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Lauterbach: Müssen schnell und hart auf Affenpocken reagieren

Von dpa, rtr
Aktualisiert am 23.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach: Er hält den derzeitigen Affenpocken-Ausbruch für ungewöhnlich.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach: Er hält den derzeitigen Affenpocken-Ausbruch für ungewöhnlich. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa-bilder)
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In Europa häufen sich die Infektionen mit den Affenpocken. Der Bundesgesundheitsminister erwägt eine Impfempfehlung für gefährdete Gruppen. Großbritannien ist schon einen Schritt weiter.

Nach dem Auftreten erster Fälle von Affenpocken in Deutschland werden nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Eindämmungsmaßnahmen vorbereitet. Für Deutschland würden aktuell Empfehlungen zu Isolation und Quarantäne erarbeitet, sagte der Minister am Montag am Rande der Weltgesundheitsversammlung in Genf. Er gehe davon aus, dass sie bereits an diesem Dienstag vorgelegt werden könnten.

Der Bundesgesundheitsminister forderte ein entschlossenes Vorgehen gegen die Verbreitung von Affenpocken. "Der weltweite Ausbruch der Affenpocken-Infektionen ist so ungewöhnlich, dass wir uns Sorgen machen müssen, ob er so abläuft wie frühere Affenpocken-Ausbrüche", sagte Lauterbach. Man müsse jetzt schnell und hart reagieren, um einen globalen Ausbruch wieder einzudämmen.

Zudem werde über Impfempfehlungen für besonders gefährdete Personen nachgedacht. Er habe schon Kontakt mit einem Hersteller aufgenommen, der Impfstoffe spezifisch für Affenpocken herstellt, so Lauterbach. "Eine Impfung der allgemeinen Bevölkerung ist hier nicht im Gespräch", sagte der SPD-Politiker.

Lauterbach appelliert an Risikogruppen

Arbeiten im Bundeswehr-Labor in München: Hier wurde der erste Affenpocken-Fall in Deutschland nachgewiesen.
Arbeiten im Bundeswehr-Labor in München: Hier wurde der erste Affenpocken-Fall in Deutschland nachgewiesen. (Quelle: Christine Uyanik/Reuters-bilder)
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Lauterbach zufolge haben sich nach bisherigen Erkenntnissen in erster Linie Männer infizierten, die sexuelle Kontakte mit Männern gehabt hätten. "Aktuell scheinen die Risikoexpositionen vorwiegend sexuelle Kontakte unter Männern zu sein", hieß es auch vom BMG. "Expositionsorte der in Deutschland bislang bekanntgewordenen Fälle waren Party-Veranstaltungen, unter anderem auf Gran Canaria (Spanien) und in Berlin, bei denen es zu sexuellen Handlungen kam."

Laut dem Gesundheitsminister gelte es, die Risikogruppen nun ehrlich anzusprechen. "Das ist zum Schluss auch zum Schutze dieser Risikogruppen und darf nicht falsch verstanden werden als eine Stigmatisierung von Männern, die Sex mit Männern haben", sagte Lauterbach. Der Minister appellierte an alle diejenigen, die anonymen Sex mit Männern gehabt haben, auf Hautveränderungen und Fieber zu achten und sich im Falle eines Verdachtes sehr schnell in medizinische Behandlung zu begeben.

Für Kontaktpersonen von Affenpocken-Fällen gibt es in Deutschland derzeit keine Empfehlung zur Quarantäne. Gesundheitsämter könnten aber bereits jetzt jederzeit Isolierung und Quarantäne anordnen, so eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Ministerium erwartet mehr Fälle in Deutschland

Am Mittwochmittag wollen Lauterbach, RKI-Präsident Lothar Wieler und der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, bei einer Pressekonferenz am Rande des 126. Deutschen Ärztetages in Bremen über den Affenpocken-Ausbruch informieren. Unterdessen meldeten mit Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg zwei weitere Bundesländer Nachweise der Infektion. Zuvor waren bereits Fälle in Berlin und Bayern bekannt. Proben zahlreicher weiterer Menschen werden analysiert, zudem suchen Behörden nach Kontaktpersonen nachweislich Infizierter.

"Aufgrund der vielfältigen Kontakte der derzeit Infizierten ist in Europa und auch in Deutschland mit weiteren Erkrankungen zu rechnen", heißt es in einem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums für den Gesundheitsausschuss des Bundestages. Weltweit sind inzwischen weit über 100 Fälle nachgewiesen, wegen der langen Inkubationszeit von bis zu drei Wochen gehen Experten von einer Vielzahl weiterer Meldungen in nächster Zeit aus. Offen sei noch, ob sich das seit mehr als 40 Jahren bekannte Virus womöglich verändert habe, sagten Fachleute der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf.

"Es handelt sich inzwischen um ein Geschehen mit internationaler Verbreitung", heißt es in dem Ministeriumsbericht weiter, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In zahlreichen Ländern seien mehr als 130 bestätigte Fälle und Verdachtsfälle nachgewiesen, "Tendenz täglich steigend".

Großbritannien empfiehlt dreiwöchige Isolation

Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA empfiehlt für enge Kontaktpersonen von Affenpocken-Infizierten bereits eine dreiwöchige Quarantäne. Als mit hoher Wahrscheinlichkeit infiziert gelte, wer entweder im selben Haushalt mit einer erkrankten Person lebe, mit einer solchen Geschlechtsverkehr gehabt oder deren Bettwäsche ohne Schutzkleidung gewechselt habe, hieß es in einer Mitteilung.

Diese Gruppe soll demnach neben der Empfehlung zur Quarantäne auch eine schützende Pockenimpfung erhalten. Vermieden werden solle insbesondere der Kontakt mit Schwangeren, Kindern unter zwölf Jahren sowie Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, hieß es weiter.

In Großbritannien wurden bislang rund zwei Dutzend Fälle von Affenpocken festgestellt. Es sei wahrscheinlich, dass täglich neue hinzukämen, hatte UKHSA-Chefin Susan Hopkins am Wochenende gesagt.

Pockenimpfstoffe sollen auch gegen Affenpocken wirken

Eine großflächige Impfkampagne plant Großbritannien unterdessen nicht, sagte Behördenchefin Hopkins weiter. Für die laufenden Impfungen werde ein Vakzin der "dritten Generation" gegen die als ausgestorben geltende Pockenkrankheit beim Menschen verwendet.

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Experten gehen davon aus, dass Pockenimpfstoffe auch gegen die Affenpocken gut schützen. "Wir verwenden das bei Personen, die ein hohes Risiko habe, Symptome zu entwickeln und wir verwenden es früh, besonders innerhalb von vier oder fünf Tagen (...)", so die Behördenchefin. Das verringere das Risiko einer Erkrankung.

Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, ist wegen der höheren Risiken für Ungeimpfte für ein Impfangebot. "Es wäre deswegen sinnvoll, allen Jüngeren, die nicht mehr unter die Pockenimpflicht gefallen sind, jetzt ein Impfangebot zu machen", sagte er der Funke Mediengruppe. "Wir sollten dabei in erster Linie an die aktuell besonders gefährdeten Gruppen denken – also in der Regel jüngere Männer mit vielen wechselnden Sexualkontakten."

Experten: Isolation von Betroffenen entscheidend

Quarantäne finde er "in dieser Phase richtig und wichtig", schrieb der Charité-Infektiologe Leif Sander bei Twitter. Es handle sich um einen sehr dynamischen globalen Ausbruch und über sein Ausmaß und die Infektionskette sei momentan noch zu wenig bekannt. Alle engen Kontaktpersonen von Infizierten sollten isoliert werden, um weitere Übertragungen bestmöglich zu verhindern.

Auch die Virologin Isabella Eckerle von der Universität Genf hält die Isolierung Betroffener in Kliniken für extrem wichtig. Das reduziere die Ausbringung des stabilen Virus in die Umwelt, erklärte sie bei Twitter: "Man muss vermeiden, dass sich bei uns Tierreservoire ausbilden (Ratten im Abwasser/häusliche Abfälle, Haustiere, Nutztiere)". Affenpocken könnten verschiedene Spezies infizieren. Die Etablierung dauerhafter Tierreservoire außerhalb Afrikas wäre ein großes Problem – sowohl bei Wild- als auch bei Nutztieren, warnte sie.

Sollten sich die Affenpocken von Menschen auf Tiere übertragen und in einer Tierpopulation ausbreiten, könnte die Krankheit in Europa endemisch werden, warnte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC am Montag in Stockholm. Es gelte, Infektionen von Haus- und Wildtieren zu verhindern.

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