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Grünen-Chefin Ricarda Lang mit 82,3 Prozent wiedergewählt


Grünen-Spitze auf Parteitag bestätigt

Von dpa, rtr
Aktualisiert am 24.11.2023Lesedauer: 3 Min.
urn:newsml:dpa.com:20090101:231124-921-003848Vergrößern des BildesGlückwünsche von Co-Parteichef Omid Nouripour nach der Wiederwahl: Ricarda Lang bleibt Parteichefin. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)
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Die Grünen halten in Karlsruhe ihren Bundesparteitag ab. Dabei sind Ricarda Lang und Omid Nouripour wiedergewählt worden.

Die Co-Vorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, ist mit 82,3 Prozent wiedergewählt worden. Die Delegierten beim Parteitag in Karlsruhe ermöglichten der 29-Jährigen damit am Freitag eine weitere zweijährige Amtszeit. Sie trat auf dem für Frauen reservierten Platz ohne Gegenkandidatinnen an.

Omid Nouripour erhielt 79,1 Prozent der Stimmen. Als Gegenkandidat war Philipp Schmagold angetreten. "Es waren zwei aufreibende Jahre", sagte Nouripour zu seiner bisherigen Arbeit als Grünen-Vorsitzender. "Aber die zwei härteren kommen noch."

Lang holt besseres Ergebnis, Nouripour verschlechtert sich

Lang holte ein besseres Ergebnis als bei ihrer ersten Wahl. Sie hatte im Januar 2021 insgesamt 75,93 Prozent der Stimmen erhalten. Da sie damals bei einem digitalen Parteitag gewählt worden war, musste danach noch einmal per Brief abgestimmt werden – bei dieser Wahl erhielt Lang 78,73 Prozent der Stimmen.

Nouripours Ergebnis fiel etwas schlechter aus als bei seiner ersten Wahl Anfang 2022. Damals erreichte er gegen zwei Mitbewerber bei einem Online-Parteitag 82,6 Prozent. Das Ergebnis verbesserte sich bei der damals erforderlichen Bestätigung per Briefwahl später auf 91,65 Prozent.

Der 48-jährige Grünen-Politiker verbrachte seine Kindheit in Teheran und kam im Alter von 13 Jahren mit seiner Familie nach Hessen. Er ist ein scharfer Kritiker der iranischen Führung. Er berichtete beim Parteitag von dramatischen Konsequenzen seiner politischen Arbeit für Angehörige im Iran. Nachdem er sich im vergangenen Jahr deutlich zu den mutigen Frauen im Iran geäußert habe, habe er Anrufe von Verwandten erhalten, "die mich gefragt haben, ob ich es auch leiser machen kann, weil sie aufgrund meiner Arbeit hier bedroht worden sind". Er fügte hinzu: "Und nicht alle haben das überlebt."

Beide arbeiten geräuschlos

Lang kommt aus Baden-Württemberg und rechnet sich dem linken Parteiflügel zu. Sie ist seit 2012 bei den Grünen und war auch schon Chefin der Nachwuchsorganisation Grüne Jugend. Ihr Schwerpunkt ist die Sozialpolitik.

Mit ihrem Co-Vorsitzenden Omid Nouripour arbeitet Lang ohne ersichtliche Probleme zusammen. Beide treten weniger profiliert auf als ihre Vorgänger an der Parteispitze, Robert Habeck und Annalena Baerbock, die inzwischen als Minister deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie setzen den Kurs Habecks und Baerbocks fort und versuchen, die Grünen für mehr Menschen jenseits der Kernklientel wählbar zu machen – was laut Umfragen zuletzt aber weniger gelang.

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Bei ihrer Bewerbungsrede betonte Lang die Erfolge der Grünen als Teil der Ampel-Koalition mit SPD und FDP. "Ich bin so unfassbar stolz darauf, was wir in den letzten beiden Jahren geleistet haben", sagte Lang, die unter anderem die Sicherung der Gasversorgung im vergangenen Winter nannte, das 49-Euro-Ticket und die Abschaffung des Paragrafen 219a, des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche.

"Wir brauchen ein neues Gerechtigkeitsversprechen"

Lang zeigte sich aber auch selbstkritisch. So gelinge es den Grünen nicht immer, die Menschen zu erreichen. Sie selbst sei in Zeiten, wo ihre Partei in Bedrängnis gekommen sei, manchmal etwas "ins Technokratische" abgerutscht.

Co-Parteichef Nouripour ging auch auf die langjährige Forderung der Partei nach einem Tempolimit auf Autobahnen ein, für das es in der Ampel-Koalition mit der FDP keine Mehrheit gebe. In den USA sei das anders. In Texas etwa könne "man sich eine Knarre umschnallen, in eine Shopping-Mall gehen und einkaufen, das interessiert nicht", sagte Nouripour. "Aber wenn man fünf Meilen die Stunde zu schnell fährt, kommt sofort der Sheriff." Er wolle dranbleiben, die Mehrheiten dafür zu erreichen: "Das bleibt selbstverständlich in großen Buchstaben auf dem Zettel."

"Aus meiner Sicht braucht die Ampel und auch wir als Grüne einen noch stärkeren Fokus auf soziale Gerechtigkeit", schrieb Lang in ihrer Neu-Bewerbung für das Amt. "Wir brauchen ein neues Gerechtigkeitsversprechen für die Breite der Gesellschaft – von guten Tariflöhnen über Investitionen in die Infrastruktur bis zu einem verlässlichen Sozialstaat."

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
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