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Federkernmatratzen im Test: Nur fünf Modelle können bei Stiftung Warentest überzeugen

Stiftung Warentest  

Federkernmatratzen im Test: Nur fünf Modelle überzeugen mit guten Ergebnissen

Von Katja Schmidt

12.02.2021, 08:36 Uhr
Federkernmatratzen im Test: Nur fünf Modelle können bei Stiftung Warentest überzeugen. Federkernmatratzen im Test: Nur 5 von 14 Modellen können bei Stiftung Warentest überzeugen. (Quelle: Hersteller/My Home)

Federkernmatratzen im Test: Nur 5 von 14 Modellen können bei Stiftung Warentest überzeugen. (Quelle: My Home/Hersteller)

Die richtige Matratze zu finden ist gar nicht so einfach. Vor allem bei den Härtegradangaben der Hersteller herrscht laut Stiftung Warentest Chaos. Die Ergebnisse ihres Federkernmatratzen-Tests können bei der Wahl des richtigen Modells helfen. Wir zeigen die Testsieger.

Voraussetzung für erholsamen Schlaf ist eine Matratze, die zum eigenen Körper passt. Sie muss ihn einerseits stützen und andererseits an den richtigen Stellen nachgeben. Außerdem muss sie gute Klimaeigenschaften mitbringen und den persönlichen Härtegrad-Vorlieben entsprechen. Bei der Matratzenwahl können unabhängige Testergebnisse eine echte Hilfe sein: Die Stiftung Warentest hat für die Novemberausgabe ihres "test"-Magazins Federkernmatratzen untersucht. Wir schauen uns den Test an und stellen die Ergebnisse vor.

Stiftung Warentest: Was wurde getestet?

Untersucht wurden für die "test"-Ausgabe 11/2020 14 Federkernmatratzen mit den Maßen 90 mal 200 Zentimeter. Geprüft wurden wie in allen Matratzentests der Stiftung Warentest Liegeeigenschaften, Haltbarkeit, Bezug, die Aspekte Gesundheit und Umwelt sowie Deklaration, Werbung und Handhabung.

Ein erstes Ergebnis des Tests: Die Angaben zum Härtegrad sind weiterhin nicht immer verlässlich. Die Stiftung Warentest spricht sogar von "Härtegrad-Lotterie", denn die Matratzen, die laut Deklaration hart sein sollen, sind im Test mal weich, mal mittelhart und mal hart. Da der Härtegrad jedoch in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks ist, spielte er im Test keine Rolle für die Liegeeigenschaften.

Die Testergebnisse im Überblick

Das Ergebnis des Federkernmatratzen-Tests fällt durchwachsen aus: Nur fünf der geprüften Matratzen schneiden mit "Gut" ab, acht sind allerdings nur "Befriedigend" und eine erreicht lediglich ein "Ausreichend". Erfreulich ist jedoch, dass der Testsieger, die My Home Black Diamond Comfort, zu den günstigsten Matratzen mit Federkern gehört. Sie erreicht das test-Qualitätsurteil "Gut (2,1)".

Mit der Gesamtnote "Gut (2,3)" liegt die Tonnentaschenfederkernmatratze Irisette Sylt TTFK von Badenia auf dem zweiten Rang. Drei weitere Matratzen auf dem dritten Platz erhielten ebenfalls die Note "Gut (2,5)". 

Die günstigste Matratze im Test, die Superior Dream von Livetastic, sowie das einzige tatsächlich harte Modell, die TFK 1000 Pur von Breckle Northeim, schneiden mit sechs weiteren Federkernmatratzen nur "Befriedigend" ab. Die Taschenfederkernmatratze Sensitiv TFK 2600 von Möbel Höffner ist Verlierer des Tests und erreicht lediglich die Gesamtnote "Ausreichend (4,4)".

Der Testsieger: Black Diamond Comfort Federkernmatratze von My Home

Mit der Gesamtnote "Gut (2,1)" ist die Taschenfederkernmatratze von My Home Testsieger. Untersucht wurde die mit Härtegrad H3 deklarierte Variante: Bei der Stiftung Warentest erwies sie sich als weich. Dennoch hat sie für die meisten Personen gute Liegeeigenschaften, ist also für alle Schlaftypen und jeden Körperbau zu empfehlen. Lediglich kleine Menschen mit Schwerpunkt Becken (sogenannte A-Typen) werden in Rückenlage nur befriedigend gestützt. 

Besonders überzeugte die 19,5 Zentimeter hohe Matratze in den Punkten Haltbarkeit sowie Gesundheit und Umwelt. Leichte Schwächen zeigte sie in der Klimakammer unter Einfluss von Wärme und Feuchtig­keit. Die Knötchenbildung auf dem Bezug (sogenanntes Pilling) ist erfreulicherweise nur moderat.

Der Taschenfederkern der Matratze mit sieben Liegezonen und 400 Federn bei einem Federkernmaß von 100 mal 200 Zentimetern ist oben und unten von Komfortschaum umgeben. Der dunkle Bezug kann in der Maschine gewaschen werden, sodass das Modell auch für Allergiker geeignet ist. Es kann außerdem sowohl mit festen als auch verstellbaren Lattenrosten genutzt werden.

Preislich gehört der aktuelle Testsieger zu den günstigsten Federkernmatratzen im Test. Hersteller My Home gibt außerdem fünf Jahre Garantie auf sein Produkt. So ist die Black Diamond Comfort auch ein echter Preis-Leistungs-Tipp.

Die Zweitplatzierte: Irisette Sylt TTFK Federkernmatratze von Badenia

Mit dem test-Qualitätsurteil "Gut (2,3)" liegt die Tonnentaschenfederkernmatratze Irisette Sylt TTFK von Badenia Bettcomfort auf dem zweiten Rang. Auch sie überzeugt die Prüfer von Stiftung Warentest mit guten Liegeeigenschaften für die meisten Personen. Für große, schwere Menschen mit Schwer­punkt Schulter und Bauch, die gern in Seitenlage schlafen, ist dieses Modell jedoch weniger geeignet.

Die Tonnentaschenfederkernmatratze ist mit "Härtegrad H3 – mittel­fest" deklariert, war im Test aber weich. Dafür konnte auch sie in puncto Haltbarkeit mit sehr guten Ergebnissen überzeugen. Auch ihre Klimaeigenschaften sind gut. Der Bezug bildet mit der Zeit allerdings sehr deutliche Knötchen.

Auch diese Federkernmatratze ist etwa 20 Zentimeter hoch, hat sieben Zonen und einen Tonnentaschenfederkern aus 672 Stahlfedern, der beidseitig von atmungsaktiven Komfortauflagen aus Kaltschaum umschlossen ist. Erfreulich für Allergiker: Der Bezug kann bei 60 Grad Celsius gewaschen werden.

Der Preissieger: Superior Dream Federkernmatratze von Livetastic

Die günstigste Taschenfederkernmatratze im Test erreicht immerhin die Note "Befriedigend (2,7)". Untersucht wurde die mit dem Härtegrad 3 ausgewiesene Variante der Superior Dream, die sich im Test als mittelhart erwies.

Die Liegeeigenschaften sind jedoch ähnlich gut wie beim Testsieger und Zweitplatzierten: Die Livetastic-Matratze ist für fast alle Körper- und Schlaftypen geeignet. Probleme gibt es nur bei großen, schweren Menschen mit Schwer­punkt Schulter und Bauch in Seitenlage.

Die Superior Dream schneidet auch bei der Haltbarkeit und in der Klimakammer mit guten Noten ab. Abzüge gibt es, weil das Pilling mit der Zeit deutlich zunimmt und die Matratze nach Lieferung mehrere Tage lang müffelt. Wer sich jedoch zum Entlüften der Matratze Zeit nehmen kann, muss nicht unbedingt auf ein teureres Modell zurückgreifen.

Der Federkern der Matratze mit sieben Liegezonen hat mit 704 besonders viele Federn. Er ist von Kaltschaumauflagen umgeben. Mit 22 Zentimetern ist diese Federkernmatratze etwas höher als die anderen Modelle. Aber auch sie eignet sich für feste und verstellbare Lattenroste. Außerdem kann der Bezug bei 60 Grad Celsius gewaschen werden, sodass auch dieses Modell für Hausstauballergiker geeignet ist.

Der Testsieger 2019 als günstige Alternative: Dynamic TFK Federkernmatratze von Hn8

Die Taschenfederkernmatratze Dynamic TFK von Hn8 wurde von der Stiftung Warentest bereits im März 2019 zum Testsieger gekürt. Im Test befanden sich damals 21 Federkernmatratzen, von denen lediglich vier mit der Gesamtnote "Gut" bewertet wurden. Die Taschenfederkernmatratze mit sieben Zonen von Lidl war eines von den ausgezeichneten Produkten.

Untersucht wurde auch hier die mit H3 deklarierte Variante, die sich im Test als mittelfest herausstellte. Die Matratze punktet mit guten Liegeeigenschaften und eignet sich für alle Rückenschläfer sowie in Seiten­lage für kleine Personen mit Schwer­punkt im Becken und große Menschen mit normaler Statur.

Die Matratze überzeugt außerdem in den Punkten Haltbarkeit und Atmungsaktivität. So sorgt sie für ein optimales Klimamanagement das ganze Jahr über. Sie ist zudem für Allergiker geeignet. Der Bezug kann praktischerweise auch hier bei 60 Grad gewaschen werden.

Der Federkern der Dynamic TFK enthält etwa 500 Federn auf 100 mal 200 Zentimeter und ist beidseitig mit Kaltschaum abgedeckt. Diese Federkernmatratze ist mit 25 Zentimetern relativ hoch, was man bei der Auswahl bedenken sollte.

Unser Fazit zum Federkernmatratzen-Test

Preisgünstig und klarer Testsieger ist die Federkernmatratze Black Diamond Comfort von My Home. Sie überzeugt nicht nur mit ihren tollen Testergebnissen in puncto Liegeeigenschaften, Haltbarkeit, Gesundheit und Umwelt, sondern auch mit ihrem guten Preis.

Wichtige Fragen rund um Federkernmatratzen

Welche Eigenschaften haben Federkernmatratzen?

Federkern-, Taschenfederkern- und Tonnentaschenfederkernmatratzen enthalten mehrere Hundert Stahlfedern, die in Stoff­taschen einge­näht und miteinander verbunden sind. Taschen­federkerne und Tonnentaschenfederkerne schwingen weniger nach als einfache Bonnell­feder­kern­matratzen. Außerdem geben sie nur dort nach, wo sie belastet werden, und passen sich dem Körper besser an. Diese Eigenschaft nennt sich Punktelastizität und sorgt für ein angenehmes Gefühl beim Schlaf.

Was sind Vor- und Nachteile von Federkernmatratzen?

Federkernmatratzen haben einen guten Feuchtigkeitstransport und eine geringe Wärmedämmung. Sie haben also hervorragende Klimaeigenschaften für den Schlaf. Ein weiterer Vorteil dieser Matratzen ist die gute Punktelastizität. 

Ein Manko ist dagegen das hohe Gewicht der Matratzen durch die vielen Federkerne. Praktisch sind daher Tragegriffe an den Seiten der Matratzen zum Transportieren und Wenden. Ein weiterer Nachteil von Federkernmatratzen: Mit der Zeit können sich in der Auflage aus Schaumstoff­ Kuhlen bilden.

Für wen sind Federkernmatratzen zu empfehlen?

Dank des guten Feuchtigkeitstransports sind Federkernmatratzen besonders für Personen, die stark schwitzen, zu empfehlen. Aufgrund der geringen Wärmeisolation sind sie auch für Menschen, denen schnell zu warm wird, geeignet. Für alle, die schnell frieren, sind sie dagegen eher unpraktisch.

Für Menschen mit etwas höherem Körpergewicht eignet sich die Matratzenart ebenfalls. Sie sind robust, haben eine hohe Stützkraft und verteilen das Gewicht des Schläfers gut. Trotzdem reagieren sie punktelastisch. Das gilt insbesondere für Matratzen mit Taschenfederkern und noch stärker für solche mit Tonnentaschenfederkern.

Welche Rolle spielen Punktelastizität und Raumgewicht bei einer Matratze?

Unabhängig von der Matratzenart sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass das Modell punktelastisch ist und ein ausreichend hohes Raumgewicht hat.

Eine punktelastische Matratze gibt nur an den Stellen nach, an denen Druck auf sie ausgeübt wird: Abhängig vom Körpergewicht und der Schlafposition sinken verschiedene Partien des Körpers unterschiedlich stark ein. Die einsinkenden Körperteile werden gut abgefedert, während der Rest des Körpers gut gestützt wird. Das sorgt für gesunden Schlaf durch die korrekte Lagerung der Wirbelsäule. Punktelastizität kann so Haltungsschäden und Rückenschmerzen vorbeugen. 

Im Allgemeinen ist eine Matratze umso punktelastischer je höher ihr Raumgewicht ist. Das Raumgewicht einer Matratze kann leicht durch die Formel "Volumen in Kubikmeter durch Gewicht in Kilogramm" ermittelt werden. Es sagt etwas über die Langlebigkeit und Qualität aus, vor allem bei Matratzen, die mit Schaumstoff gefüllt sind. Ein geringes Raumgewicht unter 40 steht für gute Atmungsaktivität, allerdings auch für eine geringere Rückstellkraft und Lebensdauer. Federkernmatratzen mit hohem Raumgewicht sind dagegen sehr formstabil und bilden weniger Kuhlen. Ab einem Raumgewicht von 40 gilt eine Matratze als langlebig und hochwertig. Dafür ist sie in der Regel aber auch teurer.

Was sagt der Härtegrad einer Matratze aus?

Der Härtegrad gibt an, wie fest eine Matratze ist, und wird in Klassen von H1 (sehr weich) bis H5 (sehr fest) angegeben. Leider sind die Härtegrade nicht normiert, jeder Hersteller legt sie für seine Matratzen also selbst fest. Einheitlichkeit ist dementsprechend aufgrund verschiedener Skalen leider nicht gegeben.

Dem Matratzenverband und den darin organisierten Herstellern ist dieses Problem bewusst. Sie wollen das Chaos laut Stiftung Warentest bis 2021 mit einer einheitlichen Härtegrad-Kennzeichnung für Matratzen beseitigen. Dann kann der Härtegrad bei der Wahl einer Matratze bessere Orientierung bieten.

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