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USA wollen sie in Deutschland stationieren: Das können Tomahawk-Raketen


USA wollen sie in Deutschland stationieren
Diese Waffen lauern stundenlang in der Luft

Von t-online, wan

Aktualisiert am 11.07.2024Lesedauer: 2 Min.
Tomahawk-Marschflugkörper (Archivbild): Sie sollen ab 2026 in Deutschland stationiert werden.Vergrößern des BildesTomahawk-Marschflugkörper (Archivbild): Sie sollen ab 2026 in Deutschland stationiert werden. (Quelle: LIFE Picture Collection/imago)
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Tomahawks gehören zum festen Waffenarsenal der US-Marine. Bald sollen die Marschflugkörper auch in Deutschland stationiert werden. Was kann diese Waffe?

Die USA haben angekündigt, ab 2026 zumindest zeitweise in Deutschland Marschflugkörper des Typs Tomahawk zu stationieren. Sie sollen Teil der Abschreckungsmaßnahmen sein, die gegen Russland gerichtet sind. Die Waffen werden vor allem von der US-Marine eingesetzt.

Der Tomahawk hat in der Variante AGM-109 eine Reichweite von 2.500 Kilometern. Damit wären Ziele innerhalb Russlands theoretisch erreichbar. Der Marschflugkörper (englisch: Cruise-Missiles) wird mit konventionellen Sprengköpfen bestückt, es gab aber auch eine Version, die nukleare Sprengköpfe mit sich führen konnte.

Die Marschflugkörper, benannt nach der Streitaxt indianischer Stämme, sind wie auch das deutsche Waffensystem Taurus in der Lage, im Tiefflug weit in gegnerisches Gebiet einzudringen und wichtige Ziele zu zerstören. Dazu können Kommandostellen, Bunker und Radaranlagen gehören. Dabei wird der Tomahawk von Schiffen oder U-Booten eingesetzt, während der Taurus von Flugzeugen aus gestartet wird. Unklar ist noch, wo genau die Waffen stationiert sein werden.

Erstmals im Gefecht eingesetzt wurde der Tomahawk von der US-Armee im Jahr 1991, im Zweiten Golfkrieg. Hergestellt werden sie von der Firma Raytheon.

Die aktuelle Version ist die Block IV Tactical Tomahawk, die per Datenaustausch noch während des Fluges auf ein neues Ziel programmiert werden kann. Die große Reichweite bedeutet, dass sie für Stunden in der Luft bleiben und immer wieder den Kurs ändern kann. Das ist ein großer Vorteil zu ballistischen Raketen, die sich nach dem Abbrennen des Treibstoffs dem Ziel auf einer festgelegten Flugbahn nähern. Außerdem können die Kameras der Rakete Bilder des aktuellen Geschehens aufnehmen und an die Kommandozentrale schicken.

Nach Angaben des Herstellers Raytheon haben die USA die mit GPS ausgestatteten Flugkörper 550 Mal getestet und bereits 2.300 Mal im Einsatz gehabt. Zuletzt wurden Tomahawk von Kriegsschiffen der US-Marine abgeschossen, um Stellungen der Huthi im Jemen anzugreifen. Tomahawks waren die ersten, niedrig fliegenden Marschflugkörper, die vom feindlichen Radar weitgehend unentdeckt blieben. Sie wurden erstmals erfolgreich im Irak eingesetzt. So wurden beispielsweise nach Angaben des Zentrums für internationale und strategische Studien bei der Irak-Invasion 2003 über 800 Tomahawks abgeschossen, und auch in Afghanistan, Somalia, Libyen und Syrien waren sie im Einsatz.

Entwickelt wurden die Marschflugkörper bereits in den 1980er-Jahren. Die Stationierung von ähnlichen Mittelstreckenraketen mit nuklearen Sprengköpfen dieses Typs in Europa war in den 1980-Jahren umstritten. Der Nato-Doppelbeschluss hatte vorgesehen, Pershing II und BGM-109 Gryphon-Raketen in Europa zu stationieren. Trotz großer Demonstrationen stimmte die Mehrheit des Bundestags im November 1983 zu.

Verwendete Quellen
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