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Deutschland-Wetter: Nach dem Hitze-Chaos drohen heftige Unwetter

Deutschland-Wetter  

Nach dem Hitze-Chaos drohen heftige Unwetter

27.07.2018, 19:12 Uhr | dpa, pdi

Deutschland-Wetter: Nach dem Hitze-Chaos drohen heftige Unwetter. Eine Bildkombo aus sonnigem Wetter und Gewittern: Am Wochenende bringen Unwetter ein wenig Abkühlung nach Deutschland, aber schon in der nächsten Woche soll es erneut heißt und sommerlich trocken werden. (Quelle: dpa)

Eine Bildkombo aus sonnigem Wetter und Gewittern: Am Wochenende bringen Unwetter ein wenig Abkühlung nach Deutschland, aber schon in der nächsten Woche soll es erneut heißt und sommerlich trocken werden. (Quelle: dpa)

Deutschland ächzt unter der Hitzewelle. Die Temperaturen sorgen vielerorts für Probleme – bei Potsdam brennt ein Waldstück. Das Wochenende bringt Abkühlung, aber auch neue Gewitter.

Andauernde Hitze und Trockenheit haben die Lage vielerorts in Deutschland verschärft. Zwar brachte die Feuerwehr am Freitag mehrere größere Waldbrände unter ihre Kontrolle, einige Veranstaltungen mussten aber abgesagt werden. Am Freitagmittag (14 Uhr) maß der Deutsche Wetterdienst in Köln 34 Grad, auf dem Brocken war es mit 22 Grad wesentlich angenehmer. Am Samstag soll das Tief "Juli" in Deutschland vorübergehend für etwas Abkühlung sorgen. 

Von Westen zieht die Kaltfront mit Schauern und Gewittern übers Land. Schon am Sonntag allerdings ziehen die Gewitterwolken nach Osten ab, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD). Dann dominieren auch wieder Hochdruckeinflüsse mit Temperaturen zwischen 27 und 35 Grad.

Hochsommer ohne Ende

Ein Ende des Hochsommers ist jedenfalls nicht in Sicht. Zum Wochenbeginn sorgt ein Azorenhoch mit heißen Luftmassen aus Nordafrika erneut für einen Temperaturanstieg. Dass es dann noch einmal bis zu 38 Grad heiß wird, ist aber eher nicht wahrscheinlich, hieß es beim DWD. Am Alpenrand sowie in den südlichen Mittelgebirgen sind am Montag im Tagesverlauf einzelne Schauer und Gewitter möglich.

Zur Wochenmitte könnte es dann erneut leicht abkühlen. Der in vielen Regionen dringend benötigte Regen ist aber nicht abzusehen. Immerhin könnten die Nachttemperaturen gebietsweise wieder auf 13 bis 14 Grad sinken. Aber auch Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, sind mancherorts möglich.

Waldbrand bei Potsdam

Die Hammer-Hitze brachte das Land die letzten Tage ins Schwitzen. Bei Potsdam konnte ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr eine Feuersbrunst in einem Kiefernwald stoppen. Eine schon vorbereitete Evakuierung der Ortschaft Fichtenwalde wurde abgesagt, wie Polizei und Landkreis mitteilten. Die ganze Nacht über waren rund 250 Helfer im Einsatz. Gefahr drohte nicht nur von der Hitze des Brandes, der sich Schätzungen zufolge auf rund 50 Hektar erstreckte, sondern auch von vermuteter Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Deshalb wurde ein Löschpanzer eingesetzt. Zudem war ein Hubschrauber im Einsatz, der jeweils 5.000 Liter Wasser auf die Flammen werfen konnte.

Ein Waldbrand in dem Waldstück zwischen Dreieck Potsdam und Fichtenwalde: Das Feuer entstand direkt an der Autobahn A9 - und breitete sich rasend schnell aus. Wenig später stehen 90 Hektar Wald in Flammen. (Quelle: dpa)Ein Waldbrand in dem Waldstück zwischen Dreieck Potsdam und Fichtenwalde: Das Feuer entstand direkt an der Autobahn A9 - und breitete sich rasend schnell aus. Wenig später stehen 90 Hektar Wald in Flammen. (Quelle: dpa)

Auf einem Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Brandenburg kämpften Feuerwehrleute ebenfalls gegen einen Großbrand. Dort waren seit Donnerstag rund 160 Hektar Fläche verbrannt, allerdings war keine Ortschaft bedroht. In großen Teilen Brandenburgs, Niedersachsens, Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsen-Anhalts herrscht derzeit wegen der Trockenheit höchste Waldbrandgefahr.

In den Waldbrandgebieten nahe der griechischen Hauptstadt Athen hat sich die Lage entspannt. Feuerfronten, die bewohnte Gebiete bedrohen, gab es nicht mehr, teilte die Feuerwehr mit. Bislang wurden 87 Todesopfer gezählt. Mehrere Menschen werden noch vermisst.

280 Menschen ertrunken

Rund um den Brandherd am Autobahndreieck Potsdam gab es wegen Sperrungen am Freitag lange Staus, in denen Tausende Autofahrer standen. Das Technische Hilfswerk versorgte sie mit Getränken. Der ADAC erwartet am Samstag und Sonntag das verkehrsreichste Wochenende in diesem Jahr. Ganz Deutschland hat nun Sommerferien. Bayern ist am Freitag mit der Vergabe der Zeugnisse in die Sommerferien gestartet, traditionell als Schlusslicht unter den Bundesländern.

 Essen: Ein Team der DRLG fährt mit einem Rettungsboot auf dem Baldeneysee: In Deutschland sind in den ersten sieben Monaten diesen Jahres 280 Menschen ertrunken, 38 mehr als im Vorjahreszeitraum. (Quelle: dpa) Essen: Ein Team der DRLG fährt mit einem Rettungsboot auf dem Baldeneysee: In Deutschland sind in den ersten sieben Monaten diesen Jahres 280 Menschen ertrunken, 38 mehr als im Vorjahreszeitraum. (Quelle: dpa)

Der bislang recht heiße Sommer lockt mehr Menschen zum Baden an Seen, Flüsse und an die Küste. Als Folge sei die Zahl der Badetoten gestiegen, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit. In den ersten sieben Monaten diesen Jahres seien 280 Menschen ertrunken, 38 mehr als im Vorjahreszeitraum.

In Duisburg wurde ein für Freitagabend geplantes Feuerwerk zu einem Hafenfest abgesagt. In Mecklenburg-Vorpommern wurde wegen der hohen Brandgefahr die ersten Wälder für Besucher gesperrt. Ab Samstag dürfen in zwei Landkreisen Waldwege nicht mehr verlassen werden.

Sinkende Pegelstände

Zwei Tage vor dem Start zur zweiten Auflage des Ironman in Hamburg haben die Organisatoren das Schwimmen über 3,8 Kilometer in der Alster streichen müssen. Aufgrund der Hitze und der damit erhöhten Blaualgen-Konzentration in dem Binnengewässer hat die Umweltbehörde der Hansestadt am Freitagmorgen ein Badeverbot verhängt.

In Sachsen sinken mancherorts die Wasserstände in Fischteichen so stark, dass die Betreiber Verluste einkalkulieren müssen. Wie der Landesfischeiverband mitteilte, werden nach Hochrechnungen bis zu 60 Tonnen Fisch nicht mehr zu retten sein.


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Die sinkenden Pegelstände bereiten der Schifffahrt in Deutschland noch wenig Probleme. Zwar gibt es laut Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (WSV) Einschränkungen: Schiffe mit großen Tiefgängen könnten nicht mehr voll beladen werden und seien dadurch weniger wirtschaftlich. "Aber das ist in trockenen Sommermonaten nichts Ungewöhnliches", sagte Sprecherin Claudia Thoma.

Allerdings können auf der Elbe im Norden wegen Niedrigwassers so gut wie keine Schiffe fahren. Vor allem im Bereich der Mittelelbe zwischen Dömitz und Hitzacker lägen die Pegel derzeit niedrig, hieß es vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Lauenburg.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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