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Wetter-Ausnahmezustand in Berlin

Straßen unter Wasser, U-Bahnen und Busse außer Betrieb

29.06.2017, 22:25 Uhr | dru, dpa

Heftige Unwetter in Berlin: A100 teilweise gesperrt, Bahnhöfe überflutet. Überflutete Straße am Donnerstag im Berliner Stadtteil Wilmersdorf. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)

Überflutete Straße am Donnerstag im Berliner Stadtteil Wilmersdorf. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Straßen unter Wasser, überschwemmte Keller, Land unter in U-Bahnhöfen: In Berlin herrscht nach heftigen Schauern Ausnahmezustand. Der öffentliche Nahverkehr ist massiv gestört. Etliche Züge und Busse fielen aus. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands sorgt starker Regen für Chaos.

Die Wassermassen brachten in der Hauptstadt am Donnerstag den Verkehr auf einer der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands, der A100, zum Erliegen. Die Stadtautobahn war nahe dem Dreieck Funkturm wegen Überschwemmung in einer Richtung stundenlang voll gesperrt. Ein Auto war im Wasser eingeschlossen worden. Der Fahrer konnte sich selbst aus dem Wagen befreien.

Land unter in Berlin!

Gepostet von Mirco Mws am Donnerstag, 29. Juni 2017

Auf mehreren U-Bahnhöfen brach Wasser ein, die Station Spichernstraße in Wilmersdorf wurde gesperrt. Auf der Linie U1 in Kreuzberg kam der Verkehr wegen einer technischen Störung zum Erliegen, ebenso auf der U3 und der U9. Etliche Bus- und S-Bahnlinien waren gestört. Selbst im Bundestag regnete es rein.

Viele Straßen waren knöcheltief überschwemmt. Auf dem Flughafen Tegel wurde das Rollfeld teils überflutet. Mehrere Flüge fielen aus oder wurden nach Schönefeld umgeleitet.

In BERLIN schwimmt 😎 Gesehen in Schöneberg ©Liesa-Maria Samira BrownieBrown

Gepostet von Deutschland MultiKulti am Donnerstag, 29. Juni 2017

Die Feuerwehr rief den "Ausnahmezustand Wetter" aus. Bisher musste sie mehr als 780 mal wegen des Unwetters ausrücken. Besserung war zunächst nicht in Sicht: Der Chef der Feuerwehr, Wilfried Gräfling, sagte dem rbb, die Einsatzkräfte stellten sich darauf ein, die ganze Nacht durchzuarbeiten. An die Berliner appellierte er: "Bleibt zu Hause!"

Teilweise floß das abgepumpte Wasser wieder zurück. Gullydeckel wurden hochgedrückt. Die Pumpen schafften die Mengen nicht, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. Im Stadtteil Charlottenburg wurde ein Haus so stark unterspült, dass es evakuiert werden musste. Glücklicherweise gab es bislang keine Verletzten.

Im benachbarten Potsdam wurden Hauptverkehrsstraßen überflutet. In den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming standen Straßen und Keller unter Wasser. In Oranienburg nördlich von Berlin wurden innerhalb eines halben Tages 225 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen.

Wetterextreme in ganz Deutschland

Auch in anderen Teilen Deutschlands gingen heftige Regenschauer nieder. Sie ließen Flusspegel steigen und überfluteten Straßen.

In Thüringen wurde eine Beifahrerin auf der A71 leicht verletzt, als ihr Wagen am Schmücke-Tunnel auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern geriet und in die Leitplanke knallte. Im Westen des Bundeslandes schlitterte ein Opel auf der B84 bei Eisenach in den Gegenverkehr und stieß mit einem BMW zusammen. Beide Fahrer wurden schwer verletzt.

Auf der A9 rutschten innerhalb einer Stunde drei Autos zwischen Lederhose und Dittersdorf in die Leitplanke. Auch hier war überhöhtes Tempo die Ursache.

In Hannover sprach die Feuerwehr von rund 160 regenbedingten Einsätzen. Selbst bei der Zentralen Polizeidirektion gab es einen Wassereinbruch. Zahlreiche besorgte Anrufer meldeten zudem bei Oldenburg und Cloppenburg überlaufende Gullydeckel. "Nichts Dramatisches", meinte allerdings die Polizei in Oldenburg dazu.

Am Stuttgarter Flughafen führte ein Gewitter am späten Mittwochabend zu einer kurzzeitigen Unterbrechung des Flugverkehrs, wie die Polizei mitteilte. Nach etwa einer Viertelstunde konnten die Flieger aber wieder starten.

Auch in den übrigen Teilen Baden-Württembergs sowie in Bayern meldete die Polizei zum Teil stärkeren, länger andauernden Regen. Das große Chaos blieb aber aus.

Warnung vor weiterem Starkregen

Für die Nacht zum Freitag warnte der Deutsche Wetterdienst vor Dauerregen in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern - entlang der Elbe und nördlich davon könnten 50 bis 70 Liter pro Quadratmeter fallen, örtlich sogar 80 Liter.

Unwetter behindert den Verkehr auf dem Berliner Boulevard Unter den Linden. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)

Unwetter behindert den Verkehr auf dem Berliner Boulevard Unter den Linden.

Unwetterwarnungen für Osten und Süden

Bis zum Wochenende ist weiterhin mit massivem Regen und starken Unwettern zu rechnen. Dabei sind besonders Bayern, Sachsen, Brandenburg und Berlin betroffen. Hier könnten örtlich sogar Flüsse über die Ufer treten. Es ist mit 17 Grad in der Eifel und 25 Grad in Oberfranken etwas kühler als in den vergangenen Tagen.

Am Freitag fällt im Norden häufig schauerartiger Regen, vor allem von Nordniedersachsen und Schleswig-Holstein bis nach Vorpommern. Sonst erwartet uns bei wechselnder Bewölkung mehr Sonnenschein, aber im Tagesverlauf auch ein paar Schauer. Im Süden scheint die Sonne am längsten und dort sind vorwiegend über den Bergen lokale Regenschauer oder Gewitter zu erwarten, vor allem zu den Alpen hin.

Wie hier in München, kommt es auch in den kommenden Tagen vor allem in Bayern, Sachsen, Brandenburg und Berlin zu teils heftigen Unwettern mit Starkregen und Gewitter. (Quelle: dpa/Marcel Kusch)

Wie hier in München, kommt es auch in den kommenden Tagen vor allem in Bayern, Sachsen, Brandenburg und Berlin zu teils heftigen Unwettern mit Starkregen und Gewitter.

Wochenende wird windig und kühl

Samstag und Sonntag bleibt das Wetter unbeständig und regnerisch. Dabei kann es vereinzelt zu Sturmböen an der Küste und im Flachland kommen. Bei maximal 20 grad im Osten bleibt es für Juni recht kalt. In der kommenden Woche beruhigt sich das Wetter wieder und es wird in weiten Teilen Deutschlands sonnig und warm.

Der außergewöhnlich warme und sonnige Juni hat in Deutschland um 2,6 Grad über dem langjährigen Mittel gelegen. Insgesamt war der Monat der viertwärmste seit Beginn der regelmäßigen Temperaturmessungen im Jahr 1881. Nur in den Jahren 2003, 1930 und 1917 war der Juni noch wärmer.

Trotz teils schwerer Gewitter war der Juni mit rund 83 Litern pro Quadratmeter (Soll: 85 Liter) bislang etwas zu trocken. Dabei gab es aber extreme Unterschiede zwischen Gebieten mit äußerst viel und sehr wenig Niederschlag. Vor allem im nördlichen Rheinland-Pfalz sowie im Rhein-Main-Gebiet war es deutlich zu trocken.

Quelle: dru, dpa

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