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Junge Klimaaktivistin antwortet auf Hasskampagne

  • David Ruch
Von David Ruch

Aktualisiert am 03.02.2019Lesedauer: 4 Min.
Greta Thunberg: Die junge Aktivistin hat eine weltweite Klimabewegung in Gang gebracht.
Greta Thunberg: Die junge Aktivistin hat eine weltweite Klimabewegung in Gang gebracht. (Quelle: Zuma Press/imago-images-bilder)
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Hass und H├Ąme musste die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg einstecken. Nun hat sie einen langen Brief geschrieben, in dem sie mit den Unterstellungen aufr├Ąumt.

Die junge Umweltaktivistin Greta Thunberg wehrt sich gegen die Angriffe auf sie und ihren Klimaprotest. In einem langen Beitrag, den sie auf Facebook ver├Âffentlichte, widerspricht die 16-J├Ąhrige Behauptungen, sie w├╝rde von Menschen im Hintergrund gelenkt und bekomme Geld f├╝r ihr Engagement. Auch zu den Beleidigungen wegen ihres Asperger-Syndroms nahm sie Stellung.


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Thunberg schreibt, die Verd├Ąchtigungen und der Hass gegen ihre Person h├Ątten sie nicht ├╝berrascht. Mit einem Schulstreik auf etwas Komplexes wie den Klimawandel aufmerksam zu machen, m├Âge auf viele Menschen befremdlich wirken. Sie sei aber so frustriert dar├╝ber gewesen, dass nichts gegen die Klimakrise unternommen worden sei, dass sie einfach etwas habe tun m├╝ssen.

Bei ihrer Idee zum Schulstreik habe sie sich von den Sch├╝lern in der US-Stadt Parkland inspirieren lassen, die nach einem Amoklauf an ihrer Schule f├╝r sch├Ąrfere Waffengesetze in den Ausstand getreten waren. Sie habe mit anderen jungen Aktivisten in Schweden ├╝ber die Idee gesprochen, doch niemand habe mitmachen wollen. Also habe sie das Projekt alleine weiter verfolgt.

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Ihre Eltern seien davon nicht begeistert gewesen, schreibt sie. Sie h├Ątten ihr gesagt, sie k├Ânne nicht auf ihre Unterst├╝tzung z├Ąhlen und m├╝sse das allein durchziehen. Am 20. August habe sie sich dann zum ersten Mal vor das Parlament in Stockholm gesetzt und Flyer an Passanten verteilt. Als sie auf Twitter und Instagram davon berichtete, sei ihre Aktion schnell viral gegangen.

Thunberg protestiert mit ihrem "Schulstreik f├╝rs Klima" seit August jeden Freitag vor dem Reichstag in Stockholm. Die Aktion fand viele Nachahmer in aller Welt. Auch in Deutschland folgten Zehntausende Sch├╝ler Thunbergs beispiel und traten in mehreren Dutzend St├Ądten in den Streik. Die Aktivistin nahm im Januar am Weltwirtschaftsforum in Davos teil, wo sie Top-Manager und Spitzenpolitiker dazu aufrief, sofort etwas gegen den Klimawandel zu tun.

"Ich repr├Ąsentiere nur mich"

Es sei nicht wahr, erkl├Ąrt Thunberg jetzt, dass hinter ihr Personen stehen w├╝rden, dass sie bezahlt und benutzt werde. "Ich bin absolut unabh├Ąngig und repr├Ąsentiere nur mich. Und ich tue das was ich tue, ohne Geld daf├╝r zu erhalten." Die 16-J├Ąhrige stellt klar, sie habe zu keiner Zeit irgendwelche Zahlungen erhalten, noch seien ihr Zahlungen f├╝r die Zukunft versprochen worden.

F├╝r Reisen zu Kongressen habe sie eine Genehmigung der Schule. Alle Auslagen wie Zugtickets und ├ťbernachtungen zahlten ihre Eltern, die im ├ťbrigen alles, nur keine Klimaaktivisten gewesen seien, bevor sie sie auf das Problem aufmerksam gemacht habe.

Sie schreibe ihre Reden selbst, betont die 16-J├Ąhrige. Aber weil sie inzwischen sehr viele Menschen erreiche, frage sie auch um Rat. Sie bitte regelm├Ą├čig einige Wissenschaftler um Hilfe bei der Erkl├Ąrung komplexer Fragen. Sie tue das, um ihr Anliegen absolut korrekt darzulegen und um keine Missverst├Ąndnisse zu erzeugen.

Thunberg: Wenn ich "normal" w├Ąre, w├╝rde ich anders handeln

Es gebe Menschen, die ├╝ber sie herziehen w├╝rden, weil sie das Asperger-Syndrom habe, schreibt Thunberg. Sie sagten auch, mit so einer Krankheit w├╝rde man sich nicht in eine solch ├Âffentliche Rolle begeben. "Aber genau deshalb tue ich es ja. Denn wenn ich "normal" und sozial w├Ąre, h├Ątte ich mich einer Organisation angeschlossen, oder h├Ątte selbst eine gegr├╝ndet. Aber weil ich nun mal nicht so gut im sozialisieren bin, habe ich es so gemacht."

Die junge Klimaaktivistin sagt weiter, ihr sei vorgeworfen worden, sie schreibe und spreche wie eine Erwachsene. Ihre Antwort: Kann nicht auch eine 16-J├Ąhrige in der Lage sein, f├╝r sich selbst zu sprechen? Wenn sie sage, in der Frage der Klimakrise gebe es nur schwarz und wei├č, oder, sie wolle, dass die Menschen Panik bekommen, dann nur, weil es wahr ist.

"Entweder begrenzen wir die globale Erw├Ąrmung auf 1,5 Grad Celsius gegen├╝ber dem vorindustriellen Niveau oder eben nicht. Entweder erreichen wir den Kipppunkt, an dem eine Kettenreaktion von Klimaereignissen jenseits jeder menschlichen Kontrolle einsetzt, oder eben nicht. Entweder leben wir als Zivilisation fort oder eben nicht. Wenn es um das ├ťberleben geht, gibt es kein grau mehr."

Den Menschen, die meinten, man m├╝sse nicht auf sie h├Âren, weil sie nur ein Kind sei, wolle sie sagen: H├Ârt stattdessen auf die harten wissenschaftlichen Fakten. H├Ątte jeder die Wissenschaftler und ihre Forschungen ernst genommen, dann m├╝ssten sie und Hunderttausende Sch├╝ler rund um den Erdball heute nicht auf die Stra├če gehen. Dann k├Ânnten sie einfach alle zur├╝ck zur Schule gehen.


"Ich bin nur der ├ťberbringer", schreibt Thunberg, "dennoch bekomme ich so viel Hass. Ich sage ├╝berhaupt nichts Neues, ich sage nur das, was Wissenschaftler seit Jahrzehnten wiederholen. Ich stimme euch zu, ich bin zu jung, das zu tun. Wir Kinder sollten das nicht tun m├╝ssen. Aber weil fast niemand etwas tut, und weil unsere Zukunft auf dem Spiel steht, f├╝hlen wir, dass wir weiter machen m├╝ssen."

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Von Nilofar Eschborn
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