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100.000 getötete ukrainische Soldaten? EU-Kommission kürzt Video


100.000 getötete Soldaten? EU-Kommission löscht Aussage

Von t-online, dpa, mm

Aktualisiert am 30.11.2022Lesedauer: 2 Min.
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen: Ein Video ihrer Rede wurde am Mittwoch gekürzt.Vergrößern des BildesEU-Kommissionspräsidentin von der Leyen: Ein Video ihrer Rede wurde am Mittwoch gekürzt. (Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa)
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Der EU-Kommissionspräsidentin zufolge sollen bislang 100.000 ukrainische Soldaten im Krieg gestorben sein. Die Äußerung wird anschließend gelöscht. Die Ukraine ist irritiert.

Die EU-Kommission hat nachträglich eine Aussage von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aus dem Video einer Rede gelöscht. Zu Beginn einer Ansprache zu Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte von der Leyen: "Es wird geschätzt, dass bisher mehr als 20.000 Zivilisten und mehr als 100.000 ukrainische Militärangehörige getötet worden sind."

Eine Aufzeichnung der Rede wurde am Mittwoch anschließend vom offiziellen Twitter-Account der EU-Kommissionspräsidentin entfernt. Der Tweet war nicht mehr abrufbar. Stattdessen wurde ein neues, zwölf Sekunden kürzeres Video veröffentlicht, aus dem die Aussage zur Zahl getöteter ukrainischer Soldaten und Zivilisten herausgeschnitten ist.

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Auf t-online-Anfrage verwies die Kommission auf ein Statement, das Pressesprecherin Dana Spinant auf Twitter veröffentlicht hatte. "Die verwendete Schätzung aus externen Quellen sollte sich auf die Opferzahlen beziehen, das heißt sowohl auf Tote als auch auf Verletzte", schreibt Spinant. Damit sollte die Brutalität Russlands verdeutlicht werden.

Ukraine: Zahlen fallen unter Geheimhaltung

Die Ukraine reagierte irritiert auf die Nennung der unerwartet hohen ukrainischen Kriegsverluste seitens der EU. Gegenüber dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen hob Präsidentensprecher Serhij Nykyforow am Mittwoch hervor, dass nur der Oberkommandierende der Streitkräfte, der Verteidigungsminister oder der Präsident belastbare Zahlen über die Verluste veröffentlichen können.

Präsident Wolodymyr Selenskyj werde offizielle Daten publik machen, "wenn der richtige Moment" gekommen sei, da das eine sensible Information sei. Kiew habe bereits in Brüssel angefragt, woher EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Informationen habe, so Nykyforow.

Vor knapp drei Wochen hatte US-General Mark Milley die ukrainischen Verluste an Toten und Verwundeten auf rund 100.000 Soldaten geschätzt. Die Ukraine wehrt seit Ende Februar eine russische Invasion ab. Angaben zu eigenen Verlusten machen beide Seiten selten.

Auch ein Armeesprecher wollte am Mittwoch keine konkreten Angaben machen. "Wir können diese Ziffer nicht bestätigen und betonen, dass die Verluste der ukrainischen Armee dienstliche Informationen sind, die unter die Geheimhaltung fallen", sagte Bohdan Senyk dem Onlineportal Ukrajinska Prawda. Gleichzeitig sagte er, dass Kiew es begrüße, wenn die durch von der Leyen gemachten Angaben dabei helfen würden, die für den Krieg Verantwortlichen in Russland vor Gericht zu stellen.

Verwendete Quellen
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