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Fahrradschloss-Test: Die besten Schlösser fürs Fahrrad bei Stiftung Warentest

Stiftung Warentest  

Die sichersten Fahrradschlösser für Ihr Fahrrad im Test

01.06.2021, 09:53 Uhr | velo, AH, t-online, nk

Fahrradschloss-Test: Die besten Schlösser fürs Fahrrad bei Stiftung Warentest. Das Fahrrad sicher anschließen: Die Stiftung Warentest hat aktuelle Fahrradschlösser getestet. (Quelle: Getty Images/Westend61)

Das Fahrrad sicher anschließen: Die Stiftung Warentest hat aktuelle Fahrradschlösser getestet. (Quelle: Westend61/Getty Images)

Mit einem gutem Fahrradschloss kann ein Fahrraddiebstahl verhindert werden. Wir stellen Ihnen vier Fahrradschlösser vor, die im Test der Stiftung Warentest überzeugt haben.

Pro Jahr finden in Deutschland um die 300.000 Fahrraddiebstähle statt: Das sind ungefähr 800 Fälle am Tag. Natürlich spielen auch regionale Unterschiede eine Rolle, denn in Städten wird mehr gestohlen als auf dem Land. Bei der Wahl des richtigen Fahrradschlosses ist deshalb auch der Abstellort entscheidend: Wenn Ihr Rad über Nacht in der Großstadt steht, ist ein hochwertiges Schloss mit hohem Sicherheitsfaktor ratsam, damit es auch einem Bolzenschneider standhält. Schließen Sie Ihr Fahrrad im Keller an, kann auch ein günstigeres Schloss reichen.

Die Stiftung Warentest hat in ihrer "test"-Ausgabe 05/2021 Fahrradschlösser untersucht. Wir stellen Ihnen die Testergebnisse vor und zeigen, welches Schloss für Sie das richtige ist.

Stiftung Warentest: Wie wurde getestet?

Von den insgesamt 60 Fahrradschlössern, die in der Datenbank der Stiftung Warentest zu finden sind, wurden im April 2021 20 Schlösser getestet. Darunter befanden sich fünf Bügelschlösser, vier Faltschlösser, sechs Kettenschlösser, drei Rahmenschlösser sowie zwei Textilmantelschlösser. 

Es wurde der Frage nachgegangen, wie sicher die verschiedenen Fahrradschlösser sind. Im Vordergrund stand dabei die Aufbruchsicherheit der Schlösser in Bezug auf Schneid-, Schlag- und Zugfestigkeit. Geprüft wurden außerdem ihre Handhabung, die Haltbarkeit sowie der Schadstoffgehalt der Schlossummantelung.

Fahrradschlösser im Test – das Testergebnis

Die Stiftung Warentest findet keinen klaren Testsieger unter den Fahrradschlössern. Dafür teilen sich gleich vier Modelle den ersten Platz – drei in der Kategorie Kettenschlösser, darunter das Kettenschloss Newton Promoto+ 4 von Axa. Als einziges Faltschloss konnte das Kryptolok 685 von Kryptonite einen der Spitzenplätze belegen.

Wie bereits im letzten Test von 2019 konnte in der Kategorie der Bügelschlösser ein Modell von Abus überzeugen: Das Abus Granit Plus 640/135HB150 schnitt besonders gut ab. Unter den Rahmenschlössern erzielte das Trelock RS 453 Protect-O-Connect das beste Ergebnis. Wir stellen Ihnen im Folgenden das je nach Kategorie am besten bewertete Modell im Detail vor.

Obwohl viele der getesteten Modelle einen hohen Grad an Aufbruchsicherheit aufweisen konnten, schafften es einige gute und hochwertige Fahrradschlösser nicht unter die Testsieger. Der Grund: Ihr Gehalt an Schadstoffen, die möglicherweise Krebs erzeugen oder die Fruchtbarkeit beeinflussen können, war zu hoch.

Testsieger unter den Bügelschlössern: Abus Granit Plus 640/135HB150

Das Testergebnis: Das Granit Plus 640/135HB150 der Firma Abus ist mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,0)" das beste getestete Fahrradschloss unter den Bügelschlössern. Es punktet mit seiner Haltbarkeit und einem nicht auffallenden Schadstoffgehalt.

Produktdetails: Das Bügelschloss von Abus ist ungefähr 15 Zentimeter lang und wiegt 860 Gramm. Es hat einen gehärteten Zwölf-Millimeter-Rundbügel, der Ihrem Fahrrad beim Abus-Security-Level zwölf (von 15) guten Schutz bietet. Bügel, Gehäuse und Teile des Verriegelungsmechanismus sind aus gehärtetem Stahl gefertigt. Falls Sie beide mitgelieferte Schlüssel verlieren sollten, können Sie den mit LED-Licht ausgestatteten Schlüssel ganz einfach nachbestellen.

Testsieger unter den Faltschlössern: Kryptonite Kryptolok 685

Das Testergebnis: Das Faltschloss Kryptolok 685 von Kryptonite erreicht das "test"-Qualitätsurteil "gut (1,9)" und überzeugt die Stiftung Warentest als bestes Faltschloss in puncto Aufbruchsicherheit und Schadstoffgehalt. Es ist eines der am besten bewerteten Schlösser im Test.

Produktdetails: Das Fahrradschloss von Kryptonite besteht aus fünf Millimeter dickem gehärtetem Stahl, der zum Schutz mit einer Kunststoffschicht überzogen ist. Es ist 1,07 Kilogramm schwer, insgesamt 85 Zentimeter lang und lässt sich kompakt zusammenfalten. Im Lieferumfang sind zwei Schlüssel und eine Rahmenhalterung für den unkomplizierten Transport enthalten. Wenn Sie sich bei Kryptonite online registrieren, stehen Ihnen zusätzliche Dienstleistungen zur Verfügung, die Ihnen bei Diebstahlschutz, Schlüsselverlust oder Vergessen Ihres Zahlencodes weiterhelfen.

Testsieger unter den Kettenschlössern: Axa Newton Promoto+ 4 100/10,5

Das Testergebnis: Das Newton Promoto+ 4 100/10,5 von Axa ist der Testsieger in der Kategorie Kettenschlösser. Mit dem "test"-Qualitäturteil "gut (1,9)" ist das Fahrradschloss eines der sichersten Modelle, was die Aufbruchsicherheit angeht.

Produktdetails: Das Kettenschloss von Axa wurde speziell für den Schutz von motorisierten Fahrzeugen konzipiert und überzeugt mit einem Safety-Index von 20. Die gehärtete Stahlkette ist mit einem stoßfesten Kunststoffgehäuse und einer Polyesterhülle zum Schutz versehen. Der Zylinder mit Anti-Bohr-Platte lässt sich manuell abdecken und verhindert dadurch das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit. Mit 3.400 Gramm ist das Schloss das schwerste unter den Testsiegern.

Testsieger unter den Rahmenschlössern: Trelock RS 453 Protect-O-Connect

Das Testergebnis: Das beste Fahrradschloss in der Kategorie Rahmenschlösser wurde das RS 453 Protect-O-Connect von Trelock mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,0)". Getestet wurde es zusammen mit der Einsteckkette ZR 455/100 von Trelock und punktete mit hoher Aufbruchsicherheit sowie einer guten Haltbarkeit.

Produktdetails: Das Rahmenschloss von Trelock ist für Standardreifen geeignet und mit dem neuen Trelock IN-X Innenbahnzylinder mit Wendeschlüssel ausgestattet. Auch eine Kindersicherung und ein Korrosionsschutz sind eingebaut. Mit dem Security-Level vier bietet das Schloss hohen Schutz vor Dieben. Es wiegt 650 Gramm und kann optional mit den Zusatzketten von Trelock kombiniert werden, sodass es nicht nur als Wegfahrsperre dient, sondern auch fest angeschlossen werden kann.

Fazit zum Fahrradschlösser-Test

Vier Fahrradschlösser teilen sich im Test der Stiftung Warentest den ersten Platz: Testsieger wurde unter anderem das Kettenschloss Newton Promoto+ 4 von Axa. Kettenschlösser sind massiv und dementsprechend schwer zu knacken. Der einzige Nachteil ist, dass sie bis zu einigen Kilos wiegen können und damit im Vergleich zu anderen Schlössern relativ schwer sind. Da für Kettenschlösser selten separate Halterungen zur Verfügung stehen, ist es am besten, sie im Rucksack oder im Fahrradkorb zu transportieren.

Im Gegensatz dazu punkten Faltschlösser mit ihrer Kompaktheit und dem einfachen Transport durch Halterungen, die meistens sogar mitgeliefert werden. Überzeugen konnte hier das Faltschloss Kryptolok 685 von Kryptonite, das ebenfalls als sehr aufbruchsicher bewertet wurde.


Was Sie beim Kauf eines Fahrradschlosses beachten sollten

Bügelschloss, Faltschloss, Kettenschloss – welcher Typ Fahrradschloss ist am sichersten?

Die verschiedenen Fahrradschloss-Typen unterscheiden sich vor allem in Gewicht, Material, Funktion und Sicherheitsstufen. Falt- und Bügelschlösser gehören zu den sichersten Fahrradschlössern. Wir erklären Ihnen den Grund dafür.

  • Ein Kettenschloss besteht aus Metallgliedern, die zu einer Kette geformt sind. Die Ketten sind meist mit Stoff ummantelt, um einerseits das Fahrrad und andererseits das Schloss vor Kratzern zu schützen. Das Schloss variiert je nach Hersteller. Der Schließmechanismus kann daher entweder mittels eines Schlüssels oder einer Zahlenkombination geöffnet werden. Kettenschlösser sind sehr massiv und dadurch auch schwerer als andere Fahrradschlösser.
  • Faltschlösser bestehen aus zusammenfaltbaren Metallscheiben. Das ergibt gleich zwei Vorteile: Erstens ist ein Faltschloss meist länger als beispielsweise ein Bügelschloss und zweitens lässt es sich durch die Falttechnik einfacher transportieren. Der Schließmechanismus kann hier ebenfalls ein Zahlen- oder Schlüsselschloss sein. Bei Faltschlössern sollte darauf geachtet werden, dass kein billiges Material verwendet wurde. Ansonsten werden die sonst sehr sicheren Schlösser durch ihre Gelenke zur absoluten Schwachstelle.
  • Bügelschlösser bestehen aus einem massiven Bügel und dem Gegenstück mit Schließmechanismus (Zahlen- oder Schlüsselschloss). Bügelschlösser haben eine starke Abschreckungswirkung. Das liegt vor allem auch an dem stabilen Bügel. Ab einem Durchmesser von 15 Millimetern ist ein Aufbrechen fast unmöglich. Durch die unflexible Konstruktion des Bügelschlosses ist es jedoch teilweise sehr aufwendig, einen richtigen Abstellort zu finden. Die Suche lohnt sich jedoch, denn das Bügelschloss gehört zu den sichersten Fahrradschlössern.
  • Ein Rahmenschloss wird fest am Rahmen des Fahrrads verbaut und kann durch seinen simplen Schließmechanismus mit einem schnellen Handgriff zum Einsatz kommen. Es dient jedoch mehr als vorübergehende Wegfahrsperre, da nur ein Rad fixiert wird. Erst mit dem richtigen Zubehör wie einer Zusatzkette kann das Fahrrad richtig angeschlossen werden und bietet dann hohen Aufbruchschutz.
  • Kabelschlösser sind weitverbreitet und meist als Spiralschlösser mit Zahlencode bekannt. Je dünner das Kabel ist, desto leichter sind sie mit einem Bolzenschneider zu knacken. Der Vorteil ist, dass sie sehr flexibel beim Anschließen sind und wenig Platz beim Transport einnehmen. Im Test der Stiftung Warentest war keins dieser Modelle dabei. Für ein sicheres Anschließen auch über Nacht empfehlen wir eine Variante mit zusätzlicher Panzerung oder Sie verwenden ein zweites Schloss.

Was bedeuten die Sicherheitsstufen beim Fahrradschloss?

Viele Hersteller wie Abus und Kryptonite haben eigene Testverfahren. Bei diesen Verfahren wird unter anderem die Aufbruchsicherheit der unterschiedlichen Fahrradschlösser getestet. Durch die unterschiedlichen Verfahren hat jeder Hersteller seine eigenen Regeln und seine eigenen Sicherheitsstufen. Bei Abus wird unterschieden zwischen den Sicherheitsstufen eins bis 15 und bei Kryptonite zwischen den Stufen eins bis zehn.

Wie viel muss ein sicheres Fahrradschloss kosten?

Beim Kauf eines Fahrradschlosses gilt die grobe Regel: Der Preis des Schlosses sollte rund zehn Prozent des Preises des Fahrrads ausmachen. Hochwertige Schlösser halten einem Diebstahlversuch rund drei Minuten stand. In der Regel lässt der Dieb dann vom Fahrrad ab.

Unser Tipp: Da viele Fahrraddiebe auf einen Typ Schloss professionalisiert sind, lohnt es sich, an "Klau-Hotspots" zwei Schlösser unterschiedlicher Bauart zu nutzen.

Schloss ohne Schlüssel: Wie sicher ist ein Zahlenschloss?

Ein Großteil der Fahrradschlösser wird mit einem Schlüssel gesperrt. Der Schließzylinder sollte dabei mindestens über die Normen DIN EN 1303 und 18252 verfügen. Hochwertige Schließzylinder bieten zudem Schutz gegen Picking-Werkzeuge.

Besonders bei Familien beliebt sind hingegen Zahlenschlösser, weil ein Schloss so von mehreren Personen genutzt werden kann, ohne dass man Schlüssel duplizieren muss. Nachteil: Zahlencodes bieten keine hohe Sicherheit vor Diebstahl, sie sind mit etwas Übung einfach geknackt. Zudem erweist sich das Eingeben des Zahlencodes in manchen Situationen, etwa im Dunkeln, als schwierig.

Ob Bügel- oder Faltschloss, Kettenschloss oder Kabelschloss – die Auswahl an Fahrradschlössern verschiedener Hersteller ist groß. Um sich effektiv vor Diebstahl zu schützen, empfiehlt es sich, das Schloss den eigenen Lebensumständen anzupassen und im Zweifel mehr Wert auf eine hohe Sicherheit als auf maximalen Komfort zu legen.


Verwendete Quellen:
  • Alle Testergebnisse der Stiftung Warentest

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