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Exklusive Umfragen: Unions-Anhänger lehnen Koalitionen mit der AfD strikt ab

Exklusive Umfragen  

So denken Unions-Anhänger über Koalitionen mit der AfD

Von Stefan Rook

24.06.2019, 17:24 Uhr
 (Quelle: imago images)
CDU: Kramp-Karrenbauer spricht sich gegen Koalition mit AfD aus

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hat sich gegen eine Zusammenarbeit ihrer Partei mit der AfD ausgesprochen. Die AfD schaffe zum Teil das geistige Klima, in dem der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ermordet wurde. (Quelle: dpa)

Annegret Kramp-Karrenbauer: Die CDU-Chefin spricht über eine mögliche Koalition mit der AfD. (Quelle: dpa)


CDU und CSU ringen um eine klare Position zur AfD. Die Mehrheit der Unions-Anhänger hat aber eine klare Haltung, wenn es um Koalitionen geht – wie zwei aktuelle Umfragen zeigen.

Eigentlich hat die CDU ihre Stellung zur AfD klar geregelt. Es gibt einen Parteitagsbeschluss, der einer Zusammenarbeit mit der AfD eine klare Absage erteilt. Dennoch gibt es immer wieder – wie zuletzt in Sachsen-Anhalt – Vorstöße, diese Position aufzuweichen. Die beiden stellvertretenden Fraktionschefs der CDU im Landtag in Sachsen-Anhalt, Ulrich Thomas und Lars-Jörn Zimmer, forderten ihre Partei in einer "Denkschrift" dazu auf, sich für Koalitionen mit der AfD zu öffnen.

Auf t-online.de kritisierte der sächsische CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Hartmann diesen Versuch scharf: Die "Denkschrift" seiner beiden Parteikollegen, die fordern, das "Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen", hält er für gefährlich. "Das ist die Sprache des Nationalsozialismus", sagte Hartmann t-online.de. 

Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will jede Annäherung an die AfD unterbinden. In der Anne-Will-Talkshow erklärte sie: "Ich werde den Bundesvorstand bitten, jedes Mittel durchzuprüfen, um eine Zusammenarbeit und eine Annäherung an die AfD wirklich auch zu verhindern."

Die Anhänger der Union lehnen Koalitionen mit der AfD strikt ab. In zwei Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de sprachen sie sich ganz klar gegen Kooperationen auf Bundes- oder Landesebene aus. Gefragt wurde: "Sollten sich CDU/CSU einer Koalition mit der AfD im Bund öffnen?" und " Sollte sich die CDU einer Koalition mit der AfD in den Landesparlamenten öffnen?"

Knapp 76 Prozent aller befragten Unions-Anhänger lehnen eine Zusammenarbeit der CDU und CSU mit der AfD auf Bundesebene ab – nur rund 18 Prozent befürworten sie.

Nahezu identisch ist das Meinungsbild auf Länderebene. Hier sprechen sich 75 Prozent der CDU/CSU-Anhänger gegen Koalitionen mit der AfD aus. Rund 18 Prozent können sich eine solche Zusammenarbeit vorstellen.

Deutliche Unterschiede ergeben sich in beiden Umfragen in der Ost-West-Verteilung. Mit 66 Prozent ist die Ablehnung einer Koalition auf Bundesebene im Osten Deutschlands deutlich geringer als im Westen mit 78 Prozent.

32 Prozent der Befragten im Osten können sich Koalitionen mit der AfD in den Landesparlamenten vorstellen. Im Westen sind es nur rund 18 Prozent.

Auf Bundesebene sprechen sich knapp 79 Prozent der befragten Frauen gegen eine Koalition mit der AfD aus. Bei den Männern liegt der Wert bei 73 Prozent. Deutlicher sind die Geschlechterunterschiede bei der Frage nach einer Kooperation in den Landesparlamenten. Knapp 80 Prozent der Frauen sind gegen Koalitionen mit der AfD, aber nur rund 70 Prozent der Männer.

An der Basis gibt es eine Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD inzwischen schon: In der rund 3.000 Einwohner zählenden mecklenburgischen Kleinstadt Penzlin hat die CDU in der Stadtvertretung eine Zählgemeinschaft mit dem einzigen gewählten AfD-Vertreter gebildet. Ein Experiment, das eindeutig dem Willen der überwältigenden Mehrheit der Unions-Wähler widerspricht.

Informationen zur Methodik:
Die genaue Fragestellung der Umfrage lautete: „Sollte sich die CDU einer Koalition mit der AfD in den Landesparlamenten öffnen?“ mit den Antwortmöglichkeiten „Ja, auf jeden Fall“, „Eher ja“, „Unentschieden“, „Eher nein“ und „Nein, auf keinen Fall“. Das Meinungsforschungsinstitut Civey berücksichtigte für das Gesamtergebnis die Antworten von 2.016 repräsentativ ausgewählten Befragten vom 20. bis 24. Juni 2019. Das Ergebnis ist repräsentativ für wahlberechtigte CDU/CSU-Anhänger. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse beträgt 3,3 Prozentpunkte.

Die genaue Fragestellung der Umfrage lautete: „Sollten sich CDU/CSU einer Koalition mit der AfD im Bund öffnen?“ mit den Antwortmöglichkeiten „Ja, auf jeden Fall“, „Eher ja“, „Unentschieden“, „Eher nein“ und „Nein, auf keinen Fall“. Das Meinungsforschungsinstitut Civey berücksichtigte für das Gesamtergebnis die Antworten von 2.032 repräsentativ ausgewählten Befragten vom 20. bis 24. Juni 2019. Das Ergebnis ist repräsentativ für
wahlberechtigte CDU/CSU-Anhänger. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse beträgt 3,3 Prozentpunkte.

Verwendete Quellen:
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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