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Bundeswehr: Ehepaar soll für iranischen Geheimdienst spioniert haben

Übersetzer bei der Bundeswehr  

Ehepaar soll für iranischen Geheimdienst spioniert haben

17.01.2020, 18:22 Uhr | dpa

Bundeswehr: Ehepaar soll für iranischen Geheimdienst spioniert haben. Ein Schild warnt vor dem Betreten eines Bundeswehrgeländes: Dem Angeklagten wird vorgeworfen sein verantwortliche Stellung missbraucht zu haben. (Quelle: imago images/Sascha Ditscher)

Ein Schild warnt vor dem Betreten eines Bundeswehrgeländes: Dem Angeklagten wird vorgeworfen sein verantwortliche Stellung missbraucht zu haben. (Quelle: Sascha Ditscher/imago images)

In Koblenz beginnt der Prozess gegen ein Ehepaar aus Afghanistan. Der Mann soll während seiner Tätigkeit als Übersetzer Geheimnisse der Bundeswehr an den Iran weitergegeben haben. 

Ein Ehepaar soll Geheimnisse der Bundeswehr in der Eifel an einen iranischen Nachrichtendienst weitergegeben haben. Wegen mutmaßlicher Spionage steht es vom kommenden Montag an vor dem Oberlandesgericht Koblenz. Die Verhandlung unterliegt der Geheimhaltung. In sämtlichen Prozessphasen mit inhaltlichen Vorwürfen könnte die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden.

Die Bundesanwaltschaft hat den 51-jährigen Ehemann wegen Landesverrats in einem besonders schweren Fall angeklagt. Der Deutsch-Afghane war Übersetzer und landeskundlicher Berater bei der Bundeswehr in der Heinrich-Hertz-Kaserne in Daun in der Vulkaneifel. Außerdem soll er in 18 Fällen Dienstgeheimnisse verletzt haben.

Angeklagter schweigt zu den Vorwürfen

Der frühere Zivilangestellte hat laut Anklage unter Missbrauch seiner verantwortlichen Stellung militärische Staatsgeheimnisse an einen iranischen Nachrichtendienst weitergegeben. Zu den Vorwürfen äußerte sich der Angeklagte nach Auskunft des Oberlandesgericht vorerst nicht. Er sitzt in Untersuchungshaft. Er war bereits am 15. Januar 2019 im Rheinland festgenommen worden.

Wegen mutmaßlicher Beihilfe hat die Bundesanwaltschaft auch seine deutsch-afghanische Frau angeklagt. Die 40-Jährige befindet sich auf freiem Fuß. Das Gericht hat zunächst 16 Verhandlungstage bis zum 31. März terminiert.

Verfassungsschützern gilt der Iran – wie Russland und China, teils auch die Türkei – als ein Hauptakteur von Spionageaktivitäten gegen Deutschland. Die iranischen Nachrichtendienste suchten auch im Bereich Militär "ständig nach geeigneten menschlichen Quellen, um den Informationsbedarf des iranischen Regimes abdecken zu können", heißt es in einer Information des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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