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Stiftung Warentest: Rollatoren im Test – ein Rollator nur "Mangelhaft"

Mobilität im Alter  

Rollatoren im Test bei Stiftung Warentest

Von Monika Salz

18.08.2019, 11:58 Uhr
Stiftung Warentest: Rollatoren im Test – ein Rollator nur "Mangelhaft". Rollatoren im Test: Zwei ältere Menschen überqueren mithilfe von Rollatoren einen Platz. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Robert Hoetink)

Rollatoren im Test: Die Stiftung Warentest hat Rollatoren getestet. (Quelle: Robert Hoetink/Thinkstock by Getty-Images)

Älteren Menschen, die sich nicht mehr sicher und selbstständig bewegen können, helfen Rollatoren oft wieder zu mehr Mobilität. Die Stiftung Warentest hat in Ihrer Ausgabe vom März 2019 Rollatoren untersucht. Wir stellen die Testsieger vor und erklären, was Sie beachten müssen, wenn Sie einen Rollator benötigen.

Im Test waren zwölf Rollatoren, davon acht sogenannte Leichtgewichtrollatoren aus Aluminium oder Karbon und vier Standardrollatoren aus Stahl. Außerhalb des Tests untersuchte die Stiftung Warentest noch zwei Hybridrollatoren. Das sind Rollatoren, die sich mit einigen Handgriffen zu Rollstühlen umbauen lassen und so für Personen gedacht sind, die nur für kurze Zeit eigenständig laufen können.

Die Ergebnisse des Rollatoren-Tests

Die Ergebnisse der Tester sind eher ernüchternd. Lediglich die Leichtgewichtrollatoren überzeugten. Hier bekamen zwei Modelle das test-Qualitätsurteil "Gut" und sechs das test-Qualitätsurteil "Befriedigend". Bei den Standardrollatoren konnte kein Modell überzeugen. Drei wurden mit einem test-Qualitätsurteil "Ausreichend" bewertet, ein Rollator bekam sogar nur das test-Qualitätsurteil "Mangelhaft".

Die beiden Hybridrollatoren liefen außer Konkurrenz, da nur ihre Funktionsweise als Rollator komplett getestet wurde. Als Rollstuhlumbau wurden nur einige Testaspekte untersucht und deshalb für diese beiden Modelle kein test-Qualitätsurteil vergeben.

Was wurde untersucht?

Wichtigster Punkt des Rollator-Tests war die Handhabung der verschiedenen Modelle. Es wurden aber auch die Kriterien Sicherheit (Bremsen und Kippsicherheit) und Haltbarkeit untersucht. Zudem schaute sich Stiftung Warentest an, ob sich in den verwendeten Materialien Schadstoffe befanden. Zusätzlich untersuchten die Tester, ob die einzelnen Modelle über Ankipphilfen zum leichteren Überwinden von Hindernissen, über einen Rückengurt und Reflektoren verfügten.

Die besten Rollatoren im Test der Stiftung Warentest

Wir stellen ihnen drei Leichtgewichtrollatoren und einen Hybridrollator vor. Bei den Leichtgewichtrollatoren liegen zwei Modelle gleichauf mit dem test-Qualitätsurteil "Gut (2,0)".

Die beiden Testsieger:

Der beste bei der Sicherheit: Russka Rollator Vital Carbon

Der Rollator von Russka ist aus Karbon hergestellt. Sowohl in der Handhabung, der Sicherheit, Haltbarkeit und auch beim Test auf Schadstoffe bekam das Modell gute Noten. Die Montage ist einfach, er ist sehr leichtgängig. Als einziger Rollator in der Untersuchung bekam er ein "gut" bei der Sicherheit. Der Längsfalter verfügt über eine Ankipphilfe und Reflektoren. Ein Rückengurt fehlt. Es ist das teuerste Modell im Test.

Hilfsmittelverzeichnisnummer: 10.50.04.1219

  • Längsfalter
  • Material: Karbon
  • Innenliegende Seitentaschen
  • Mit Reflektoren, Kantenabweiser
  • pannensichere Bereifung und Stockhalter 
     
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Der beste in der Handhabung: Topro Troja 2G Premium

Ebenfalls mit der Gesamtnote "Gut (2,0)" schnitt der Rollator Troja 2G Premium. Das Aluminium-Modell bekam bei Schadstoffen eine gute Note. In punkto Handhabung schnitt er am besten von allen getesteten Modellen ab. Beim Testpunkt Haltbarkeit schnitt der Troja 2G sehr gut ab. Er fährt gut auf jedem Untergrund, verfügt wie das Modell von Russka über eine Ankipphilfe und Reflektoren, aber keinen Rückengurt. Beim Thema Sicherheit reichte es nur für ein "befriedigend".

Hilfsmittelverzeichnisnummer: 10.50.04.1237

  • Lägsfalter
  • Material: Aluminium
  • Reflektierende Flächen an den Seiten
  • Soft-Räder 
  • Ausgestattet mit Tasche
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Der leichteste im Test: Dietz Taima M-GT

Der Taima M-GT von Dietz ist aus Aluminium gefertigt und mit 5,9 Kilo das leichteste Modell im Test. Er bekam das test-Qualitätsurteil "Befriedigend (2,6)". In der Handhabung und Haltbarkeit erreichte das Modell gute Noten, im Testpunkt Sicherheit ein "Befriedigend", bei Schadstoffen nur ein "Ausreichend". Im Sitz des Taima wurden Phtalat-Weichmacher gefunden. Der Rollator verfügt über eine Ankipphilfe, Reflektoren und einen Rückengurt.

Hilfsmittelverzeichnisnummer: 10.50.04.1222

  • Material: Aluminium
  • Stehfalter
  • Belastbar bis 150 kg 
  • Ankipphilfe zum Überwinden von Hindernissen
  • Reflektoren (Seite / Frontpartie), Rückenbügel
  • Gehstockhalter, Netztasche und Lenkungsdämpfer
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Das Kombimodell außer Konkurrenz: Rollz Motion

Dieser Rollator, der bei Bedarf in einen einfachen Rollstuhl umgewandelt werden kann, lief in der Untersuchung der Stiftung Warentest außerhalb der Konkurrenz. Hier wurde zwar der komplette Rollator-Test durchgeführt, beim Umbau zum Rollstuhl wurden Testpunkte wie Sicherheit und Haltbarkeit nicht überprüft. Der Rollz Motion bekam Im Bereich Rollator bei Handhabung ein "gut", bei Haltbarkeit und Schadstoffen ein "Sehr gut". Beim Prüfpunkt Sicherheit gab es die Note "ausreichend". Der Rollator verfügt über eine Ankipphilfe. Ein Rückengurt oder Reflektoren fehlen. Das Kombimodell ist teurer als reine Rollatoren.

Hilfsmittelverzeichnisnummer: 10.50.04.1164

  • Material: Aluminium
  • Rollator und Rollstuhl
  • Geeignet für Außen und Innen
  • mit Trommelbremse
  • Leicht zusammenklappbar
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Querfalter oder Längsfalter: Was ist besser?

Es gibt zwei Möglichkeiten Rollatoren zusammenzuklappen, um sie beispielsweise im Kofferraum eines Autos zu transportieren, oder auch um schlicht Platz zu sparen. Es gibt zwei Systeme: Längsfalter und Querfalter. Längsfalter werden über die Längsachse zusammengefaltet, Querfalter über die Querachse geklappt.

Während alle getesteten Leichtgewichtrollatoren Längsfalter sind, sind die günstigen Standardrollatoren allesamt Querfalter. Erstere lassen sich in der Regel besonders leicht und platzsparend zusammenfalten und können in zusammengefaltetem Zustand auch noch stehen.

Das Zusammenfalten von Querfaltern ist hingegen aufwändiger und zum Teil sogar mit einem Verletzungsrisiko (Quetschungen) verbunden. Zudem brauchen Querfalter auch im zusammengefalteten Zustand noch viel Platz. Meist können Sie auch nicht aufrecht stehen.

Rollator auf Rezept? Was zahlt die Krankenkasse?

Wer einen Rollator benötigt, hat zwei Möglichkeiten. Zum einen kann er bei seinem Arzt ein Rezept beantragen und den Rollator über die Krankenkasse abrechnen. Meist werden allerdings nur die Kosten für Standardrollatoren aus Stahl gezahlt.

Will man ein besseres Modell kaufen, muss man die Zuzahlung in der Regel selbst übernehmen. Es sei denn, der Arzt stellt ein Rezept für einen Leichtrollator aus. Dies wird jedoch nur Patienten mit Muskel- oder Gelenkerkrankungen oder Atemnot bewilligt. Für das Rezept müssen auch die normalen Zuzahlungskosten in Höhe von fünf bis zehn Euro gezahlt werden. Manchmal werden Rollatoren auch nur für einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren geliehen.

Rollatoren  ̶  Gehilfen im Alltag

Achten Sie neben Aspekten wie Sicherheit, Stabilität und gutem Handling auch auf Aspekte wie eine stabile Sitzfläche, einen Korb, um Einkäufe zu transportieren oder auch eine Halterung für den Gehstock. Nicht jeder Hersteller bietet solche Zusatzelemente an. Die Größe des Rollators sollte einfach auf ihre Größe einstellbar sein. Die Räder sollten stabil und leichtgängig sein. Sparen Sie lieber beim Gewicht des Rollators als beim Preis.

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