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Frankfurt: Mann stößt Mutter und Achtjährigen vor ICE – Zeugen stellen ihn

Hauptbahnhof in Frankfurt am Main  

Mann stößt Mutter und Kind vor ICE – Zeugen stellen ihn

29.07.2019, 21:48 Uhr | dpa, AFP, nhr, jmt

 (Quelle: Reuters)
Kind in Frankfurt vor ICE gestoßen – Junge stirbt

Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden und werde verhört. Der Bahnhof wurde teilweise gesperrt. (Quelle: Reuters)

Aufnahmen vom Tatort im Frankfurter Hauptbahnhof: Ein Mann hat ein Kind vor einen ICE gestoßen. (Quelle: Reuters)


Ein Achtjähriger und seine Mutter sind am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main auf die Gleise gestoßen worden – das Kind starb. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest.

Ein achtjähriger Junge und seine Mutter sind am Montag im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main vor einen einfahrenden ICE gestoßen worden. Das Kind wurde vom Zug erfasst und starb, die Mutter konnte sich laut Polizeiangaben noch aus dem Gleisbett retten und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Ein 40-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen. Er wird am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt. Gegen ihn wird wegen eines vollendeten und wegen zweier versuchter Tötungsdelikte ermittelt – er hatte auch versucht, eine dritte Person ins Gleisbett zu stoßen. Diese habe sich aber in Sicherheit bringen können. Ein Polizeisprecher sagte t-online.de, Zeugen hätten den Verdächtigen anschließend verfolgt und aufgehalten, als er den Bahnhof verließ. 

Motiv bislang unklar

Der Angriff ereignete sich auf Bahnsteig 7 des Hauptbahnhofs. Das Motiv des Tatverdächtigen sei bislang unklar, sagte eine Sprecherin. Es gebe laut derzeitigem Kenntnisstand keine Beziehung zwischen den Opfern und dem Verdächtigen. Er selbst hat sich noch nicht zu der Tat geäußert.

Aufgrund des Vorfalls kam es zu einem massiven Polizeieinsatz. Hubschrauber und mehrere Rettungswagen waren vor Ort. Die Polizei rief Zeugen auf, sich mit sachdienlichen Hinweisen zu melden. Dazu konnten auch Fotos und Videos über eine spezielle Internetseite hochgeladen werden.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) unterbrach nach dem Vorfall seinen Urlaub. "Angesichts mehrerer schwerwiegender Taten in jüngerer Zeit" wolle er die Chefs der Sicherheitsbehörden treffen. Nach dpa-Informationen soll es dabei auch um Angriffe und Drohungen gegen Vertreter der Linkspartei gehen, um Bombendrohungen gegen Moscheen sowie den rassistisch motivierten Angriff auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach. Seehofer will am Dienstag die Presse informieren.

Der Vorfall hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Die Gleise 4 bis 9 wurden für mehrere Stunden gesperrt. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen. Die Deutsche Bahn schaltete eine Sonder-Telefonnummer zur psychologischen Betreuung für Zeugen des Vorfalls freizuschalten. Der Frankfurter Hauptbahnhof gehört zu den größten Bahnhöfen in Deutschland und wird täglich von fast 500.000 Menschen besucht.

Bouffier: "Es macht fassungslos"

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, die Tat erschüttere ihn. "Es macht fassungslos, dass Mutter und Kind vor einen einfahrenden Zug gestoßen wurden. Die Aufklärung der abscheulichen Tat liegt jetzt in den Händen der zuständigen Behörden", sagte der Regierungschef.

"Was für eine heimtückische, entsetzliche Tat, ein unschuldiges Kind aus dem Leben zu reißen", schrieb die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, am Montag bei Twitter. "Meine Gedanken sind bei der Mutter und den Angehörigen des Jungens. Es ist einfach nur schrecklich."
 

 
Erst am Samstag voriger Woche war im Bahnhof der niederrheinischen Stadt Voerde eine 34 Jahre alte Mutter vor einen Regionalzug gestoßen worden und ums Leben gekommen. Der 28-jährige Tatverdächtige sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Täter und das Opfer kannten sich den Ermittlern zufolge ebenso wie im Frankfurter Fall nicht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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