Bessere Kreditwürdigkeit  

Schufa-Eintrag löschen: So funktioniert's

11.04.2018, 13:24 Uhr | ron, am, t-online.de

Schufa-Eintrag löschen. Schufa-Verbraucherservice: Forderungen unter 2.000 Euro können unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gelöscht werden. (Quelle: imago/Ralph Peters)

Schufa-Verbraucherservice: Forderungen unter 2.000 Euro können unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gelöscht werden. (Quelle: Ralph Peters/imago)

Sie möchten, dass ein negativer Schufa-Eintrag vorzeitig gelöscht wird? Dafür müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Einträge bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – kurz: Schufa – werden generell nur befristet gespeichert. So werden einfache Anfragen nach einem Jahr gelöscht. Ein Beispiel: Fragen Sie bei einem Geldinstitut nach einem Kredit oder möchten Sie ein Girokonto eröffnen, werden diese Informationen an die Schufa gesendet. Die Auskunftei gibt diese Daten aber bereits nach einer Frist von zehn Tagen nicht mehr weiter. Nach zwölf Monaten wird dieser positive Eintrag gelöscht – im Gegensatz zu negativen-Schufa-Einträgen.

Was ist ein negativer Schufa-Eintrag?

Sie erhalten bei der Schufa einen negativen Vermerk, wenn Ihr Zahlungsverhalten unzuverlässig ist – zum Beispiel wenn Sie Beträge bei Ratenzahlungen zu spät überweisen (Zahlungsverzug) oder gar nicht (Zahlungsausfall).

Anders sieht es bei Verbrauchern aus, gegen die ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet wurde: Folgt diesem ein Vollstreckungsbescheid oder gar die Aufforderung zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung, sind negative Einträge bei der Schufa programmiert. Auch ein seitens Ihrer Hausbank gekündigter Kredit sowie Privatinsolvenzen zählen zu negativen Schufa-Einträgen.

Wann werden negative Schufa-Einträge automatisch gelöscht?

Abbezahlte Kredite löscht die Schufa drei Jahre nach ihrer Tilgung. Daten aus Schuldnerverzeichnissen bei Amtsgerichten, wie eidesstattliche Versicherungen, werden ebenso nach drei Jahren automatisch gelöscht – beide Male gilt aber: ausgehend vom Ende des Kalenderjahres.

Beispiel
Wenn Sie eine Forderung im Frühjahr 2018 beglichen haben, wird der negative Schufa-Eintrag erst zum 1. Januar 2022 gelöscht. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Eintrag aber mit einem sogenannten Erledigungsvermerk markiert.

In Ausnahmefällen kann der negative Eintrag auch vorzeitig gelöscht werden, zum Beispiel wenn der Schufa eine Löschung durch das Amtsgericht bzw. das zentrale Vollstreckungsgericht nachgewiesen wird.

Welche negativen Schufa-Einträge können vorzeitig gelöscht werden?

Bei kleineren Beträgen können Sie seit 2012 eine vorzeitige Löschung beantragen. Folgende vier Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • Die Forderung wurde der Schufa erstmals nach dem 1. Juli 2012 schriftlich mitgeteilt.
  • Der Betrag liegt unter 2.000 Euro.
  • Sie haben die Forderung innerhalb von sechs Wochen beglichen, nachdem der Eintrag bei der Schufa vorgenommen wurde und sie vom Gläubiger der Schufa als beglichen mitgeteilt wurde. 
  • Es liegt keine sogenannte titulierte Forderung vor wie ein Vollstreckungsbescheid.

Zudem können Sie eine frühere Löschung beantragen, wenn Ihnen auffällt, dass vermeintlich negative Einträge falsch sind. Es passiert nicht selten, dass Negativmerkmale falsch zugeordnet werden – beispielsweise wenn Menschen desselben Namens unter derselben Anschrift gelistet sind. Mitunter sind Daten auch veraltet oder die Schufa hat Einträge nicht gelöscht, obwohl die Frist abgelaufen ist.

Tipp
Sie haben einmal jährlich die Möglichkeit, kostenlos eine Selbstauskunft anzufordern. Das geht sowohl online als auch telefonisch oder auf dem Postweg. Jede weitere Selbstauskunft ist mit Kosten verbunden.

Gibt es Musterbriefe für die Löschung eines Schufa-Eintrags?

Ja, Musterschreiben erhalten Sie bei den Verbraucherzentralen. Beispielsweise hat die Verbraucherzentrale Bremen auf ihrem Internetauftritt einen Musterbrief aufgesetzt, an dem Sie sich orientieren können. Wichtig ist auch, dass Sie zusätzlich Nachweise mitsenden, die den Irrtum belegen.

Die Verbraucherschützer raten Betroffenen sich schriftlich sowohl an die Schufa als auch ihren Vertragspartner zu wenden. Wenn Sie nachvollziehbar und beweisbar darlegen, warum bestimmte Einträge falsch sind, reagiert die Gegenseite zumeist schnell und berichtigt die Daten, so die Verbraucherzentrale.

Können Forderungen aus eidesstattlichen Versicherungen gelöscht werden?

Im Falle von eidesstattlichen Versicherungen können Sie ebenfalls eine vorzeitige Löschung fordern. Sie benötigen hierfür eine Bestätigung des Gläubigers, dass Sie die Forderungen beglichen haben. Diese legen Sie dem zuständigen Amtsgericht vor, das die Änderung an die Schufa weitergibt. So können Sie die dreijährige Frist umgehen.

Um die Löschung zu beschleunigen, lassen Sie sich einen sogenannten Löschungsbescheid vom Amtsgericht oder vom zentralen Vollstreckungsgericht ausstellen. Diesen senden Sie als Kopie per Post an die Schufa.

Was passiert nach dem Antrag auf Löschung?

Stellt sich heraus, dass ein Eintrag falsch ist, muss die Schufa dies prüfen und darf die bislang gespeicherten Daten in der Zwischenzeit nicht weitergeben. Ist jedoch ein Unternehmen oder eine Bank für einen Falscheintrag verantwortlich, ist zunächst dieses Unternehmen am Zug und muss den Sachverhalt klären.

Was können Sie tun, wenn falsche Daten nicht gelöscht werden?

Wenn das Geldinstitut sich weigert, die unrichtigen Daten zu widerrufen oder die Schufa es ablehnt, falsche Daten zu löschen, rät die Verbraucherzentrale Bremen keine Zugeständnisse zu machen. Vor allem dann, wenn Ihnen durch die unrichtigen Schufa-Daten ein Schaden entstanden ist. Die Verbraucherschützer empfehlen, Ihre Ansprüche gegebenenfalls durch einen Anwalt gerichtlich durchzusetzen.

So erreichen Sie die Schufa

Postanschrift:
Schufa Holding AG
Privatkunden ServiceCenter
Postfach 10 34 41
50474 Köln

Telefon: (0611) 92780

E-Mail: Online-Formular der Schufa

Verwendete Quellen:


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