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Langeweile in der Bundesliga: Fünf Ideen für eine spannendere Zukunft

MEINUNGFünf Zukunftsideen  

Langeweile pur: So wird die Bundesliga wieder spannend

09.07.2020, 09:34 Uhr
Langeweile in der Bundesliga: Fünf Ideen für eine spannendere Zukunft. Der FC Bayern München feierte den Gewinn der 30. Deutschen Meisterschaft. Es war der achte Titel hintereinander für den Rekordmeister.  (Quelle: imago images/Poolfoto)

Der FC Bayern München feierte den Gewinn der 30. Deutschen Meisterschaft. Es war der achte Titel hintereinander für den Rekordmeister. (Quelle: Poolfoto/imago images)

"Schon wieder der FC Bayern." Nach der achten Meisterschaft in Folge ist Fußball-Deutschland gelangweilt. t-online.de macht fünf Vorschläge, wie die Liga wieder spannender und attraktiver wird. 

Seit 2013 heißt der Meister in der Bundesliga FC Bayern München. Auch in dieser Saison krönte sich die Flick-Elf zum Titelträger, machte die Meisterschaft bereits am 32. Spieltag perfekt. 

Die Bayern gewinnen und gewinnen, sie haben den höchsten Etat, die größten finanziellen Möglichkeiten und dementsprechend die besten Spieler. Es verfestigt sich der Gedanke: Bayern muss patzen, Dortmund, Leipzig oder Leverkusen müssen eine perfekte Saison erwischen – sonst ist dem Rekordmeister das Dauerabonnement auf den Titel nicht zu nehmen. 

Doch es gibt auch äußere Faktoren, die dazu führen könnten, dass in der Bundesliga wieder mehr Spannung reinkommt – und die Liga generell attraktiver würde. t-online.de präsentiert Ihnen fünf Ideen, wie die erste deutsche Fußball-Liga wieder an Attraktivität gewinnen könnte. 

Idee 1: Der FC Bayern muss die Liga verlassen

Wie bereits oben beschrieben ist der FC Bayern das Maß aller Dinge. Eine radikale Änderung könnte also sein, dass der Rekordmeister, der ohnehin schon in gänzlich anderen Sphären als die Konkurrenz unterwegs ist, zukünftig nicht mehr mitspielen darf. 

Die Vision einer "Super Liga" mit den besten Teams Europas geistert schon seit Jahren durch die Gegend. Auch wenn Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und auch Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke solcherlei Plänen eine Abfuhr erteilten, ist ein Abschied eines oder beider Teams kein utopisches Szenario. 

Bayerns Karl-Heinz Rummenigge (re.) und Dortmunds Hans-Joachim Watzke im Januar 2017 beim Sportbusiness-Kongress der "Spobis" in Düsseldorf. Beide sprachen sich, zumindest öffentlich, gegen eine Super League aus.  (Quelle: imago images/Norbert Schmidt)Bayerns Karl-Heinz Rummenigge (re.) und Dortmunds Hans-Joachim Watzke im Januar 2017 beim Sportbusiness-Kongress der "Spobis" in Düsseldorf. Beide sprachen sich, zumindest öffentlich, gegen eine Super League aus. (Quelle: Norbert Schmidt/imago images)

Denn sollten sich Weltklubs wie Manchester City, der FC Barcelona, Juventus Turin oder Paris Saint Germain zu einer solchen Gemeinschaft zusammenschließen, müssten die Bayern, um international konkurrenzfähig zu bleiben, wohl nachziehen – vorausgesetzt, sie wollen weiter an die großen Geldtöpfe. Die Super League, ein Modell für die Superreichen der internationalen Topligen. 

Die Bayern würden fortan nicht mehr in der Liga spielen, der Titelträger wäre also ein anderer. Doch ganz so einfach ginge es nicht. Eine zweite Änderung müsste folgen.

Idee 2: TV-Gelder gerechter verteilen

Eine gerechtere Verteilung der TV-Gelder. Das würde verhindern, dass ein zweites Bayern München entsteht. Denn eins steht fest: Solange die Gelder in der Champions League und für die vorderen Plätze in der Bundesliga dermaßen ungleich verteilt werden, ist ein halbwegs fairer Wettbewerb kaum darstellbar. 

Während Meister Bayern München mit rund 72,6 Millionen Euro 2019/2020 das meiste Geld einnahm, kassierte Aufsteiger SC Paderborn nur 27,9 Milllionen – also knapp 62% weniger als der Ligakrösus. Rechnet man den Betrag auf eine TV-Rechteperiode hoch (vier Jahre), entsteht schell eine Kluft im dreistelligen Millionenbereich. Und da sind die Einnahmen von Sponsoren und aus der Champions League noch nicht einmal eingerechnet. 

Eine gleichmäßigere Verteilung würde die Startbedingungen erleichtern – und ein weiteres Auseinanderdriften zwischen "arm und reich" in der Liga zumindest etwas abschwächen.

Idee 3: Salary Cap einführen

Die sogenannte "Salary Cap", eine Gehaltsobergrenze, legt den Maximalbetrag fest, den eine Mannschaft pro Saison für ihren Kader aufwenden darf. In den großen US-amerikanischen Ligen wie der NBA und der NFL wird dieses Prozedere bereits angewendet. 

Im Fußball wird eine abgewandelte Version des Salary Caps diskutiert. Nicht das Mannschafts-, sondern das einzelne Spielergehalt soll begrenzt werden. Eine solche Regelung würde beispielsweise verhindern, dass die besten Spieler automatisch zum FC Bayern München oder Borussia Dortmund wechseln, weil diese die höchsten Gehälter zahlen können. Eine Überschreitung dieser Grenze würde entsprechende Strafen nach sich ziehen. 

Daniel Caligiuri: Der Ex-Schalker spielt in der kommenden Saison für den FC Augsburg. S04 führt eine Gehaltsobergrenze von 2, 5 Millionen Euro Jahresgehalt ein. (Quelle: imago images/Poolfoto)Daniel Caligiuri: Der Ex-Schalker spielt in der kommenden Saison für den FC Augsburg. S04 führt eine Gehaltsobergrenze von 2, 5 Millionen Euro Jahresgehalt ein. (Quelle: Poolfoto/imago images)

Mit dem FC Schalke 04 plant der erste Bundesligist eine nach außen kommunizierte Gehaltsobergrenze. Kein Spieler soll mehr als 2,5 Millionen Euro verdienen. Allerdings müssten auch alle anderen Bundesligisten dieses Modell adaptieren, damit ein ausgeglichenes Gehaltsgefüge zustande käme. 

Idee 4: Play-Offs um den Titel

Im Basketball sind sie bereits Routine, im Fußball weniger verbreitet: Play-Offs um den Titel. Der Vorteil: Selbst wenn sich ein möglicher Seriensieger wie Bayern München mit weitem Vorsprung nach 34 Spieltagen Platz eins sichert, müsste sich dieser erst noch in direkten Duellen gegen die Konkurrenz durchsetzen. 

Die DFL könnte nach Ende der Saison ein "Final Four" mit den besten vier Teams veranstalten. Das Finale um die Meisterschaft könnte dann ähnlich dem DFB-Pokalfinale an einem neutralen Ort veranstaltet werden. Der Vorteil: Spannung bis zum Schluss. Der Nachteil: Die Liga an sich wäre entwertet.  

Idee 5: Relegation verändern

Ein Aspekt, der nicht die Meisterschaft, sondern den Abstiegskampf betrifft. Seit der Saison 2008/2009 kämpft der 16. der Bundesliga im Duell mit dem 3. der zweiten Liga um einen Platz im Oberhaus. Die Bilanz für den Zweitligisten fällt dabei ernüchternd aus. 

Frank Schmidt: Der Heidenheim-Trainer scheiterte mit seinem Team in der Relegation an Werder Bremen.  (Quelle: imago images/Poolfoto)Frank Schmidt: Der Heidenheim-Trainer scheiterte mit seinem Team in der Relegation an Werder Bremen. (Quelle: Poolfoto/imago images)

In zwölf Jahren setzte sich neun Mal der Bundesligist durch, nur drei Mal (2009 Nürnberg, 2012 Düsseldorf, 2019 Union Berlin) hatte der Zweitligist die Nase vorn. Der letzte Sieg eines Zweitligisten datiert sogar aus dem Mai 2012, als Fortuna Düsseldorf bei Hertha BSC gewann. 

Die Abschaffung der Relegation würde den Zweitligisten stärken, wieder drei Aufsteiger garantieren und somit für mehr Fluktuation in der Bundesliga sorgen. Denkbar wäre auch, den 16. der Bundesliga in einem direkten Duell gegen den 15. antreten zu lassen, der 3. der zweiten Liga würde direkt aufsteigen.

Damit wären vermeintlich schwächere Teams aus der zweiten Bundesliga gestärkt und der Abstiegskampf in der Bundesliga wäre nochmals spannender, da auch der 15. etwas zu verlieren hätte. Die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung zum Ende einer Spielzeit würde zudem sinken. 

Verwendete Quellen:

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