläre Arbeitsmarkt ist derzeit aufnahmefähig wie ein Schwamm. Da finde ich es geradezu grotesk, einen staatlich organisierten "Nebenarbeitsmarkt" schaffen zu wollen", sagte der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann (CDU), der "Welt". "Ziel muss es gerade jetzt sein, dass der Sprung in den regulären Arbeitsmarkt geschafft wird."

Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Karl-Josef Laumann (CDU), sagte der "Welt": "Hartz IV muss nicht reformiert oder abgeschafft werden und es braucht auch keinen neuen Namen." Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Laumann, man müsse jetzt dafür sorgen, dass Menschen nicht über viele Jahre von der Arbeitswelt ausgeschlossen werden. "Die Menschen wollen keine Almosen, sondern für sich selbst sorgen."

Die Grünen-Abgeordnete Franziska Brantner sagte der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Donnerstag): "Wir sind für eine Existenz sichernde Grundsicherung."

Verwendete Quellen:
  • dpa-AFX

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