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Boris Palmer: Grüner Oberbürgermeister von Tübingen will sich mit Partei aussöhnen

Keine Statements mehr zu Migration  

Boris Palmer will sich mit den Grünen versöhnen

04.02.2019, 20:22 Uhr

Boris Palmer: Grüner Oberbürgermeister von Tübingen will sich mit Partei aussöhnen. Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen: Mit seinen Positionen zur Flüchtlingspolitik ist der Grünen-Politiker in seiner Partei sehr umstritten.  (Quelle: dpa/Reiner Zensen)

Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen: Mit seinen Positionen zur Flüchtlingspolitik ist der Grünen-Politiker in seiner Partei sehr umstritten. (Quelle: Reiner Zensen/dpa)

Boris Palmer ist einer der umstrittensten Politiker bei den Grünen. Nach vielen Kontroversen will er in diesem Jahr weniger bei seiner Partei anecken. Und verpasst sich selbst einen Maulkorb. 

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer will sich mit den Grünen aussöhnen und sich künftig seltener zu Flüchtlingsthemen äußern. "Ich will dazu beitragen, mit meiner Partei wieder ein besseres Verhältnis zu erreichen. Ich habe mir für 2019 wieder vorgenommen, das Thema Migration beiseite zu lassen", sagte der 46-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Palmer, der unter anderem ein Buch mit dem Titel "Wir können nicht allen helfen" veröffentlicht hatte, sorgt seit Langem mit seinen Positionen zur Flüchtlingspolitik für kontroverse Debatten auch innerhalb der eigenen Partei.

Zudem kündigte Palmer an, auf Facebook künftig mehr auf seine Kritiker einzugehen. "Man darf Menschen Fakten nicht einfach vor den Kopf knallen. Man muss einen Rahmen schaffen, in dem sie bereit sind, sich Fakten anzusehen", sagte er.

Palmer wagt Experiment mit Spiegel-Autor

Palmer und der "Spiegel"-Journalist Hasnain Kazim hatten eine Woche lang ihre Facebook-Profile getauscht und auf der Seite des jeweils anderen gepostet. Sie wollten herausfinden, wie eine vermeintlich ähnlich denkende Facebook-Anhängerschaft reagiert, wenn sie mit einer anderen Meinung konfrontiert wird. Palmerzufolge hat sich das Experiment "sehr gelohnt" und gezeigt, wie unterschiedlich Reaktionen im jeweiligen Umfeld ausfallen.


So hatte Palmer in einem Post eine Schlägerei von Asylbewerbern am Tübinger Bahnhof beschrieben – während das auf seiner eigenen Seite mehr als 10.000 Nutzer teilten, war das bei dem Tausch-Experiment auf Kazims Seite nur 23 Mal der Fall. "Die Leute auf Kazims Seite empfinden solche Informationen als unangenehm", sagte Palmer am Montag. Die Leute hätten sich oft ein Ende des Tauschs gewünscht. "Das zeigt, wie sehr Facebook das Gefühl befördert, sich nur noch mit der eigenen Meinung auseinanderzusetzen", sagte Palmer.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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