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450-Euro-Minijob: Worauf Sie unbedingt achten sollten

Abgaben beim Minijob  

Worauf Sie beim 450-Euro-Job unbedingt achten sollten

06.02.2021, 19:45 Uhr | se, mak, t-online

450-Euro-Job: Ratgeber und Tipps

Damit sich die beliebte Nebeneinnahmequelle auch lohnt, sollte man einige Punkte beachten.

450-Euro-Job: Ratgeber und Tipps


Ein Nebenjob zusätzlich zum Hauptberuf kann sich für Sie lohnen – wenn Sie unsere Tipps beachten. Denn sonst können Steuern und andere Abgaben den 450-Euro-Job schnell unrentabel machen. 

450-Euro-Jobs sind als Nebenverdienstquelle mittlerweile weit verbreitet. Es gibt allerdings einige Regeln, die Sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie vorhaben, einen solchen Nebenjob anzunehmen.

Steuern, Sozialabgaben und Krankenversicherungen können Ihnen sonst schnell einen Strich durch die Rechnung machen. t-online erklärt Ihnen, worauf Sie außerdem achten sollten, wenn Sie eine Nebentätigkeit aufnehmen möchten.

Was genau ist ein 450-Euro-Job?

Ein Minijob ist gleichbedeutend mit einer geringfügigen Beschäftigung. Oft wird hierfür auch der Begriff "450-Euro-Job" verwendet. Diese Bezeichnung kommt daher, dass das monatliche Einkommen 450 Euro nicht überschreiten darf – im Durchschnitt. Nur wenn das der Fall ist, bleibt die Nebentätigkeit für den Arbeitnehmer versicherungs- und lohnsteuerfrei.

Das geschieht oft schneller als erwartet, denn bestimmte Sonderzahlungen werden auf den Gesamtlohn angerechnet. Dazu gehören unter anderem sogenannte vorhersehbare Posten wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld.

Verdienen Sie allerdings aufgrund von Mehrarbeit durch Ausfall eines Kollegen mehr Geld, wird dies nicht auf die 450 Euro angerechnet. Eine solche unvorhersehbare Überschreitung der Verdienstgrenze ist für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten innerhalb von zwölf Monaten erlaubt.

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Was ist ein Midijob?

Liegt das monatlich erzielte Arbeitsentgelt aus einer oder mehreren geringfügigen Beschäftigungen regelmäßig in der sogenannten Gleitzone zwischen insgesamt 450,01 Euro und 1.300 Euro, wird aus dem versicherungsfreien Minijob ein versicherungspflichtiger Midijob.

Der Arbeitnehmer zahlt dabei nur einen reduzierten Sozialversicherungsbeitrag, der etwa zwischen 11 Prozent und 21 Prozent liegt. Ihr Arbeitgeber hingegen zahlt den vollen Beitrag. Zur Berechnung der jeweiligen Beitragsanteile können Sie den Gleitzonenrechner der Deutschen Rentenversicherung nutzen.

Wer übernimmt die Sozialversicherung beim Minijob?

Sie als Arbeitnehmer sind als Minijobber standardmäßig rentenversicherungspflichtig, haben aber eine Befreiungsmöglichkeit. Das heißt: Nur wenn Sie die Rentenversicherungsbeiträge ausdrücklich ablehnen, können Sie sich davon befreien lassen. Wer das nicht macht, muss einen Anteil von 3,6 Prozent an die Rentenversicherung abtreten. Das kann sich aber oft lohnen – für Ihre spätere Rente.

Die Abgaben für Krankenversicherung und Rentenversicherung übernimmt bei einem 450-Euro-Job der Arbeitgeber. Dabei fallen jeweils Pauschalbeträge an: 15 Prozent gehen an die Rentenversicherung – unabhängig davon, ob Sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen oder nicht.

13 Prozent gehen als pauschaler Beitrag an die Krankenkasse. Zwei Prozent fallen als Pauschsteuer an, wenn das Gehalt nicht über die Lohnsteuerkarte abgerechnet wird.

Die Abgabe an die Krankenkasse entfällt, wenn der Arbeitnehmer privat krankenversichert ist. Eine zusätzliche Umlage von einem Prozent kommt als Ausgleich für Arbeitgeberanwendungen bei Krankheit und 0,39 Prozent bei Mutterschaft hinzu – auch für männliche Minijobber, die Väter werden.

Habe ich bei einem Minijob Anspruch auf Urlaub?

Ja. So wie andere Arbeitnehmer haben Sie bei einem 450-Euro-Job einen Anspruch auf Urlaub. Wie viele Urlaubstage Ihnen in der Praxis zustehen, hängt davon ab, wie viele Tage Sie pro Woche in dem Minijob arbeiten. Die Formel für die Berechnung der Urlaubstage lautet:

(Arbeitstage pro Woche x allgemeiner Urlaubsanspruch im Unternehmen) / übliche Arbeitstage im Unternehmen = Urlaubsanspruch beim Minijob

  • Beispiel: Sie arbeiten drei Tage die Woche, im Unternehmen sind 30 Urlaubstage die Regel und es wird normalerweise fünf Tage pro Woche gearbeitet. Ihr Urlaubsanspruch in der Nebentätigkeit beträgt in diesem Fall also: (3 x 30) / 5 = 18 Tage.

Lohnt sich ein Minijob?

Das kommt darauf an. Die Kombination von Hauptberuf und einer Nebenbeschäftigung in Form eines 450-Euro-Jobs kann durchaus lohnend sein.

Ihr Hauptjob deckt dabei alle Leistungen wie Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung in vollem Umfang ab und der Minijob dient als abgabenfreier Zusatzverdienst. Die Hauptbeschäftigung wird regulär auf der Lohnsteuerkarte in den Lohnsteuerklassen eins bis fünf geführt. Für den 450-Euro-Job werden maximal zwei Prozent Pauschalsteuer fällig.

Wenn Sie noch eine dritte Beschäftigung aufnehmen, wird diese in der Steuerklasse sechs voll versicherungspflichtig.

Bevor Sie einen Nebenjob zusätzlich zu Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit aufnehmen, stellen Sie sicher, dass Ihr Hauptarbeitgeber dies erlaubt. In einigen Fällen müssen Sie eine schriftliche Genehmigung einholen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • minijob-zentrale.de
  • arbeitsrechte.de
  • Bundesagentur für Arbeit
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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