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Bürostühle im Test: Nur wenige Modelle überzeugen bei Stiftung Warentest

Homeoffice-Ausstattung  

Bürostühle-Test von Stiftung Warentest: Nur wenige Modelle können überzeugen

Von Nora Kramer

25.08.2021, 18:06 Uhr
Bürostühle im Test: Nur wenige Modelle überzeugen bei Stiftung Warentest. Bürostühle im Test: Die Stiftung Warentest prüft die besten Modelle. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/onurdongel)

Bürostühle im Test: Die Stiftung Warentest prüft die besten Modelle. (Quelle: onurdongel/Thinkstock by Getty-Images)

Seit Monaten im Homeoffice, aber den richtigen Bürostuhl noch nicht gefunden? Die Stiftung Warentest hat in ihrer "test"-Ausgabe 09/2021 insgesamt 13 Drehstühle getestet. Wir stellen die Testergebnisse vor und erklären, worauf es bei der Wahl eines Bürostuhls für zu Hause ankommt.

Zur Zeit verbringen die meisten Menschen den Großteil ihrer Arbeitszeit zu Hause im Homeoffice – doch viele sitzen dabei immer noch auf einfachen Holzstühlen. Bei durchschnittlich acht Stunden pro Tag sind Rücken- und Schulterschmerzen vorprogrammiert.

Welche Bürostühle gibt es also, die wirklich bequem und rückenschonend sind und sich auch in den eigenen vier Wänden eignen? Die Stiftung Warentest hat in der "test"-Ausgabe 09/2021 verschiedene Bürostühle getestet. Wir stellen vier Modelle aus dem Test und ihre Bewertung ausführlich vor.

Stiftung Warentest: So wurde getestet

Im Test befanden sich insgesamt 13 Bürodrehstühle von Marken wie Dauphin, Höffner oder IKEA. Sie bewegen sich in der Preisklasse von etwa 230 bis 390 Euro. Alle Modelle können individuell eingestellt werden und verfügen über zwei Armlehnen sowie Synchronmechanik mit Wippfunktion.

Geprüft wurde der Sitzkomfort (35 Prozent der Gesamtnote). Dabei wurde in erster Linie auf die Polsterung, Ergonomie sowie Wärme- und Feuchtigkeitsentwicklung beim Sitzen geachtet. Daneben flossen die Haltbarkeit und Bodenschonung (25 Prozent), die Handhabung (25 Prozent) sowie die Aspekte Sicherheit (5 Prozent) und Schadstoffe (5 Prozent) in die Bewertung ein. Auch die Kennzeichnung von gültigen Prüf- und Qualitätszeichen (5 Prozent) wurde berücksichtigt.

Die Testergebnisse im Überblick

Von den 13 getesteten Stuhlmodellen wiesen alle einen guten Sitzkomfort auf. Jedoch konnten die Stiftung Warentest schlussendlich nur fünf Bürostühle überzeugen. Jedes zweite Modell wies Mängel in puncto Sicherheit auf: Schnell konnte es passieren, dass Finger eingeklemmt oder an scharfen Kanten verletzt werden. In zwei Produkten wurden möglicherweise krebserregende Stoffe nachgewiesen. Auch im Belastungstest konnten zwei Stühle nicht vollends überzeugen. 

Testsieger im Bürostuhl-Test der Stiftung Warentest wurde der Bürostuhl von Dauphin mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,0)". Auf dem zweiten und dritten Platz landen Modelle von Nowy Styl und Interstuhl, die allerdings in vielen Onlineshops derzeit nicht erhältlich sind. Dicht gefolgt werden sie vom Net Pro 100 AL von Topstar mit der Gesamtnote "gut (2,3)", der mit einem harten Polster punktet, und dem Drehstuhl Hattefjäll von IKEA, der aus Leder gefertigt ist und mit einem "Gut (2,5)" überzeugen konnte. Dahinter liegt mit der Gesamtnote "befriedigend (3,3)" der bequeme Bürostuhl von Viasit

Der Testsieger: Bürostuhl to strike comfort pro sk 9248 von Dauphin

Das Testergebnis: Testsieger im Test der Stiftung Warentest wurde der Bürostuhl von Dauphin mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,0)". Die Stiftung Warentest lobte vor allem den Sitzkomfort und die Haltbarkeit.

Produktdetails: Der Bürostuhl to strike comfort pro des Herstellers Dauphin besitzt einen ergonomisch gepolsterten Sitz, dessen Höhe sich mittels Schiebesitz verstellen lässt. Auch die hohe Rückenlehne ist höhenverstellbar und lässt sich mit stufenloser Federkraftverstellung auf die eigenen Bedürfnisse anpassen, sodass sie beim Zurücklehnen mitwippt. Für den maximalen Komfort können die Armlehnen in ihrer Höhe und Breite verstellt werden. Durch das Ablegen der Arme werden Schultern und Rücken entlastet und die Sitzposition verbessert. Ein Plus: Der Hersteller gibt auf den Stuhl fünf Jahre Garantie.

Festes Polster: Bürodrehstuhl Net Pro 100 AL von Topstar

Das Testergebnis: Der Drehstuhl von Topstar erreichte mit der Gesamtnote "gut (2,3)" den vierten Platz. Er zeichnet sich besonders durch sein festes Polster aus und erhielt die zweitbeste Note in der Kategorie Sicherheit ("gut (2,0)").

Produktdetails: Wer gerne etwas härter sitzt, ist mit dem Net Pro 100 AL gut beraten. Außerdem punktet er als einziger im Test mit einer Netzrückenlehne. Der Netzbezug ist atmungsaktiv und luftdurchlässig und sorgt damit für besonders hohen Komfort im Rückenbereich. Zusätzlich unterstützt eine Lendenwirbelunterstützung für eine natürlich geformte Wirbelsäule und entsprechend gute Sitzposition. Sitz- und Armlehnenhöhe sowie Rückenlehnenhöhe und -neigung lassen sich individuell einstellen. Topstar wirbt mit drei Jahren Garantie auf das Produkt.

Mit schickem Lederbezug: Drehstuhl Hattefjäll von IKEA

Das Testergebnis: Mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,5)" landete der Drehstuhl von IKEA knapp hinter dem Modell von Topstar auf dem fünften Platz. Er ist der einzige Ledersitz im Test und wird von der Stiftung Warentest vor allem für kleinere Personen empfohlen.

Produktdetails: Der Hattefjäll besticht in erster Linie durch seine moderne Optik: Die Stuhlteile sind formschön abgerundet und der Bezug wurde aus hochwertigem Ziegenleder gefertigt. Sitz und Rückenlehne können in der Höhe verstellt werden und auch die Sitztiefe lässt sich anpassen. Das ist besonders für kleine Personen von Vorteil, damit der vordere Teil des Sitzpolsters nicht unbequem gegen die Kniekehlen drückt. Dank des Wippmechanismus und den Sicherheitsrollen mit gewichtsgesteuerten Bremsmechanismus passt sich der Bürostuhl automatisch dem Körpergewicht und der Bewegung an.

Großer Vorteil: IKEA gewährt auf den Drehstuhl zehn Jahre Garantie, die Material- und Verarbeitungsmängel mit einschließt.

Der Komfortable: Bürostuhl Drumback work@home von Viasit

Das Testergebnis: Der Bürostuhl von Viasit erhielt im Test der Stiftung Warentest das Gesamturteil "befriedigend (3,3)". Er überzeugte die Prüfer vor allem in puncto Sitzkomfort und erreichte eine der Bestnoten in dieser Kategorie. Abstufungen gab es für den Schadstoffgehalt in der Rückenlehne: Der Bezugsstoff enthält den möglicherweise krebserregenen Stoff Naphthalin, dessen Anteil allerdings noch unter der Grenze GS-Zeichens für Geprüfte Sicherheit liegt.

Produktdetails: Der Drumback des Herstellers Viasit sorgt für besonders hohen Komfort, egal ob im Büro oder Zuhause im Homeoffice. Die vielseitigen Funktionen sorgen für ein besonders bequemes und ergonomisches Sitzerlebnis, das den Rücken schont. Sitztiefe, Sitzneigung und Sitzhöhe sind verstellbar und auch die Rückenlehne lässt sich in Höhe und Synchronmechanik anpassen. Die fünf Doppellaufrollen können Sie individuell für harte oder weiche Böden auswählen. Viasit gewährt zwei Jahre Garantie auf den Bürostuhl für Zuhause.

Fazit zum Test

Der Test der Stiftung Warentest zeigt, dass nicht nur der Komfort das einzige Kriterium ist, auf welches beim Kauf geachtet werden sollte. Die meisten Bürostühle überzeugen zwar in ihrem Sitzkomfort, weisen dafür aber Mängel an anderen Stellen wie der Sicherheit auf. Der Testsieger mit der besten Gesamtnote ist der besonders bequeme Bürostuhl von Dauphin, der sich in mehreren Funktionen individuell einstellen lässt und auch im Bereich Sicherheit gute Ergebnisse erzielen konnte.

Wichtige Fragen rund um den Bürostuhl-Test

Worauf muss ich beim Kauf eines Bürostuhls achten?

Wenn Sie vorhaben, den Bürostuhl zu Hause im Homeoffice zu benutzen, kommt er wahrscheinlich mehrere Stunden am Tag zum Einsatz. Ein ergonomisches Modell ist dabei von großem Vorteil, da es den Körper auch im Sitzen aktiv unterstützt. Um einen komfortablen Sitz und eine rückenschonende Haltung auch über einen längeren Zeitraum hinweg zu gewährleisten, gibt es einige Dinge, auf die Sie vor dem Kauf achten sollten:

  • Die meisten ergonomischen Bürostühle lassen sich in ihrer Sitzhöhe einstellen. Wichtig ist, dass Ihre Beine im rechten Winkel stehen, wenn Sie Ihre Füße fest auf den Boden stellen. Ein zu niedriger oder zu hoher Sitz wirkt sich negativ auf die Körperhaltung aus.
  • Nicht zu verwechseln mit der Sitzhöhe ist die Sitztiefe, also die Länge des Polsters beziehungsweise des Sitzbereichs. Sie beschreibt den Abstand von der Rückenlehne zur Kniekehle. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass zwischen der Vorderseite des Polsters und der Kniekehle genügend Abstand gewahrt wird. Ist er zu klein, kann es schnell unbequem werden und im schlimmsten Fall schlafen Ihre Beine ein.
  • Zusätzlich lässt sich bei vielen Modellen die Wippfunktion aktivieren: Sie ermöglicht eine bewegliche Rückenlehne, welche sich dem Körpergewicht anpasst. 
  • Auch auf die richtigen Rollen ist zu achten. Je nach Härte des Bodenbelages sind andere Rollen von Vorteil. Oft ist das Fußkreuz mit sogenannten Universalrollen ausgestattet, die sowohl für weiche Untergründen wie Teppichboden als auch für Parkett- oder Dielenboden geeignet sind. In anderen Fällen, wie beispielsweise bei dem Bürostuhl von Viasit, können Sie die Rollen individuell auswählen. Weiche Rollen eignen sich für harte Untergründe, während harte Rollen besonders für Teppichböden geeignet sind. Damit Ihr Boden keine Schäden davonträgt, empfehlen wir grundsätzlich, eine Bodenschutzmatte unter Ihren Bürostuhl zu legen. 
  • Armlehnen sind dann sinnvoll, wenn sie sich in ihrer Höhe verstellen lassen. Ihre Vor- und Nachteile können Sie dem folgendem Punkt entnehmen.

Wofür dienen die Armlehnen an einem Bürostuhl?

Richtig eingestellte Armlehnen stützen Ihre Arme und entspannen die Muskulatur. Somit werden auch Schultern, Nacken und Rücken entlastet. Die Armlehnen sind dann optimal eingestellt, wenn Sie Ihre Unterarme darauf ablegen können, sodass sich ein Winkel von ungefähr 90 Grad zu Ihren Oberarmen bildet. Besonders sinnvoll sind deshalb höhenverstellbare Armlehnen, die Sie je nach Körpergröße anpassen können.

Teilweise kann auch der Abstand der Lehnen zueinander eingestellt werden. Achten Sie darauf, dass er ungefähr schulterbreit ist, damit Sie Ihre Arme bequem darauf platzieren können.

Sind die Armlehnen bei Ihrem Bürostuhl nicht richtig eingestellt, kann dies der Muskulatur und auch der Stabilität des Stuhls schaden. Auch stören sie manche Personen beim Arbeiten. Meistens besteht deshalb die Möglichkeit, die Lehnen unkompliziert zu demontieren.

Die vollständigen Testergebnisse der Stiftung Warentest

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