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Hannover 96 - Vertrauen ist aufgebraucht: Coach Breitenreiter soll gehen

Bundesliga  

Vertrauen ist aufgebraucht: Coach Breitenreiter soll gehen

20.01.2019, 21:50 Uhr | dpa

Hannover 96 - Vertrauen ist aufgebraucht: Coach Breitenreiter soll gehen. Muss er Hannover 96 verlassen? Trainer Andre Breitenreiter steht laut "Kicker" vor dem Aus.

Muss er Hannover 96 verlassen? Trainer Andre Breitenreiter steht laut "Kicker" vor dem Aus. Foto: Swen Pförtner. (Quelle: dpa)

Hannover (dpa) - Der desolate Rückrunden-Start gegen Werder Bremen war offenbar eine sportliche Enttäuschung zu viel: Der Tabellenvorletzte Hannover 96 will sich nach einem Bericht des "Kicker" von seinem Trainer André Breitenreiter trennen.

Dies sei das Ergebnis einer Krisensitzung, die Clubboss Martin Kind am Tag nach dem nur mit 0:1 (0:1) verlorenen Nordderby zusammen mit Geschäftsführer Björn Bremer und Manager Horst Heldt abgehalten habe, schrieb das Fachmagazin auf seiner Internetseite.

Der Trainerwechsel soll demnach bereits vor dem nächsten Bundesliga-Spiel bei Tabellenführer Borussia Dortmund erfolgen. Als mögliche Nachfolger werden der frühere Hannoveraner Mirko Slomka und der ehemalige HSV-Coach Markus Gisdol genannt. Beide haben wertvolle Erfahrung im Abstiegskampf. Gisdol rettete die Hamburger im Jahr 2017, Slomka seinen Herzensverein 96 schon einmal 2010.

Dem 45 Jahre alten Breitenreiter traut die Clubführung das angesichts des eklatanten Abwärtstrends der vergangenen zwei Monate offenbar nicht mehr zu. Seit sieben Spielen ist Hannover mittlerweile sieglos. Die Leistungen vor allem in den vergangenen Heimspielen gegen Bremen (0:1), Fortuna Düsseldorf (0:1), den FC Bayern München (0:4) und Hertha BSC (0:2) waren von Bundesliga-Niveau weit entfernt.

Hinzu kommt, dass Breitenreiter je mehr an Autorität und Überzeugungskraft einbüßte, desto länger die sportliche Krise anhielt. Seinen Spielern drohte er im Dezember die Streichung des Weihnachtsurlaubs an. Wenige Tage später schwächte er seine eigene Maßnahme wieder ab. Mit Präsident Kind stritt er sich zuletzt öffentlich um die Verpflichtung neuer Spieler. Auch das ohne Erfolg.

Noch am Samstag sprach der frühere 96-Profi nach der Niederlage gegen Werder davon, dass er weiter das Vertrauen der Clubführung spüre. "Ich glaube das zu 100 Prozent, weil es mir genau so vermittelt wird", sagte er. Doch Breitenreiter gingen die Argumente aus. Der angekündigte Neustart in der Rückrunde - fand gegen Werder nicht statt. Die neuen Spieler, die er gern wollte - wird es nach Angaben von Kind und Heldt nicht geben. Und die nächsten Gegner? Sie heißen Borussia Dortmund und RB Leipzig. Dabei bekam schon gegen den Tabellenneunten aus Bremen jeder im Stadion vor Augen geführt: In dieser ängstlichen Verfassung und dieser stark ersatzgeschwächten Besetzung wird Hannover mit großer Wahrscheinlichkeit absteigen.

Dem "Kicker"-Bericht zufolge muss die Trennung von Breitenreiter nur noch vom Aufsichtsrat um Altbundeskanzler Gerhard Schröder abgesegnet werden. Das Dilemma des Vereins ist: Dem Absturz weiter zuzuschauen, wäre fahrlässig. Aber egal, was er jetzt tut: Es wird teuer.

Weil Breitenreiter den Verein 2017 in die Bundesliga zurückführte und 2018 souverän dort hielt, wurde sein Vertrag erst im vergangenen August bis 2021 verlängert. Das bedeutet: Der Trainerwechsel dürfte 96 laut "Kicker" eine Abfindung in Millionenhöhe kosten.

Noch mehr neue Spieler kann sich Hannover aber auch nicht leisten. Schon für die vorzeitige Rückkehr des Brasilianers Jonathas sowie die Ausleihe von Kevin Akpoguma und Nicolai Müller galt. "Alles, was wir im Winter gemacht haben, hat der Präsident aus seiner eigenen Tasche bezahlt, weil der Verein nicht in der Lage ist, es selbst zu finanzieren", sagte Heldt am Samstag in einem Sky-Interview.

Schon jetzt wird das Saison-Minus in Hannover auf rund 17 Millionen Euro beziffert. Mehr möchte Kind eigentlich nicht zulassen. Der Präsident weiß allerdings auch aus der Erfahrung des Jahres 2016: Ein Abstieg in die 2. Bundesliga ist unter dem Strich noch teurer, als im Winter noch einmal den Trainer zu wechseln.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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