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Michael Roth (SPD) bei Lanz: "Das kann ein ziemlich heißer Herbst werden"


SPD-Politiker: "Das kann ein ziemlich heißer Herbst werden"

Von Christian Bartels

Aktualisiert am 24.08.2022Lesedauer: 3 Min.
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Michael Roth im Bundestag: Der SPD-Politiker setzt sich für weitere Waffenlieferungen an die Ukraine ein. (Quelle: IMAGO/Christian Spicker)
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Bei "Markus Lanz" lieferten sich die Gäste eine intensive Diskussion über die Lieferung von mehr modernen Waffen an die Ukraine – und über "Demut vor dem Krieg".

Vier eher wenig fernsehbekannte Gesichter versammelte Markus Lanz am Dienstagabend in seiner Talkshow. Zunächst versuchte der Moderator auf seine bewährte Art, den SPD-Parlamentarier Michael Roth mit Fragen zu Bundeskanzler Scholz zu "grillen". Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses hielt auf fast schon Scholz'sche Art stand: beim Thema Maskentragen im Regierungsflieger sowie bei Fragen zum Hamburger "Cum-Ex"-Ausschuss ("Von welchen Erinnerungslücken sprechen Sie jetzt?"). In die rhetorische Offensive wechselte Roth dann, als es um deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine ging.

Die Gäste:

  • Michael Roth, SPD-Politiker
  • Margarete Klein, Osteuropa-Expertin ("Stiftung Wissenschaft und Politik")
  • Gregor Peter Schmitz, "Stern"-Chefredakteur
  • Mariam Noori, Filmemacherin

Es liege im deutschen Interesse, dass die Ukraine gewinnt, argumentierte Roth. Das bedeute, dass sie russisch besetzte Gebiete zurückerobern kann. Denn: "Nur wenn Putin spürt, dass er den Krieg nicht gewinnen kann", würde seine Regierung zu ernsthaften Verhandlungen bereit sein. Insofern könne die Lieferung von mehr modernen Waffen den Krieg schneller beenden, argumentierte Roth.

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Ähnlich sieht das die Politologin Margarete Klein. Mit der derzeitigen Ausrüstung könne die Ukraine zwar einen Abnutzungskampf gegen die russischen Angreifer führen, aber noch keine erfolgreiche Gegenoffensive, sagte die Osteuropa-Expertin der vor allem aus Bundesmitteln finanzierten "Stiftung Wissenschaft und Politik".

Wichtig sei es, der Ukraine eine langfristige Perspektive zu geben – und "den zweiten, hybriden Krieg" der Desinformation zu bestehen, den die russische Propaganda gegen die westlichen Staaten schon lange führe und im Herbst noch ausweiten werde.

Rothe: "Es geht um den gesellschaftlichen Frieden"

Was wiederum Roth ähnlich sieht. "Das kann ein ziemlich heißer Herbst werden", sagte der SPD-Politiker voraus. Und zwar, "wenn die Bevölkerung im Winter friert", ergänzte Gregor Peter Schmitz, der Chefredakteur des "Stern". Roth sagte schon mal weitere Entlastungspakete zu: "Teuer wird es allemal, aber es geht um den gesellschaftlichen Frieden."

Moderator Lanz malte die Gefahr aus, dass die "hart arbeitende Mittelschicht", die zu viel verdient, um steuerlich unter Entlastungsmaßnahmen zu fallen, besonders leiden könnte. Das unterstrich Klein: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die russische Propaganda genau in die Mitte der Gesellschaft zielen wird." Den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern, werde im Herbst zur "Mammutaufgabe für die Politik".

Noori: "Wir wissen nicht, was am Ende mit unseren Waffen passiert"

Eine zusätzliche Facette gewann die Diskussion, als der vierte Gast zu Wort kam. Die junge Filmemacherin Mariam Noori ist als Tochter einer ukrainischen Mutter und eines afghanischen Vaters vor allem in Hamburg aufgewachsen und drehte kürzlich für das ARD-Online-Format "STRG_F" eine Reportage in Afghanistan ("Afghanistan – Besuch bei den Taliban").

Noori empfinde eine "gewisse Demut" vor dem Krieg, sagte sie und sprach sich gegen eine weitere Waffenlieferung aus, denn: "Wir wissen nicht, was am Ende mit unseren Waffen passiert." In Afghanistan seien einst von den Amerikanern gelieferte Waffen später gegen amerikanische Soldaten eingesetzt worden. Und nach rund 40 Jahren Krieg sei nun zu sehen, wie "der Krieg gegen den Terror nicht nur zu mehr Terror geführt", sondern sogar eine Terrororganisation, nämlich die Taliban, wieder an die Macht gebracht habe.

Gibt es eine konstruktive Kommunikationsebene mit den Taliban?

Was Noori aus dem gegenwärtig bitter verarmten Land berichtete, klang finster. Menschen würden auf der Straße ihre Kinder oder ihre Organe zum Kauf anbieten. Sie riet, trotz aller Gegensätze eine "konstruktive Kommunikationsebene" mit den Taliban zu finden. Es gebe bei diesen eine hohe Bereitschaft, für Geld Zugeständnisse zu machen. Kann das eine Lösung sein?

Fazit: Diese Talkshow war ein guter Beitrag zur schwierigen Meinungsbildung, weil es ihr nach eher zähem Beginn gelang, ganz unterschiedliche Themenkomplexe in größeren Bögen in Diskussions-Zusammenhänge zu stellen: den seit genau einem halben Jahr laufenden, "heißen" russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, seine für die nahe Zukunft befürchteten indirekten Auswirkungen auf Deutschland und die Folgen des vier Jahrzehnte lang mit viel Geld geführten, im Rückblick dennoch vergeblichen Kriegs in Afghanistan.

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Verwendete Quellen
  • "Markus Lanz" vom 23. August 2022
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  • Nicolas Lindken
Von Hannes Molnár, Nicolas Lindken
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