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Winterreifen fürs Fahrrad: Für wen lohnt sich was?

Mit oder ohne Spikes?  

Winterreifen fürs Fahrrad: Für wen sich was lohnt

17.12.2018, 14:10 Uhr | t-online.de

Winterreifen fürs Fahrrad: Für wen lohnt sich was?. auf Schnee und Eis haben Winterreifen für Fahrräder den besseren Grip.  (Quelle: Getty Images/Canett)

auf Schnee und Eis haben Winterreifen für Fahrräder den besseren Grip. (Quelle: Canett/Getty Images)

Bei winterlichen Straßenverhältnissen benötigt man Reifen mit grobem Profil. Was für Autofahrer verpflichtend ist, kann auch für Radfahrer sinnvoll sein. In Zusammenarbeit mit den Fahrradexperten von velonauten.de zeigen wir Ihnen eine Übersicht über Fahrradwinterreifen und Ganzjahresreifen, die auch in der kalten Jahreszeit gute Dienste leisten. Außerdem erklären wir, für wen sich welches Modell eignet.

Welches Modell soll es sein?

Radfahren macht nicht nur im Sommer Spaß, sondern auch bei Schnee und Eis. Vorausgesetzt die Ausrüstung stimmt. Um bei winterlichen Bedingungen zurechtzukommen, braucht es den passenden Reifen. Anders als beim Auto ist ein Reifenwechsel beim Fahrrad allerdings freiwillig – für Allwetterradler aber anzuraten. Die Modellwahl hängt dabei auch von regionalen Bedingungen ab. Strenge Winter in den Bergen erfordern andere Reifen als mildes Wetter im Flachland. Das Wechseln selbst ist nicht teuer und problemlos selbst durchzuführen. Schlau ist, wer sich einen älteren Laufradsatz mit Winterreifen bereithält und diesen bei den ersten Schneeflocken schnell austauschen kann.

Unser Tipp: Fahren Sie Reifen im Winter mit Minimaldruck, das erhöht die Fahrsicherheit bei Nässe und Glätte. Wählen Sie außerdem im Winter dünnere Reifen! Kling vielleicht komisch, hilft aber beim Fahren durch Dreck und Schnee und verhindert Verstopfung unterm Schutzblech.

Ganzjahresreifen für jedes Wetter

Bei Ganzjahresreifen handelt es sich, wie der Name bereits sagt, nicht um klassische Winterreifen. Sie können ganzjährig gefahren werden. Anders als herkömmliche Trekkingreifen sind Ganzjahresreifen mit einem griffigen Profil ausgestattet. Das sorgt für mehr Traktion bei leichtem Schneefall – die Kehrseite ist höheres Gewicht und höherer Rollwiderstand, weshalb ein Reifenwechsel sinnvoll ist. Während die Gummimischungen normaler Reifen bei kälteren Temperaturen verhärten, was zu Traktionsverlust und Bruchkanten führen kann, ist die Mischung der Allwetterreifen so abgestimmt, dass sie auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch gute Haftung auf der Straße bietet. In milden Winterregionen sind sie eine gute Wahl.

Im folgenden Teil präsentieren wir Ihnen sechs solide Winter- und Ganzjahresreifen in unterschiedlichen Preisklassen vor, mit denen Radfahrer gut für die kalte Jahreszeit gerüstet sind.

1. Michelin Star Grip: der günstige Einsteiger

Der "Star Grip" von Michelin ist wegen seines günstigen Preises  für Leute interessant, die im Winter nur manchmal radfahren. Auffälligstes Merkmal des Ganzjahresreifens ist sein sogenanntes Star-Tread-Design. Bei der mit dem Eurobike-Award 2012 ausgezeichneten Technologie sorgen sternförmig angeordnete Profilblöcke für eine höhere Anzahl an Profilrillen. Dadurch werden die Stollen beweglicher und bieten bessere Haftung auf rutschigem Untergrund. Für Sicherheit sorgt die High-Density-Pannenschutzschicht.

  • Reifentyp: Urbaner Allwetterreifen
  • Profil: sternförmig
  • ​Größe: 28 Zoll
  • Besonderheiten: guter Grip auf nasser, mit Schnee oder Laub bedeckter Fahrbahn
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2. Schwalbe Marathon GT 365: der klassische Allrounder

Mit dem "Marathon GT 365" präsentierte der Reifenhersteller Schwalbe vor zwei Jahren seinen ersten Ganzjahresreifen. Eine speziell entwickelte Gummimischung (Four-Season-Compound) sowie ein wintertaugliches Lamellenprofil sollen den richtigen Grip auch auf Schnee gewährleisten. Die Stärken des Reifens liegen in seiner langen Haltbarkeit sowie in seinem hohen Schutz vor Platten. Für letzteren sorgt die Dual Guard genannte Pannenschutztechnologie. Dabei werden jeweils eine Schutzschicht aus Nylongewebe und hochelastischem Spezialkautschuk in den Reifen eingearbeitet.

  • Reifentyp: Ganzjahresreifen
  • Profil: wintertaugliches Lamellenprofil
  • ​Größe: verschieden
  • Besonderheiten: guter Grip auf Schnee, Plattenschutz
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3. Continental Top Contact Winter II Premium: Der eigentliche Winterreifen

Entwickelt auf der Basis langjähriger Erfahrung bei der Herstellung von Pkw-Winterreifen, hat Continental den "Top Contact Winter II Premium" im Programm. Wo Ganzjahresreifen keinen Grip mehr haben, verzahnt sich das Lamellenprofil mit Schnee und nasskalten Oberflächen. Der Reifen fühlt sich bei Temperaturen bis -25° C wohl und ist deshalb als reiner Winterreifen zu bezeichnen. Auf Schnee und schlecht geräumten Straßen kann er selbst Spike-Reifen überlegen sein. Die verwendete Vectran-Einlage verbindet hohen Pannenschutz mit geringem Rollwiderstand. Dabei bleibt der Reifen relativ leicht und flexibel. Für Radler in schneereichen Regionen eine gute Investition.

  • Reifentyp: Winterreifen
  • Profil: schneetaugliches Lamellenprofil
  • ​Größe: alle Größen
  • Besonderheiten: perfekt bei Schnee und Temperaturen bis -25° C, hoher Pannenschutz
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Spike-Reifen für die vereiste Strecken: Im Gegensatz zum Auto sind Spike-Reifen am Fahrrad erlaubt. Ihr Vorteil: Die Spikes krallen sich am Boden fest und verhindern ein Wegrutschen des Reifens selbst auf Glatteis. Bei Mindestluftdruck funktioniert das am besten, da so die meisten Spikes gleichzeitig Bodenkontakt haben. Die Nägel aus Wolframcarbid zeigen zwar auf Asphalt keinen größeren Verschleiß. Allerdings sollte man bedenken, dass die Radgeräusche und der Rollwiderstand auf eisfreier Strecke deutlich erhöht werden. Spike-Reifen sind deshalb nur etwas für vereiste, windig-kalte Tage. Generell ist bei der Auswahl die Anzahl der Spikes zu beachten: Mehr Spikes sorgen für bessere Traktion auf Eis, rollen aber schlechter. Darum finden sich bei Alltagsreifen die Spikes vor allem im Schulterbereich, um normalen Rollwiderstand, dabei aber Halt in Kurven zu bieten. Vor dem Winterstart sollten die Spike-Reifen ein paar Tage lang eingefahren werden.

 4. Kenda Klondike K-1014: Der Cross-Pneu für den Alltag

Der "Klondike K-1014" von Kenda wurde eigentlich für den Cyclocross-Sport entwickelt, doch er wird auch gerne an Trekking- und Commuter-Bikes verbaut. Die 100 Spikes des dünnen Reifens geben bei fast allen denkbaren Winterbedingungen noch ordentlichen Grip. Der Reifen hat ein grobes, dem Mountainbike ähnliches Profil, jedoch mittig eine Lauffläche für geringen Rollwiderstand.

  • Reifentyp: Spike-Reifen
  • Profil: grobes Profil mit mittiger Lauffläche
  • Besonderheiten: sehr guter Grip auf Schnee und Eis (100 Hartmetall-Spikes)
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5. Schwalbe Marathon Winter Plus: Der "Spikereiche" für mehr Grip

Je nach Reifengröße sind beim "Marathon Winter Plus“ zwischen 200 und 240 Spikes links und rechts der Lauffläche verbaut. Das sorgt für viel Grip und Kontrolle sogar auf eisglatten Pisten. Selbst extreme Kurvenlagen und Vollbremsungen sind gut beherrschbar. Die spezielle Winter-Gummimischung spielt gerade bei Minusgraden ihre Stärken aus. Die Reifen verfügen durch eine spezielle Smart-Guard-Einlage über einen hohen Pannenschutz. Der Reifen darf sich deshalb "unplattbar" nennen.

  • Reifentyp: Spike-Reifen
  • Profil: grobes Profil
  • Besonderheiten: sehr guter Grip, auch auf eiskalten Pisten (200-240 Spikes), hoher Pannenschutz, gute Kontrolle auch bei starken Kurven
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6. Schwalbe Ice Spiker Pro: Glatteis war gestern

Für Winterradsportler oder Pendler, die sich das Mountainbike für trockene Wintertage bereitstellen, sind Voll-Spikes wie Schwalbes "Ice Spiker Pro" gemacht. Sein extrem grobes Profil reinigt sich leicht selbst und bis zu 402 Spikes auf der ganzen Fläche nehmen Blitzeis und überfrierender Nässe den Schrecken. Für Stadträder sind die Reifen aufgrund der Größe jedoch weniger geeignet.

  • Reifentyp: Spike-Reifen
  • Profil: extrem grobes Profil, selbstreinigend
    Größe: 60 mm
  • Besonderheiten: sehr guter Grip, auch auf Blitzeis und bei gefrierender Nässe (402 Spikes)
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