Sie sind hier: Home > Politik > Specials > Krise in der Ukraine >

Ukraine-Krise und Russland: Berlin beteiligt sich möglicherweise an AWACS-Einsätzen

Ukraine-Krise und Russland  

Berlin beteiligt sich möglicherweise an AWACS-Einsätzen

30.03.2014, 20:39 Uhr | rtr , AFP

Ukraine-Krise und Russland: Berlin beteiligt sich möglicherweise an AWACS-Einsätzen. AWACS-Maschine der Bundeswehr (Quelle: dpa)

Fliegt sie bald ins Baltikum oder nach Polen oder Rumänien? Eine AWACS-Maschine der Bundeswehr (Quelle: dpa)

Deutschland prüft angesichts des russischen Vorgehens auf der Krim eine militärische Unterstützung osteuropäischer NATO-Mitgliedsländer. Das Bundesverteidigungsministerium in Berlin bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Spiegels" im Grundsatz.

Über einen Einsatz der Bundeswehr müsse zwar zunächst die Politik entscheiden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Dann aber "könnte die Bundeswehr sich an Flügen zur Luftraumüberwachung mit AWACS-Maschinen über Rumänien und Polen sowie an Trainingsflügen im Rahmen des Air Policing über den baltischen Staaten beteiligen".

Auch ein deutscher Beitrag zum NATO-Minenabwehrverband in der Ostsee werde derzeit geprüft. In Sicherheitskreisen geht man davon aus, dass die NATO-Außenminister bei ihrem Treffen ab Dienstag in Brüssel über dieses Thema entscheiden werden.

Sechs Maschinen genannt

Der "Spiegel" hatte zuvor ohne Nennung von Quellen berichtet, das Verteidigungsministerium sei bereit, bis zu sechs AWACS-Maschinen der Bundeswehr für eine verstärkte Luftraum-Überwachung im Baltikum zur Verfügung zu stellen. Die Zahl der dort verfügbaren NATO-Maschinen solle mindestens verdoppelt werden.

Aus dem Umfeld von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hieß es dazu lediglich, Deutschland werde sich an verstärkten Routineoperationen im Bündnisgebiet beteiligen, wo immer dies sinnvoll sei.

Um den Luftraum über den baltischen Staaten zu schützen, stellt die Bundeswehr schon seit 2004 immer wieder Kampfjets ab. Zuletzt war dies 2013 der Fall. Insgesamt beteiligen sich am sogenannten Air Policing im Baltikum mehr als ein Dutzend Länder im Rotationsverfahren. Grund: Die baltischen Staaten sind zu schlecht ausgerüstet, um ihren eigenen Luftraum verteidigen zu können. Ab 2018 sollen Estland, Lettland und Litauen ihn aber selbst sichern.

Litauen fühlt sich bedroht

Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite hatte kürzlich gesagt, sie sehe nicht nur die Ukraine, sondern auch die baltischen Staaten durch Russland bedroht. Daher müsse es eine stärker sichtbare Militärpräsenz der NATO nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Baltikum geben.

Russland hatte vor wenigen Tagen trotz internationaler Proteste die ukrainische Halbinsel Krim in sein Staatsgebiet aufgenommen, nachdem sich die dortige Bevölkerung in einem Referendum für die Abspaltung von der Ukraine ausgesprochen hatte. Die USA und die EU hatten Vertreter Moskaus daraufhin mit Sanktionen belegt. Die osteuropäischen Nachbarstaaten Russlands hatten sich besorgt über die Entwicklungen gezeigt.

Die drei baltischen Länder waren nach dem Ende der Sowjetunion unabhängige Staaten geworden. Im Jahr 2004 traten alle drei Länder der Europäischen Union und dem transatlantischen Militärbündnis NATO bei. Seitdem sind die politischen Beziehungen zwischen den Baltenstaaten und Russland chronisch gespannt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal