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Touristen und Dealer: Die Jagd nach der rettenden Impfung

Von dpa
Aktualisiert am 21.02.2021Lesedauer: 4 Min.
Vorbereitung einer Corona-Impfung in Beirut.
Vorbereitung einer Corona-Impfung in Beirut. (Quelle: Marwan Naamani/dpa./dpa)
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Dubai/Neu Delhi (dpa) - Hala Baidun wollte in Dubai eigentlich nur ihre Schwester besuchen. Aber als deren Firma in der Golf-Metropole im Januar zur Corona-Impfung lud, versuchte die Libanesin spontan auch ihr Gl├╝ck.

"Sie kopierten unsere P├Ąsse, nahmen unsere Daten auf, gaben sie in den Computer ein und impften uns." Einen Wohnsitz in Dubai hat die 50-J├Ąhrige nicht, einen Pass der Vereinigten Arabischen Emirate auch nicht. Offenbar durch einen gl├╝cklichen Zufall erhielt Baidun die Impfung, auf die dieser Tage weltweit Millionen hoffen.

In einigen L├Ąndern haben sich Schlupfl├Âcher aufgetan f├╝r diejenigen, die das seit ├╝ber einem Jahr w├╝tende Coronavirus mit der doppelten Spritze hinter sich lassen wollen - und die darauf in ihren Heimatl├Ąndern Wochen oder Monate warten m├╝ssten. Menschen wie Baidun, die durchs Raster rutschen und eine Impfung erhalten, die sonst nur an Landsleute und Anwohner vergeben wird. Einige elit├Ąre Zirkel und Reiseb├╝ros locken ebenfalls mit dem Impfstoff, fragw├╝rdige Anbieter auf dem Schwarzmarkt ziehen mit.

Ein regelrechter Impf-Tourismus setzte in Florida ein: In dem US-Bundesstaat konnten zeitweise auch Nicht-Anwohner das Vakzin bekommen, weshalb bald nicht nur wohlhabende Besucher aus New York und Kalifornien auftauchten, sondern etwa auch reiche Argentinier. Berichten zufolge zog es unter anderem auch Reisende aus Brasilien und Mexiko nach Florida. Unfair, klagten Anwohner ├╝ber die Vordr├Ąngler aus der Ferne.

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F├╝r Emp├Ârung sorgte auch das Million├Ąrs-Paar aus Kanada, das sich die Spritze in einer Ureinwohner-Siedlung erschlichen haben soll. Der fr├╝here Chef einer Casino-Firma und die Schauspielerin reisten mit einem kleinen Flugzeug ins abgelegene Yukon, wo die beiden laut Berichten erkl├Ąrten, bei einem Gasthof in der Gegend zu arbeiten, um sich dann impfen zu lassen. Aber der Plan flog auf.

Hala Baidun, die in Beirut eine B├Ąckerei betreibt, hat nach ihrer Impfung in Dubai keinen ├╝blen Nachgeschmack. "Ein Land wie die VAE wollen, dass alle gl├╝cklich sind und Geld ausgeben", sagt sie. Ein so reicher Staat sollte das Vakzin auch Touristen anbieten.

In Reichweite ger├╝ckt ist die Impfung vor allem f├╝r die besonders Wohlhabenden. Das "Wall Street Journal" zitierte ein Unternehmen in Kanada, dessen Kunden Tagesfl├╝ge nach Florida mit dem Privatjet anfragten. Kosten: Umgerechnet zwischen 20.000 und 65.000 Euro. In Gro├čbritannien machte der exklusive "Reise- und Lifestyle-Club" Knightsbridge Circle von sich reden, dessen Mitglieder umgerechnet rund 28 000 Euro pro Jahr bezahlen sollen. Im Angebot seien Impf-Reisen in die Emirate und Indien, berichtete der "Telegraph".

"Wir buchen (unseren Mitgliedern) eine sch├Âne Villa mit einem Schwimmbad, einem Koch und Hausangestellten", sagte Clubgr├╝nder Stuart McNeill demnach. "Sie landen, kriegen ihre erste Impfung und warten auf die zweite." Einige G├Ąste w├╝rden die gesamte Zeit etwa in Indien bleiben, andere w├╝rden zwischen den zwei Spritzen nach Madagaskar fliegen. Per E-Mail teilte der Club mit, dass wegen einer Flut von Anfragen derzeit keine neuen Mitglieder aufgenommen w├╝rden.

In Indien bieten Reiseb├╝ros wie Zenith Leisure Holidays Limited seit einigen Wochen Impf-Reisen ins Ausland an. Dessen Chef Manoj Mishra sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass er damit gleich zwei Kundenbed├╝rfnisse befriedige - Abenteuerlust und Gesundheit. Auf bunten Flyern verspricht seine Firma Angebote je nach Budget nach Gro├čbritannien, Russland und in die USA. F├╝r umgerechnet rund 2800 Euro geht es daf├╝r etwa zweimal nach London, Vier-Sterne-Hotel, Visum, Schutzanz├╝ge und Desinfektionsmittel inklusive.

Kuba hat sogar angek├╝ndigt, dass Touristen sich nach Zulassung des kubanischen Impfstoffs Soberana2 auf der Karibikinsel impfen lassen k├Ânnen. Ob Urlauber daf├╝r zur Kasse gebeten werden, ist bislang unklar. Der Direktor des Impfstoffentwicklers Finlay, Vicente V├ęrez, sagte allerdings bereits: "Wir sind kein multinationales Unternehmen, dem es vor allem um Gewinn geht. Unser Ziel ist es, f├╝r mehr Gesundheit zu sorgen." In den Staatsmedien hie├č es bereits, Ausl├Ąnder k├Ânnten Urlaub und Impfung verbinden.

In den meisten F├Ąllen gibt es bisher aber einen Haken: Die Emirate impfen keine Touristen mehr, wie das Gesundheitsministerium dort best├Ątigt. Das Reiseb├╝ro in Indien, das von 800 Vorab-Registrierungen im Internet und 1500 telefonischen Anfragen von Kunden berichtet, hat noch gar keine Erlaubnis der betroffenen L├Ąnder. Der Knightsbridge Circle in London musste auf Nachfrage des "Guardian" klarstellen, dass in den Emiraten nur Club-Mitglieder geimpft werden k├Ânnten, die dort eben auch Anwohner sind (derzeit insgesamt f├╝nf Personen).

Wer sich die Wartezeit mit anderen Mitteln verk├╝rzen will, sucht auf dem Schwarzmarkt. Beim Nachrichtendienst Telegram behaupten Nutzer, Astrazeneca-, Pfizer/BioNTech- sowie Moderna-Ampullen pro St├╝ck f├╝r umgerechnet 125 bis 183 Euro inklusive Versand zu verkaufen - "eisgek├╝hlt, doppelt vakuumversiegel, mit Tracking-Nummer", wie es dort hei├čt. In Deutschland steigt derweil auch die Zahl der Internet-Suchanfragen nach Begriffen wie "Corona-Impfstoff online kaufen".

Im Darknet verspricht ein User: "Das Vakzin ist innerhalb weniger Tage bereit und kann in alle L├Ąnder verschickt werden." Dort fand die Cybersicherheitsfirma Check Point im Januar 340 solcher Angebote, die Preise l├Ągen inzwischen bei umgerechnet bis zu 820 Euro. Aber: "Nach unserer Erfahrung beim versuchten Kauf einer einzigen Dosis ist es wahrscheinlich, dass ein K├Ąufer ├╝berhaupt nichts erh├Ąlt."

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