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US-Wahl: Auch Google entdeckt russische Polit-Anzeigen

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Zehn Millionen sahen sie  

Auch Google entdeckt russische Fake-News-Anzeigen

10.10.2017, 14:15 Uhr | dpa

US-Wahl: Auch Google entdeckt russische Polit-Anzeigen. Besonders interessant ist, dass die Anzeigen bei Google aus einer anderen Quelle kamen als die bei Facebook und Twitter. (Quelle: AP/dpa/Matt Rourke)

Besonders interessant ist, dass die Anzeigen bei Google aus einer anderen Quelle kamen als die bei Facebook und Twitter. (Quelle: Matt Rourke/AP/dpa)

Seit dem letzten US-Präsidentschaftswahlkampf rücken die großen Online-Plattformen Facebook und Twitter immer wieder in den Fokus der Medien. Russland wird vorgeworfen, mit Fake-News die US-Wahlergebnisse manipuliert zu haben. Nun hat auch Google zahlreiche Polit-Anzeigen aus Russland gefunden, mit denen Falschinformationen verbreitet werden sollten. 

Dafür seien "zehntausende Dollar" unter anderem auf Googles Videoplattform YouTube ausgegeben worden, schrieb die "Washington Post" am Montag unter Berufung auf informierte Personen. Besonders bedeutend mache die Entdeckung, dass die Anzeigen aus einer anderen Quelle kamen als die bei Facebook und Twitter. Das lege nahe, dass die Russland zugeschriebenen Aktivitäten noch breiter waren als bisher bekannt.

Google ging in einer ersten Reaktion nicht direkt auf die Informationen ein. Der Internet-Konzern betonte, dass es bei ihn strikte Regeln für politische Werbung und ein Verbot der gezielten Platzierung von Anzeigen nach ethnischer Zugehörigkeit und Religion gebe. Zugleich würden Versuche untersucht, die Systeme zu missbrauchen. Das Unternehmen unterstütze die laufenden Ermittlungen.

Millionen von Amerikanern sahen die Polit-Anzeigen

Dem Bericht zufolge sieht sich Google Anzeigen mit einem Volumen von weniger als 100 000 Dollar an. Das ist der Betrag, den mutmaßlich russische Drahtzieher bei Facebook für die Verbreitung von 3000 Beiträgen bezahlten, die dem Online-Netzwerk zufolge die Spannungen zwischen ethnischen und sozialen Gruppen in Amerika schüren sollten. Sie seien rund zehn Millionen Amerikanern angezeigt werden.

Facebook schloss zugleich nicht aus, dass noch weitere verdächtige Aktivitäten gefunden werden. Die gleiche Gruppe bezahlte auch im Anzeigensystem von Twitter, damit ihre Beiträge mehr Nutzer zu sehen bekommen.

Die Google-Nachforschungen befänden sich erst in einer frühen Phase, schrieb die "Washington Post". So sei nicht in Erfahrung zu bringen gewesen, um wie viele Anzeigen es gehe und wie oft die Inhalte angeklickt worden seien.

Anzeigensysteme wählen ihre Zielgruppen genau aus

Die besondere Stärke der Anzeigensysteme der Internet-Plattformen liegt darin, dass man die Zielgruppen, denen sie angezeigt werden sollen, engmaschig auswählen kann. Dabei kommen zum Beispiel Kriterien wie Wohnort, Alter, Geschlecht, Interessen oder Sprachen zum Einsatz. Schon länger ist bekannt, dass im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf die Kampagne des schließlich siegreichen Donald Trump das nutzte, um eigene Wähler zu mobilisieren und Anhänger der Rivalin Hillary Clinton zu entmutigen. Nach wie vor ist unklar, inwieweit die mutmaßlich russischen Anzeigen von den Möglichkeiten zur gezielten Platzierung Gebrauch machten.

Die Website "The Daily Beast" berichtete in der Nacht zum Monat, bei YouTube sei zum Beispiel der im Auftrag Russlands betrieben Account von "Williams & Kalvin" aktiv gewesen, auf dem Clinton unter anderem als Rassistin beschimpft worden sei. Der verwandte Facebook-Kanal sei im August als russische Propaganda blockiert worden.

Facebook veröffentlichte die 3000 Anzeigen aus dem Umfeld der "Internet Research Agency", der eine Verbindung zu Russland nachgesagt wird, zwar nicht, aber übergab die dem US-Kongress. Dort will ein Ausschuss am 1. November Vertreter von Facebook und Twitter hören. Ob auch Google an der Anhörung teilnehmen könnte, ist bisher offen. Die russische Regierung wies die Vorwürfe der Einmischung in den vergangenen US-Wahlkampf stets zurück.

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