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Tore, Tränen, Titelträume: Erst das Champions-League-Wunder, jetzt die Klopp-Krönung?

Tore, Tränen, Titelträume  

Erst das Champions-League-Wunder, jetzt die Klopp-Krönung?

08.05.2019, 15:49 Uhr | dpa

Tore, Tränen, Titelträume: Erst das Champions-League-Wunder, jetzt die Klopp-Krönung?. Die Fans feiern die Liverpooler Spieler.

Die Fans feiern die Liverpooler Spieler. Foto: Dave Thompson/AP. (Quelle: dpa)

Liverpool (dpa) - Nach dem Königsklassenwunder huldigt die Fußballwelt dem begnadeten Motivator Jürgen Klopp.

Der magischen Nacht in Anfield soll nun aber auch endlich die finale Krönung in Madrid folgen. Zuvor sechs verlorene Endspiele kann der umjubelte deutsche Trainer mit einem weiteren großen Sieg vergessen machen - dafür peilt der 51-Jährige im Finale am 1. Juni den ersehnten silbernen Henkelpokal an.

Für die sensationelle Aufholjagd nach der 0:3-Niederlage beim FC Barcelona gab es Anerkennung von Sängerfreund Campino bis Basketball-Legende Dirk Nowitzki. Sogar Klopps einstiger Trainer-Rivale José Mourinho ließ sich zu einem XXL-Lob für das unfassbare 4:0 gegen Lionel Messi hinreißen: "Für mich hat diese Aufholjagd einen Namen: Jürgen." Der größte Erfolg in Klopps Trainerkarriere scheint nun so nah wie nie zuvor: Er muss beim Finale in Madrid nur noch zugreifen.

"Es ist unglaublich nach dieser Saison, die wir gespielt haben, den Spielen, die wir hatten, den Verletzungen die wir hatten", sagte ein euphorisierter Klopp nach einer minutenlangen Gänsehaut-Stimmung auf den Tribünen des legendären Stadions. "Wenn ihr jetzt da rausgeht und fragt, wer auf uns gesetzt hat, dann findet ihr, glaube ich, nicht viele Leute."

Britische Medien reagierten mit Begeisterung und Erstaunen auf die Fußballsensation. "Das war nicht weniger als außerordentlich - eines dieser beispiellosen Champions-League-Comebacks", schrieb die Zeitung "Guardian", "eine Erinnerung an die Größe dieses Sports". Für den "Mirror" war es "selbst in der unglaublichen und unmöglichen Europa-Geschichte Liverpools der großartigste Abend." Der Begriff "Fußballwunder" war auf vielen Titelseiten in England zu lesen.

Dabei hatte eigentlich alles gegen den LFC gesprochen. Der angeschlagene Stürmerstar Mohamed Salah saß nur auf der Tribüne. Auch sein verletzter Sturmpartner Roberto Firmino konnte nur zuschauen. Zu Helden wurden Spieler wie der zweifache Torschütze Divock Origi (7./79.), der in der vergangenen Saison noch mit dem VfL Wolfsburg gegen den Bundesliga-Abstieg gekämpft hatte. Die anderen zwei Treffer erzielte der von Klopp in der Halbzeit eingewechselte Georginio Wijnaldum (54./56.). "Never give up", stand groß auf Salahs T-Shirt. Und der Ägypter behielt recht.

Teilweise wurde Barcelona sogar düpiert. "Wir sahen wie Schuljungen aus", klagte Barças Luis Suarez mit Blick auf Origis 4:0. Bei einem Eckball schien Trent Alexander-Arnold vom Ball wegzugehen und einem seiner Mitspieler den Vorzug zu lassen, drehte dann aber plötzlich um und führte blitzschnell aus - zu schnell für die überraschte Gästeabwehr, aber nicht für Origi, der sieben Barça-Spieler düpierte.

Nach dem Erfolg feierte Klopp auf dem Platz ausgelassen mit seinen Spielern. Stürmer Sadio Mané wollte ein TV-Interview geben, war dann aber sprachlos und stammelte nur. Mittelfeldspieler James Milner hatte Freudentränen in den Augen, während die Fans auf den Tribünen noch lange nach dem Abpfiff lautstark die berühmte Liverpool-Hymne "You'll Never Walk Alone" sangen. Es war vielleicht der größte Gänsehautmoment an einem magischen Abend voller Gänsehautmomente.

"Ich habe zu den Jungs vorher gesagt: Ich glaube nicht, dass es möglich ist. Aber weil ihr es seid, glaube ich, dass wir eine Chance haben", verriet Klopp später. In der Aufregung vergriff sich der begeisterte Liverpool-Coach beim Sender BT Sport in seiner Wortwahl. "Es ist Zehn nach Zehn, die meisten Kinder sind im Bett", sagte er, "diese Jungs sind fucking Mentalitätsgiganten, es ist unglaublich." Wohlwissend, dass ihm für das F-Wort eine Geldstrafe droht, grinste Klopp schelmisch in die Kamera: "Bestraft mich, wenn ihr wollt".

TV-Moderator Gary Lineker hätte sich - so ist es in Großbritannien üblich - eigentlich bei den Zuschauern entschuldigen müssen. Doch der ehemalige Fußballstar war ganz bei Klopp. "Ich wurde gebeten, mich dafür zu entschuldigen, aber das mache ich nicht. Ich denke, er hatte nach diesem Spiel absolut das Recht dazu", sagte Lineker. "Er kommt damit durch, es ist nach 22 Uhr. Gut gemacht, Jürgen!"

Prominente Fans gratulierten Klopp und seinem Team in den sozialen Medien. Campino, Sänger der Toten Hosen und schon lange Liverpool-Fan, twitterte ein Foto aus dem Stadion und schrieb darunter "I'm a believer!....". Der gerade erst zurückgetretene Basketball-Star Nowitzki schrieb nur "Kloppo!!!". Auch Klopps früherer Arbeitgeber Borussia Dortmund gratulierte dem 51-Jährigen: "Glückwunsch an Jürgen #Klopp und @LFC zum Einzug ins #UCL-Finale!"

Von Messi, der das Hinspiel nicht nur wegen seiner zwei Tore geprägt hatte, war in Anfield nicht viel zu sehen. Die tief enttäuschten Barcelona-Fans applaudierten am Ende nur den Siegern. Suarez, der von 2011 bis 2014 in Anfield gespielt und vor einer Woche im Hinspiel mit seinem Torjubel den Zorn der Liverpool-Fans auf sich gezogen hatte, wusste, was nun blüht. "Wir müssen uns jetzt auf die ganze Kritik einstellen, die es für uns hageln wird", sagte der Stürmer, der zuvor gönnerhaft angekündigt hatte, er werde in Anfield nicht jubeln.

Wie erwartet fällte die spanische Presse ein vernichtendes Urteil. "Barça ist in Europa nicht mehr zu helfen", schrieb "El País" und erinnerte daran, dass die Katalanen schon im Vorjahr nach 4:1 im Viertelfinal-Hinspiel mit 0:3 bei der AS Rom gescheitert waren. Der Club sei "das Opfer des grausamsten Spotts, den die Champions League zu bieten hat." Die Zeitung "Ás" wurde noch deutlicher: "Anfield hat ein zitterndes Barça plattgemacht wie eine Kakerlake."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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