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Wie eine Schulschwänzerin eine Klimabewegung ins Rollen brachte

Von Helena Serbent

Aktualisiert am 17.01.2019Lesedauer: 3 Min.
Die Schwedin Greta Thunberg fordert in Katowice: "Ich will Gerechtigkeit in der Klimafrage und einen Planeten, auf dem wir leben können."
Die Schwedin Greta Thunberg fordert in Katowice: "Ich will Gerechtigkeit in der Klimafrage und einen Planeten, auf dem wir leben können." (Quelle: Archivbild/Beata Zawrzel/imago-images-bilder)
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Ein junges Mädchen schwänzt die Schule und hält den Mächtigen der Welt eine Standpauke. Im Namen des Klimawandels folgen ihr nun weltweit Schüler und gehen in den "Streik".

Bis zum letzten Sommer 2018 kannte kaum einer den Namen Greta Thunberg. Dann wurde das Mädchen aus Schweden in ihrem Heimatland berühmt. Nach dem heißesten Sommer, den weite Teile Schwedens je erlebt hatten, setzte sich das Mädchen mit einem Pappschild vor das schwedische Parlament in Stockholm. "Skolstrejk för klimatet", stand auf dem Schild, zu deutsch "Schulstreik für das Klima".


Tatsächlich schwänzte die damals 15-jährige, schulpflichtige Greta drei Wochen lang jeden Tag die Schule. Danach jeden Freitag. Bis heute. Sie will, dass die Politiker sie sehen und wissen, dass der Klimawandel junge Menschen betrifft. An diesem Freitag machen es ihr Zehntausende Kinder und Jugendliche in Deutschland nach. Sie streiken in 50 Städten für den Klimaschutz.

Greta "will nicht gemocht werden"

Greta war nach einiger Zeit bei ihrem Prostest nicht mehr allein: Lehrer und Mitschüler schlossen sich an. Auf der UN-Klimakonferenz in Katowice im Dezember 2018 lernte dann der Rest der Welt Greta kennen. Bei dem Treffen in Polen diskutierten Vertreter aus fast 200 Ländern darüber, was gegen den Klimawandel getan werden kann.

Greta, die Umweltaktivistin, durfte auf dieser Konferenz als Vertreterin der Initiative "Climate Justice Now!" eine Rede halten. Eine Rede, die Wellen schlug. "Ich will Gerechtigkeit in der Klimafrage und einen Planeten, auf dem wir leben können", prangerte sie die Politik der versammelten Delegierten an. "Ihr seid nicht einmal erwachsen genug, die Wahrheit zu sagen. Sogar diese Bürde überlasst ihr uns Kindern. Aber mir ist es egal, ob ich beliebt bin."

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Das Video von Gretas Rede ging viral. Gegner waren wütend, dass das Mädchen eine Schulschwänzerin ist und Politiker kritisiert. Klimaleugner und rechte Politikern nannten sie unter anderem "ideologisch verblendet".

Doch viele sind von dem jungen Mädchen begeistert:

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Zeitungen schrieben, dass Greta die ehrlichste Rede in Katowice gehalten habe.

Aktiver Streik statt Depression

Schon lange wollte Greta etwas ändern. Nach eigenen Angaben hatte sie bereits im Alter von neun Jahren damit begonnen, soviel Energie wie möglich einzusparen, um die Umwelt weniger zu belasten. Nicht mehr fliegen und so wenig Beleuchtung wie nötig zu nutzen, zum Beispiel. Im Alter von elf Jahren löste die Erkenntnis, dass der Klimawandel vom Menschen beeinflusst ist, eine Depression aus, schildert Greta.

Heute geht sie anders mit ihren Ängsten um. Ihre Devise lautet, sichtbaren Protest zu zeigen, anstatt in Depressionen zu versinken. Die Schülerin hat es geschafft, dass Schweden und die Weltöffentlichkeit ihren Protest wahrnehmen. Ihrem Vorbild folgten Schüler in ganz Europa. Mit dem Hashtag #FridaysForFuture rufen Gesinnungsgenossen dazu auf, an Freitagen zu "streiken" und für den Klimaschutz zu protestieren.


Ende November kam der Protest auch nach Deutschland. An diesem Freitag nun wollen in 50 deutschen Städten Kinder und Jugendliche auf die Straße gehen. um mit einem Schulstreik gegen den Klimawandel zu protestieren.

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Die Organisation BUND-Jugend schreibt dazu: "Von Schweden bis Australien streiken Schüler für Klimaschutz und ihre Zukunft. Begonnen hat die weltweite Bewegung des “Climate Strike" mit der 15-jährigen Greta Thunberg.“

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